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Prof. Dr. Michael F. Holick: Kein Zusammenhang zwischen vernünftigem Sonnen und “schwarzem” Hautkrebs 29. Juli 2009

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Es gibt in der Forschung keinerlei glaubwürdige Belege dafür, dass vernünftiges Sonnen „schwarzen“ Hautkrebs verursacht über das hinaus, was ohnehin in der Bevölkerung existiert.”

Diese Aussage aus einem kürzlich aufgenommenen Interview des wohl berühmtesten UV- und Vitamin D-Forschers, Prof. Michael F. Holick,  liest sich wie ein vorweg genommener Kommentar zu den Meldungen von heute: Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe für Krebsforschung der WHO,  IARC, hatte Sonnenschein und Solarien in die höchste Gefahrengruppe für Krebsrisiken eingestuft. Top-Risiko beim  Sonnenbaden im Schwimmbad oder im Solarium, das zumindest versuchen uns die IARC-Autoren zuzurufen.

Dagegen Prof. Holick:

Holick verweist auf den gegenüber den Gefahren um ein Vielfaches höheren Nutzen mäßiger aber regelmäßiger Besonnung, vor allem auf die heilende und schützende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” für viele chronische “Volkskrankheiten” wie Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-, Autoimmun- und Infektionskrankheiten und eben auch viele Krebserkrankungen.

Der norwegische Forscher und federführende Autor vieler Studien zu UV-Licht, Vitamin D und Krebs, Prof. Johan Moan, kommt in einem anderen Interview zu einem ähnlichen Schluss für die Sonnenbänke:
Richtig genutzte Sonnenbänke sind vor allem im Winter eine absolut gute Sache. Am Äquator, wo wir herkommen, haben die Leute Vitamin D gleichmäßig das ganze Jahr lang. … Das Beste für unseren Körper wäre eine gleichmäßige Versorgung mit Vitamin D durch das gesamte Jahr. Das können wir erreichen, indem wir die richtigen Sonnenbänke in der richtigen Weise nutzen“.

Eine von der WHO selbst in Auftrage gegebene Studie beziffert die positiven Gesundheitswirkungen von Besonnung und Vitamin D gegenüber den möglichen Gefahren für die Haut auf ein Verhältnis von 2.000 : 1.

Die IARC-Entscheidung macht, wie so oft bei Kampagnen gegen Sonne und Solarien, keinen Unterschied zwischen dem häufigen aber relativ ungefährlichen “weissen” und dem gefährlichen “schwarzen” Hautkrebs.

Die Forschungsgruppe war bereits bei der Veröffentlichung ihres Reports “Vitamin D and Cancer” Ende 2008 von vielen internationalen Forscher heftig angegriffen worden.  Die wichtigsten Vorwürfe: Eine einseitige Auswahl der im Report berücksichtigten Studien und eine Zusammenfassung in Thesenform, die der vorangegangenen Beschreibung und Diskussion der wissenschaftlichen Ergebnisse nicht entpräche.

Quellen:

Die IARC-Entscheidung über die Einstufung von Sonnenbänken.

Kritik eine Gruppe bekannter UV- und Vitamin-D Forschern, darunter die deutschen Autoren Prof. Jörg Reichrath und Prof. Armin Zittermann am IARC-Report
Kritik von Prof. Michael F. Holick am IARC-Report
Kritik von Prof. William B. Grant am IARC-Report

Sonne auf Vorrat 17. Juli 2009

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Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Wer sich im Sommer häufig an der Sonne aufhält und damit seine Vitamin D-Speicher füllt, hat auch im “Vitamin D-Winter” die besseren Gesundheits-Karten.

Forscher am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm wollten wissen, welche Faktoren für die Vitamin D-Versorgung im Sommer verantwortlich sind und wie sich das auf die Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin” im Winter auswirkt.

