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Fakten, Zahlen, halbe Wahrheiten 18. Januar 2006

Posted by lbmedien in Sonnen-News.
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Umfragen werden immer gern genommen. Zahlen und Prozente signalisieren Objektives – die Wahrheit eben. Das strahlt dann auch auf die interpretierenden Sätze aus und geben ihnen die Weihe objektiver Fakten.

Healthy Living„, Lifestyle-Zeitschrift aus dem Hause Gruner & Jahr, bringt heute einen ausführlichen Beitrag gestützt auf eine Umfrage mit dem Ergebnis: „Jede vierte Gymnasiastin geht regelmäßig auf die Sonnenbank„. Flugs heftet die Redaktion an diesen in der Tat erstaunlichen Sachverhalt eine ganze Reihe von Halbwahrheiten, die sichtbar aus jüngeren Pressetexten zusammengewürfelt sind und dadurch keineswegs richtiger werden.

Zum Standard bei diesem leider in weiten Teilen der Publikumspresse gepflegten Recherche- und Berichts-Stil gehört die Behauptung, das Sonnen im Solarium führe mehr oder minder zwangsläufig zum tödlichen schwarzen Hautkrebs. Schon ein einfacher Blick in die üblichen Wissenschafts-News auch nur der letzten Monate (eine gründlichen Datenbank-Recherche erwartet ja schon niemand mehr) hätte die Redaktion vor diesem peinlichen Fehler bewahren können.

Wie ebenfalls üblich werden dann „schwarzer“ und „weisser“ Hautkrebs in einen Topf geworfen, ein paar alarmierende Äußerungen offizieller Stellen daruntergemixt und fertig ist die verkaufsträchtige Katastrophenmeldung.

Mit dem Verweis auf die „48“ (die Zahl ist ebenso falsch wie die angegebene Studio-Zahl, die Redaktion hatte vergessen, in den hier und hier veröffentlichten Listen nachzuschauen) bisher zertifizierten Studios wird dann in einem Aufwasch auch gleich der RTS-Prozess als gescheitert erklärt. Zack! und ab an den Kiosk!

Dabei wäre eine seriöse Diskussion über die Umfrageergebnisse sicher dringend nötig. Dass junge Mädchen unter 18 (da ist die Kontrolle allerdings nicht leicht) oder gar weit unter 16 Jahren immer noch in einigen Sonnenstudios unbegrenzt bräunen können ist in der Tat skandalös und genau diesen unverantwortlichen Praktiken sollte ja mit dem RTS-Prozess ein Riegel vorgeschoben und die große Mehrheit der verantwortungsbewussten Solarienbetreiber vor solchen schwarzen Schafen geschützt werden. Die Solarien-Verbände, allen voran der Photomed-Verband, haben sich vehement für diese Qualitätskontrollen ausgesprochen und sie unterstützt.

Solche reaktionellen Praktiken, das Abschreiben fehlerhafter Pressemeldungen statt seriöser Recherche, schaden den Bemühungen aller verantwortlichen Kräfte um eine Selbstregulierung der Solarien-Branche. War es das, was „Healthy Living“ wollte?

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