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„Gute Sonne“, „böse Sonne“ und ein alter Code – EUROSKIN-Konferenz in Hamburg 17. Oktober 2007

Posted by lbmedien in Besonnung, ESA, Melanom, Sonnen-News, Sonnenbank, Sonnenschutz, UV-Strahlen, Vitamin D, Zertifizierung.
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logo-euroskin.jpgDass die „gute Sonne“, die biopositiven Wirkungen von Sonne und Solarien, eine so bedeutende Rolle bei der diesjährigen Konferenz der EUROSKIN – organisiert von den führenden Köpfen der Anti-Solarien-Bewegung in der „Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention“ – spielen würde, war nicht von vornherein abzusehen. Die Veranstalter hatten bereits im Vorfeld ihre Absicht deutlich gemacht: „EUROSKIN rät ab von künstlicher Besonnung„.

Die Konferenz mit Wissenschaftlern aus verschiedenen europäischen Ländern, USA und Kanada sollte vor allem auch der Forderung nach einem Verhaltens-Code (Code of Practice) für den Betrieb von Solarien den nötigen Schub verleihen.

Solarien “Code of Practice”Allerdings war dann schon die Vorlage des Codes eine gewisse Überraschung: Die dort aufgestellten Forderungen sind praktisch eine Kopie der Regularien, die bereits vor vier Jahren am „Runden Tisch Solarien“ unter aktiver Mitwirkung der Solarienverbände verabschiedet worden waren. Lediglich das Drängen nach direkten staatlichen Eingriffen setzten diese Forderungen ab von der damals beschlossenen und erst im vergangenen September bekräftigten freiwilligen Zertifizierung von Sonnenstudios und anderen kommerziell betriebenen Solarien unter dem Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio„.

Während der „Code of Practice„-Entwurf ausschliesslich auf den – von allen Beteiligten immer schon vertretenen – notwendigen Schutz vor mißbräuchlicher Nutzung von Sonnenbänken und den Folgen für die Hautgesundheit abhebt, zeigten die Vorträge und Diskussionen in den drei Konferenztagen, dass es bei dieser Frage keineswegs nur oder auch nur überwiegend um Schutz vor UV-Strahlung und im Extremfall Hautkrebs geht, sondern um das Thema „Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit„. Die Referate so bekannter Forscher aus Übersee wie die Professoren Reinhold Vieth und William B. Grant zeigten die überragende Bedeutung des „Sonnenschein-Vitamins“ D für die Vorbeugung vor und Heilung von zahllosen Erkrankungen.

Die Bekämpfung des „epidemischen“ Mangels an Vitamin D vor allem in den Industrieländern werde mit seinen Folgen für die „Volksgesundheit“ und damit auch für die solidarisch finanzierten Gesundheitssysteme durch die Entdeckungen der Wissenschaft in den letzten Jahren immer drängender.

Prof. Vieth von der Universität Toronto zitierte die jüngsten Revisionen der offiziellen Richtlinien und der Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen zum „Sonnenschein-Vitamin“ (wir hatten über Diskussionen zu Neufassungen kanadischer, US-amerikanischer und australischer Richtliniern und Empfehlungen verschiedentlich berichtet, z.B. hier, hier, hier, hier und hier).

Prof. Grant von der Universität San Diego, Kalifornien: „Die positiven Gesundheitswirkungen einer mäßigen UV-Bestrahlung überwiegen bei weitem die Gesundheitsrisiken, solange die UVB-Dosis angemessen ist.“

Genau über diese „angemessene Dosis“ wurde heftig gestritten ebenso wie über die Frage, wie diese Dosis gemessen werden sollte.

Dass sich auch das Thema „Sonne, Sonnenbank und Hautkrebs“ nicht für schlagwortartige Verkürzungen eignet, zeigten Vorträge wie die der Profs. Doré und Autier (s. auch den Bericht über dessen jüngste Veröffentlichung). Vor allem gibt es keine abschliessende Antwort auf die Frage: “ Sind Sonne und (welche Art von) Solarien und in welcher Dosis und Häufigkeit mitverantwortlich für die Entstehung von `schwarzem` Hautkrebs (Melanom)?“. Prof. J.F. Doré dazu: „Unregelmäßige (intermittierende) Besonnung und Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, sind ein bedeutenes Umweltrisiko (neben den diversen Erbfaktoren etc., d. Red.) für Melanombildung, während fortgesetzte Besonnung eher einen leicht schützenden Effekt gegen Melanoma ausübt.

Tatsächlich gehen in vielen Ländern, so einge Referenten, die Steigerungsraten beim Melanom zurück trotz steigender Solariennutzung in diesen Ländern.

Geprüftes SonnenstudioIn der abschliessenden Pressekonferenz heute wiederholten die Veranstalter, flankiert von Vertretern des Bundesumweltministerium, der EU, der Deutschen Krebshilfe und der Strahlenschutzkommission, die bekannten Positionen und Forderungen – einschliesslich der Regelung von Solarienbesuchen Minderjähriger im Rahmen einer umfassenden Umweltgesetzgebung.

Übereinstimmend unterstrichen alle die besondere Bedeutung der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio„.

In einer ersten Stellungnahme zeigten sich Vertreter der deutschen und europäischen Solarienverbände zufrieden mit der sichtbar gewordenen Chance, in vielen Fragen einen breiten Konsens für die Zukunft der künstlichen Besonnung schaffen zu können:

ESA und Photomed begrüßen die Anstrengungen zu einer europaweiten Harmonisierung der Regelungen für die Nutzung von Sonnenbänken„. Erfreulich sei auch die sich allmählich durchsetzende Erkenntnis über die Bedeutung der positiven Gesundheitswirkungen von UV-Strahlung, insbesondere bei der Versorgung breiter Bevölkerungskreise mit dem lebenswichtigen Vitamin D. Dass dabei der künstlichen Besonnung in fachlich kontrollierten Solarien eine immer größere Bedeutung zukomme, werde sich auch in EUROSKIN-Kreisen langfristig durchsetzen. (Original der ESA Pressemeldung).

(Alle Zitate sind Übersetzungen aus dem Englischen durch die Redaktion)

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