In Stockholm, in etwa auf dem 60 Breitengrad, dauert der “Vitamin D-Winter”, in dem die Sonne kein Vitamin D in der Haut bilden kann, ein halbes Jahr von Anfang Oktober bis Ende März. In dieser Zeit sind die Menschen auf andere Quellen wie Vitamin D-reiche Nahrung und Solarium angewiesen. Das im Sommer gebildete “Sonnenschein-Vitamin D” speichert sich über einige Zeit auch im menschlichen Fettgewebe ab und kann dort vom Körper “abgerufen” werden.

Die 100 Teilnehmerinnen der Untersuchung an der Karolinska wiesen im Sommer gegenüber dem “Vitamin D-Winter” einen knapp 40 Prozent höheren Vitamin D-Spiegel im Blut auf.

Für die Höhe des Vitamin D-Spiegels im Sommer waren vor allem die Dauer des Aufenthalts an der Sonne (statt im Schatten), ein Hauttyp, der einen längeren Aufenthalt an der Sonne gestattete, und ein normales Körpergewicht (kein Übergewicht, kein Adipositas) verantwortlich.

Die Teilnehmer mit dem höchsten Serum-Spiegel im Sommer schnitten auch im Winter am besten ab. Sie hatten ausreichend “Sonne gespeichert”.

Quelle: HighWire

Studie:  A. Burgaz et al., 25-hydroxyvitamin D accumulation during summer in elderly women at latitude 60ºNJournal of Internal Medicine, online vorab 27. April 2009

Vitamin D schützt vor Darmkrebs – aber wie? 16. Juli 2009

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Seit langem ist die schützende Wirkung von Vitamin D3 bei Darmkrebs bekannt.  Aber wie genau diese Wirkung erzeugt wird und ob Vitamin D in der Therapie gegen den Krebs einesetzt werden kann, ist noch überwiegend offen.

Eine spanischen Forschergruppe ging dieser Frage nach und entdeckte einen komplexen Wirkungszusammenhang:  Die biologisch aktive Form von Vitamin D (1α,25-dihydroxyvitamin D3) aktiviert ein Gen, das wiederum  ein Protein stimuliert mit der Bezeichnung Cystatin D. Dieses Protein bremst zumindest in Laborversuchen das Wachstum von Darmkrebszellen . Die Krebszellen teilten sich seltener, verloren ihre Beweglichkeit und schalteten Gene ab, die das Krebswachstum fördern.

Auf diesem “Umweg” wirkt Vitamin D3 als Tumorsuppressor. Ein weitere Schritt in der Nachweiskette für die krebsverhindernde Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins”. (Über Studien zu diesem Thema haben wir hier, hier, hier und hier berichtet.)

Quelle: MedWire

Studie:  Silvia Álvarez-Díaz et al.,  Cystatin D is a candidate tumor suppressor gene induced by vitamin D in human colon cancer cells, Journal of Clinical Investigation, July 2009, online vorab veröffenlticht.

Nicht nur die Politik, auch die Wissenschaft streitet über die “gute” und die “böse” Sonne 26. Juni 2009

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Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des “Solariengesetzes” debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das “Solariengesetz” veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an “Sonnenschein-Vitamin” sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

Sonnenschein-Vitamin schützt vor Hautkrebs 11. Juni 2009

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Für Menschen, die fast täglich mit Horrormeldungen über Sonne und Hautkrebs gefüttert werden, ist diese Nachricht erstaunlich: Vitamin D  schützt Menschen, die einmal von einem “schwarzen Hautkrebs”, einem Melanom,  geheilt wurden, vor einer neuerlichen Tumorbildung. Das Sonnenschein-Vitamin, so genannt weil es zu 90 Prozent in der Haut durch die Sonne oder im Solarium gebildet wird,  verringert dabei nicht nur die Gefahr eines Rückfalls sondern unterstützt auch den milderen Verlauf der Krankheit und senkt das Risikio, am Melanom zu sterben.

