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Kann man Sonnenschutz wirklich essen? 19. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Forschung, Sonnenschutz.
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Karotten gegen UV-Strahlen und SonnenbrandKann man durch gezielte Ernährung die Haut vor UV-Schäden schützen? Die Antwort auf diese Frage lautet: ja, aber…!

So jedenfalls das Ergebnis einer umfassenden Meta-Studie (Auswertung der Daten aus sieben Studien der vergangenen Jahre) zweier deutscher Wissenschaftler, die sich vor allem auf die Wirkung von Beta-Caroten konzentrierten.

Konzentrierte Zufuhr von Beta-Caroten, Vorstufe von Vitamin A (Retinol), über die Nahrung oder als Nahrungsergänzung hat in der Tat eine schützende Wirkung gegen die UV-Strahlen der Sonne und damit vor Sonnenbrand – aber nur, wenn diese Zufuhr langfristig, mindestens aber für 10 Wochen, erfolgt.

Quelle: Blackwell Synergy

Studie: Wolfgang Köpcke und Jean Krutmann, Protection from Sunburn with β-Carotene—A Meta-analysis, Photochemistry and Photobiology, onlien vorab veröffentlicht Dezember 2007

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Sonne im Gesicht: Schlechte Noten für Gesichtscremes 18. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Solarkosmetik, Sonnenschutz.
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Gesichtscremes mit UV-Schutz im TestAuf den Lichtschutz in Gesichtscremes kann man sich oft nicht verlassen. Bei einem Test von 12 Gesichtscremes, dessen Ergenbnis in der Januarausgabe der zeitschrift „test“ veröffentlich wird, musste die Stiftung Warentest über die Hälfte der Cremes „Mangelhaft“ nennen, weil sie den ausgelobten Lichtschutzfaktor von 15 und mehr nicht einhielten.

Zum „Gut“ im Qualitätsurteil reichte es nur bei drei der Cremes: frei, Eucerin und Avon, die die Haut auch „gut“ mit Feuchtigkeit versorgen. Sie gehören im übrigen zu den preiswerteren Cremes im Test.

Quelle: test

Mehr Sonne – weniger Lungenkrebs 15. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Forschung, UV-Strahlen, Vitamin D.
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Menschen in sonnigen Ländern mit häufig wolkenlosem Himmel und geringem Smog-Anteil erkranken weniger oft an Lungenkrebs als Menschen in Regionen, die von der Sonne weniger begünstigt werden.

Beim Vergleich von 111 Ländern der Erde entdeckten Wissenschaftler der University of California, San Diego diesen Zusammenhang von UVB-Strahlung mit einem geringeren Lungenkrebs-Risiko. Je stärker die Sonnenstrahlen von Wolken, Ozon oder Luftverschmutzung gefiltert wird und je geringer daher die Vitamin D-Bildung über die Haut erfolgen kann, desto größer das Risiko an diesem gefährlichen Krebs zu erkranken.

Cedric Garland, einer der federführenden Autoren der Studie, erläuterte in einem Interview, dass Vitamin D die Freisetzung von Chemikalien stimuliert, die in Kombination mit Kalzium eine leimartige Substanz bilden, die die entscheidenden Zellen eng aneinander bindet. Damit wird die Zellteilung gestoppt. Zusätzlich gab es Hinweise darauf, dass Vitamin D das Fortschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung verlangsamen kann.

Garland unterstrich dabei die Notwenigkeit einer vernünftigen Besonnung. Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht erhöhe das Risiko, an einem Melanom (dem „scharzen Hautkrebs“) zu erkranken nicht entscheidend. Die einzige Krebsart, die mit einer geringen Menge an Sonne in Zusammenhang steht, ist das Plattenepithelkarzinom, das kaum jemals zum Tod führt – im Gegensatz zum Lungenkrebs.

Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht sei, so Garland, bei fünf bis 15 Minuten in der Mittagszeit gegeben (außer im sog. „Vitamin D-Winter“), wenn rund 40 Prozent der Haut unbedeckt sind. Auf einen Sonnenschutz sollte man während dieser Zeit verzichten, da er die Synthese von Vitamin D verhindere.

