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Mit Tränen gegen Solarien 24. September 2007

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Melanom, Solarium und Medien, Sonnenbank, UV-Strahlen.
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Tränen gegen Solarien - Clare OliverNäher am richtigen Leben – oder besser: am schrecklichen Tod – als ihre Kollegen in den USA (wir berichteten: „Lies, damn lies….“) operieren in diesen Tagen die PR-Manager der Australian Medical Association (AMA): Sie nutzen den Hautkrebs-Tod einer jungen Frau für eine tränenreiche, emotionalisierende Kampagne gegen die Solarien. Die 26jährige Claire Oliver starb vor einigen Tagen an Hautkrebs.
In Sätzen, die bisher nur gefallenen Kriegshelden vorbehalten blieben, wird Claire Oliver nun zur tragischen Vorkämpferin gegen die todbringenden UV-Strahlen der Sonnenbank hochstilisiert: Priscilla (Claire`s Mutter) „möchte den Menschen eine Botschaft der Hoffnung zukommen lassen, dass die Taten von Claire einen bleibenden Eindruck hinterlassen bei allen Australiern und den Menschen auf der ganzen Welt im Angesicht des Hautkrebs-Risikos .“

Claire Oliver hatte einige Wochen vor ihrem Tod im Rahmen einer Anti-Solarien-Kampagne einen bewegenden Appell verfasst, in dem sie die UV-Strahlen im Solarium für ihre Krankheit mitverantwortlich machte.

Dabei hatte sie sich selbst in einem Interview als Strand-Hase (beach bunny) bezeichnet, die ihr Leben lang ihre Freizeit am Strand verbracht habe. Zusätzlich hatte Sie Solarien besucht.

Schon dieser Kampagnen-Beitrag hatte, von der Presse sensationell aufgemacht, erheblichen Eindruck hinterlassen. Ihr tragischer Tod liess jetzt alle Dämme brechen. Die Australische Krebsgesellschaft fordert gemeinsam mit der AMA wenn schon nicht das Verbot, so doch eine strikte staatliche Regulierung der Sonnenstudios. „“Das Cancer Council of Australia … wird die Botschaft von Claire bewahren und einige ihrer Sätze nutzen, um junge Australier zu belehren – das wird ein sehr breites Lächeln auf ihre (Claires) Lippen zaubern„.

Sogar der australische Premier Minister Howard nutzte die Gelegenheit, die verwundete Volksseele mit der Forderung nach strengen Regularien zu streicheln. „Das Ganze muss viel strenger werden. Ich finde, das (Claire`s Tod) ist eine australische Tragödie. Schrecklich!

Damit war der Moment gekommen, da die AMA den Bundes- und Regional-Autoritäten einen wohl vorbereiteten Politik-Entwurf vorlegte für einschneidende Verbote und die Finanzierung von landesweiten Kampagnen gegen die künstliche Besonnung.

In fast allen australischen Medien schlagen die Emotionen hoch. Empörung über die Instrumentalisierung einer jungen Frau und die Ausbeutung – dazu noch unter falschen Voraussetzungen – Ihres schrecklichen Todes aber ist kaum zu vernehmen.

Quellen: AMA-Pressemeldung und diverse Artikel australische Tageszeitungen (Beispiel)

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