Diese Ergebnisse einer Studie an den Universitäten von Leed, England, und Pennsylvania, USA,  mit mehr als 1.000 Melanom-Patienten wurde jetzt beim Kongress der American Society of Clinical Oncology vorgestellt. Danach senkt schon eine Erhöhung des Vitmain D-Spiegels im Blut um 20 nmol/L die Gefahr einer Wiederkehr des Melanoms um mehr als 25 Prozent.

Wie falsch und tatsächlich gefährlich die einseitige und unausgewogene Warnung vor dem Sonnen im Freien oder im Solarium sein kann, wird durch eine weitere bei diesem Kongress präsentiert Studie belegt, die zeigt, dass der Einfluss von Ernährung bei der Versorgung von Krebskranken mit dem schützenden Vitamin D gering  ist.  Selbst optimal ernährte Patienten wiesen keinen höheren Vitamin D-Status auf als unzureichend und/oder falsch ernährte Teilnehmer.

Ähnlich eine soeben erschienene Langzeitstudie zur Aufnahme von Vitamin D über die Ernährung (und Nahrungsergänzung) und das Risiko an einem Melanom zu erkranken. Die Forscher entdeckten keinen Zusammenhang weder durch vitamin-d-reiche Ernährung noch durch Supplements.

Quelle:  HighWire

Studien:

J. A. Newton Bishop et al.,  Serum vitamin D levels, VDR, and survival from melanoma, Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, 2009 (May  Supplement)

K. Trukova et al.,  Serum 25-hydroxy vitamin D and nutritional status: Implications for vitamin D assessment and dietary supplementation in oncology,  Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, No 15S  (May Supplement), 2009: 9638

Maryam M Asgari et al., A Cohort Study of Vitamin D Intake and Melanoma Risk, Journal of Investigative Dermatology (2009) 129, 1675–1680

Sonnen gegen Arterienverkalkung 16. Mai 2009

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Wenn einem “eng ums Herz” wird, ist oft die Verkalkung der Herzkranzgefäße schuld. Menschen mit ausreichender Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D3″ haben ein wesentlich niedrigeres Riskio einer Arterienverkalkung als Menschen, die die Sonne meiden oder aus anderen Gründen unter einem Vitamin D-Mangel leiden.

Forscher der University of Washinton in Seattle und der Johns Hopkins University in Baltimore, USA,  kamen zu diesem Ergebnis bei der Untersuchung der Daten von1370 Teilnehmern an der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis.

Fazit der Autoren: Die beschleunigte Entwicklung von Arteriosklerose durch Vitamin D-Mangel könnte der Grund sein für den in verschiedenen früheren Studien (wir hatten hier, hier, hier, hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet) festgestellten Zusammenhang von Vitamin D-Defizit und Herzerkrankungen bzw. Herztod.

Da Menschen, die unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sind besonders durch Arterienverkalkung gefährdet. Die positive Wirkung des Sonnenschein-Vitamins für die Überlebenschancen dieser Patienten ist seit langem bekannt.

Eine französischen Studie, die diesen Zunsammenhang untersuchte, kam nun zu einem erstaunlichen Ergebnis:  Die Patienten mit einem normalen oder optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut wiesen nicht nur eine geringere Verkalkung der Gefäße auf im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Defiziten,  sie hatten auch dann eine deutlich höhere Lebenserwartung, wenn die Gruppe mit Arterienverkalkung von der Analyse ausgeschlossen wurden.

Das bedeutet nach Meinung der Forscher, dass es auch andere, bisher unbekannte Wirkmechanismen geben müsse, die den Patienten mit ausreichender Vitamin D-Versorgung ein längeres Leben bescheren.

Quelle:  HighWire

Studien:
Ian H. de Boer et al., 25-Hydroxyvitamin D Levels Inversely Associate with Risk for Developing Coronary Artery Calcification, Journal of the American Society of Nephrology, vorab publiziert 14. Mai 2009

Ziad A. Massy et al., Vitamin D Affects Survival Independently of Vascular Calcification in Chronic Kidney Disease, Clinical Journal of the American Society of Nephrology, vorab online publiziert, 14. Mai 2009.


Sonnenschein-Vitamin für alle mit Harry Potter 14. Mai 2009

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Joanne K. Rowling, Autorin der “Harry Potter” Bücher, unterstützt die Kampagne “Shine on Scotland“, die von dem 14jährigen Ryan McLaughlin ins Leben gerufen wurde. Seine Mutter leidet an Multiple Sklerose, wie es auch bei Joanne K. Rowlings Mutter der Fall war.

Auf der Harry-Potter-Website schreibt sie:

Ryan möchte die schottische Regierung davon überzeugen, dass alle schwangeren Frauen und alle Kinder in Schottland freien Zugang zu Vitamin D über den National Health Service erhalten sollen. Ein Vitamin D – Mangel wird als Ursache von MS angesehen.

Ich fühle mich geehrt, dass ich Ryan in seinem Bestreben Vitamin D als Prävention gegen MS frei zugänglich zu machen, unterstützen darf. Wie meine Mutter leidet auch seine an MS. Ich bedauere, dass ich mit 14 nicht den selben Verstand hatte und mich ans Parlament gewendet habe. Ich wünsche ihm und allen anderen, die ihn unterstützen und an dem Protestmarsch in Edinburgh teilnehmen, das Beste.”

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Vitamin D3 für die Immunregulierung und damit für die Vorbeugung und Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose eine zentrale Bedeutung hat.

In diesen Tage ist dazu eine weitere Studie erschienen, die von den Autoren so zusammenfasst wird:
Insgesamt weisen unsere Daten darauf hin, dass 1,25(OH)2D3 eine wichtige Rolle spielt bei der Regulierung der T-Zellen im Verlauf der MS-Krankheit. Das Vitamin D-Defizit bei der Mehrheit der Patienten sollte also bei der Behandlung dieser Krankheit dringend ausgeglichen werden.”

(Frühere Berichte zu diesem Thema finden Sie hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  Harry-Potter-Website

Studie: Jorge Correale et al, Immunomodulatory effects of Vitamin D in multiple sclerosis, Brain 2009 132(5):1146-1160 (vorab online)

Die Dicken und die Alten bekommen zu wenig Sonne 6. Mai 2009

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Mehr Sonne für die Dicken

Mehr Sonne für die Dicken

Dass Übergewichtige oft unter einem Vitamin D-Magel leiden ist bekannt. Die Erklärung bisher: Das fettlösliche Vitamin lagert sich im Fettgewebe ab und wird bei Übergewichtigen nicht ausreichend wieder freigesetzt.

Jetzt ist eine Studie mit einer sehr viel einfachere Erklärung erschienen:  Dicke gehen – genau wie ältere Menschen – weniger an die Sonne, bilden also auch weniger Vitamin D über die Haut. Das führt zu vielen der chronischen Krankheiten, die sowohl für übergewichtige wie für alte Menschen typisch sind.

Nachtrag: 17.05.09

Nicht nur schwankt der Vitamin D-Spiegel – 25 (OH)D -  im Blut dicker Menschen stärker als die Norm sondern auch die unmittelbar wirksame Form des Vitamins oder hier besser: Hormons, 1,25-dihydroxyvitamin D, das im Körper normalerweise “nach Bedarf” in der Niere produziert und daher auch über die Jahreszeiten hinweg eher konstant gehalten wird, schwankt bei Übergewichtigen zusammen mit der Vorform des im Körper verfügbaren Vitamin D, 25 (OH)D.

Diese Entdeckung des bekannten norwegischen Vitamin D-Forschers Johan Moan und Kollegen am Rikshospitalet-Radiumhospitalet Medical Centre, Oslo, unterstreicht die besondere Gefährdung übergewichtiger Menschen durch Vitamin D-Mangel vor allem in den sonnenarmen Jahreszeiten.

Quelle: NewsWise

Studien:
M. Kull et al., Body mass index determines sunbathing habits: implications on vitamin D levels. Intern Med J. 2009 Apr;39(4):256-8

J. Moan et al., Seasonal variation of 1,25-dihydroxyvitamin D and its association with body mass index and age. J Steroid Biochem Mol Biol. 2009 Feb;113(3-5):217-21

Das Chamäleon weiss: Sonne und Sonnenschein-Vitamin sind gesund! 21. April 2009

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Das  Pantherchamäleons weiss, wass es reicht

Das Pantherchamäleons weiss, wann es reicht

Dass Echsen und andere Reptilien die Sonne lieben, weiss man aus eigener sommerlicher Anschauung. Dass der Grund aber nicht allein die Wärme, sondern das Sonnenschein-Vitamin D ist, das ist neu! Chamäleons zum Beispiel nehmen extrem ausgedehnte Sonnenbäder, weil ihre Nahrung zu wenig Vitamin D enthält.

Das haben amerikanische Forscher aus dem sonnigen Texas (Texas Christian University in Fort Worth) unter Mitarbeit des bekannten Vitamin D-Forschers Michael F. Holick  in Versuchen mit Pantherchamäleons herausgefunden.

Zwar nutzten die wechselwarmen Tiere die Sonneneinstrahlung auch, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Dafür sei jedoch eine kürzere Zeit ausreichend, weisen die Wissenschaftler nach.

Sie beobachteten das Verhalten von Pantherchamäleons, die sie in zwei Gruppen aufgeteilt hatten. Die eine Gruppe bekam Grillen zu fressen, die mit einem Vitamin-D-haltigen Puder bestäubt waren, die andere Gruppe erhielt normale Grillen. Anschließend setzten sie die Reptilien in getrennte Gehege. Die Chamäleons hatten dort die Wahl zwischen einer Freifläche in der prallen Sonne und einem schattenspendenden Baum.

Die Vermutungen der Wissenschaftler bestätigten sich: Die Chamäleons, die Vitamin-D-reiche Nahrung erhalten hatten, wechselten wesentlich früher in den Schatten als die Tiere, die normale Grillen gefressen hatten. «Pantherchamäleons scheinen die Fähigkeit zu haben, ihren Vitamin-D-Pegel zu messen und die Sonnenbäder entsprechend anzupassen», erklärt der Studienleiter, Kristopher B. Karsten. Chamäleons sind auf diese Form der Vitamin-D-Bildung angewiesen, da ihre Beute nur geringe Mengen des wichtigen Provitamins enthält.

Die Forscher vermuten, dass die Tiere einen speziellen Gehirnrezeptor für das Vitamin besitzen, die ihnen genau das rechte Maß an Sonne “verordnen”. Leider kennt der Mensch ein solch hilfreiches Steuerungsgen nicht.

Genau wie beim Reptil aber wird auch beim Menschen das lebenswichtigeVitamin D  mit Hilfe von UV-Strahlen vom Körper selbst gebildet werden. In einem komplizierten Prozess wir daraus ein Hormon (“aktives” Vitamin D-Serum), das hunderte von Zellfunktionen im Körper steuer.

Quelle:  News AdHoc

Studie:  Kristopher B. Karsten et al.,  Panther Chameleons, Furcifer pardalis, Behaviorally Regulate Optimal Exposure to UV Depending on Dietary Vitamin D3 Status, Physiological and Biochemical Zoology 82(3):218–225 April 2009.

Experten einig: Unterversorgung beim Sonnenschein-Vitamin D 5. April 2009

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Über die Diagnose gab es keine Meinungsverschiedenheiten beim 1. Hohenheimer Ernährungsgespräch, bei der richtigen Reaktion auf den epidemischen Vitamin D-Mangel allerdings schwankten die Diskutanten zwischen Appell und Skepsis.

Prof. Dr. Hans K. Biesalski

Prof. Dr. Hans K. Biesalski

Geladen hatte das Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften der Universität Hohenheim. Als Gastgeber setzte ihr Direktor, Prof. Hans K. Biesalski, den Ton mit einer Tour d`Horizon der neuesten Forschungen über Vitamin D und seine weitreichenden Gesundheitswirkungen. Vor allem die Älteren, aber auch die Jugendlichen, und da vor allem die Kinder aus “Hartz IV-Elternhäusern” seien besonders gefährdet. Der moderne Lebensstil mit überwiegenden Tätigkeiten in geschlossenen Räumen, Fehlernährung und Übergewicht verschärften das Problem. Die Deutschen nähmen, laut der jüngsten Verzehrstudie, nur etwa ein Drittel der notwendigen Vitamin D-Menge mit der Nahrung auf.

Die Werte (beim Vitamn D-Spiegel) in der deutschen Bevölkerung sind generell zu gering, vor allem im Winter,” so Dr. Birte Hintzpeter vom Robert-Koch-Institut in Berlin (Berichte über die RKI-Studie zu Vitamin D in Deutschland hier und hier).

57 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen wiesen einenVitamin-D-Spiegel unter 50 nmol/l auf, als Grenze zur Unterversorgung inzwischen allgemein akzeptiert.  Bei den über 65-jährigen Frauen waren es 75 Prozent. Von den 3- bis 17-jährigen Teilnehmern des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys hatten 62 Prozent der Jungen und 64 Prozent der Mädchen einen Vitamin-D-Spiegel unter 50 nmol/l.

Generelle Empfehlungen aber wollte sie, im Gegensatz zu den Kollegen auf dem Podium (noch) nicht geben, dazu sei es noch zu früh, der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang noch zu unklar. Eine extremer Vitamin D-Mangel (< 12,5nmol/L) sei in Deutschland drüber hinaus eher selten und Mangel bzw. Unterversorgung führe halt nicht zwangsläufig zu Krankheiten.

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Prof. Dr. Jörg Spitz

Ganz anders Prof. Dr. Jörg Spitz von der Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention, der mit aktuellen Forschungsergebnissen seine Position untermauerte: Bei den immer wahrscheinlicher werdenden  präventiven und therapeutischen Wirkungen des Vitamin D könne eine verantwortungsvolle Präventionspolitik nicht auf noch die letzte Sicherheit warten.

Vitamin D bewirke eine Unterdrückung des Tumorwachstums und eine Stärkung des Immunsystems, das  schon im Mutterleib geprägt werde. Ein Vitamin D Mangel zu dieser Zeit führe in späteren Jahren zu überschießenden Abwehrreaktionen und vermehrten Allergien.Andererseits rege Vitamin D die Produktion von körpereigenen Antibiotika an zur Abwehr von Tuberkulosebakterien wie auch gegen Grippeviren.
Schliesslich schütze Vitamin D die Nervenzellen vor Erkrankungen.  Ein Mangel werde mit der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS), der Schizophrenie, dem Morbus Parkinson und der Depression in Verbindung gebracht.
Vernünftiges Sonnen und Nahrungsergänzung, beides sei daher das Gebot der Stunde.

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Dr. Armin Zittermann

Dem schloss sich Prof. Dr. Armin Zittermann an und forderte Politik, Fachgesellschaften und Ärzte gleichermaßen auf, Handlungskonsequenzen aus den vorliegenden Forschungen zu ziehen und – vor allem gewendet an die Dermatologen – die Einseitigkeit bei der Bekämpfung der UV-Bestrahlung durch Sonne und Solarium aufzugeben und die weit größere Bedeutung der “guten” Sonne für viele “Volkskrankheiten” zu berücksichtigen. Negative Folgen der Supplementierung mit Vitamin D sei darüber hinaus nur bei massiven Überdosierungen zu befürchten.

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