(Weitere Studien dieser Forscher zum Verhältnis von UV-Strahlung, Vitamin D und Krebsrisiko hier, hier, hier und hier)

Quelle: PubMed/pte

Studie: S. B. Mohr, C. F. Garland, E. D. Gorham, W. B. Grant, F. C. Garland, Could ultraviolet B irradiance and vitamin D be associated with lower incidence rates of lung cancer?, Journal of Epidemiology and Community Health 2008;62:69-74 (online vorab veröffentlicht)

Die Glatze: eine List der Evolution gegen den Prostata-Krebs? 14. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Prostata-Krebs, Sonnen-News, Sonnenschein-Vitamin.
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Glatze als Sonnenfänger gegen Prostata-KrebsHaarausfall und die männlich Glatze sind keineswegs Ausdruck eines Mangels sondern notwendige Anpassung des Mannes an ein sonnenarmes Klima bei der Wanderung der Urmenschen aus dem sonnigen Süden in die nördlichen Gefilde. Die Glatze diente als „Sonnenfänger“ für die kostbaren UV-Strahlen, die wiederum gebraucht wurden für die Bildung von Vitamin D in der Haut. Vitamin D dient aber, wie wir inzwischen wissen, als Schutz vor Prostata-Krebs.

Dieser ungewöhnlichen Vermutung geht jetzt der ungarische Mediziner und Ökologe Peter Kabai in einem Beitrag zur Fachzeitschrift Medical Hypotheses (Elsevier) nach.

Kabai: „Die männliche Glatzenbildung … ist ein fein ausgewogener Mechanismus, entstanden als Abwehr gegen Prostata-Krebs.

Anmerkung der Redaktion:
Könnte das bedeuten, dass die Glatzköpfigkeit politischer Rechtsausleger keineswegs als Provokation sondern als naturmedizinisch indizierte Prostatakrebs-Vorbeugung für evolutionär Zurückgebliebene gemeint ist?

Quelle: P.Kabai, Androgenic alopecia may have evolved to protect men from prostate cancer by increasing skin exposure to ultraviolet radiationMedical Hypotheses. 2008;70(5):1038-40. (online vorab veröffenlticht)

Sonnenschutz-Kampagne war zu erfolgreich – mit verheerenden Folgen 14. Dezember 2007

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kind-mit-australischer-flagge.jpgIn Australien ist, bedingt durch das Ozonloch, die Gefahr von UV-Schäden bei zuviel Sonne auf der Haut besonders groß. Entsprechend erfolgreich waren hier im letzten Jahrzehnt die Kampagnen für totalen Sonnenschutz unter dem Slogan „Slip, Slop, Slap„.

Jetzt rufen immer mehr Ärzte und Gesundheitspolitiker zum Umdenken auf. Nicht mehr „zu viel“ sondern zunehmend „zu wenig“ Sonne ist das Problem und kostet das Gesundheitssystem Milliardenbeträge.

„Dramatisch“ nannte jetzt der Vorsitzende des australischen Osteoporoseverbands, der Endocrinologe Professor Peter Ebeling, die Situation in einem Aufruf an die Öffentlichkeit. Die massive Zunahme von Osteoporose und Knochenbrüchen in den vergangenen Jahren sei eine Folge des inzwischen epidemischen Vitamin D-Mangels aufgrund der Sonnen-Vermeidung in weiten Teilen der australischen Bevölkerung. Er bezifferte die Zunahme der in den Kliniken des Landes behandelten Knochenbrüche durch Osteoporose auf 48 Prozent allein in den vergangenen sechs Jahren – mit jährlichen Mehrkosten von 1,9 Milliarden Dollar.

Ebeling: „Die Situation ist sehr ernst.“ Australische Medien sprechen inzwichen gar von einer „Vitamin D-Krise“ und einer „Sonnen-Angst“ mit paranoiden Zügen. Anti-Aging Spezialist Dr. Joe Kosterich: “
“Die Sonne ist kein böses Ungeheuer, das nur darauf wartet, ahnungslose Bürger anzufallen!“ 40 Prozent der Australier hätten ein Defizit an „Sonnenschein-Vitamin“ mit ernsten Folgen nicht nur für die Knochengesundheit sondern für eine Fülle von Gesundheitsrisiken, vor allem Autoimmun- und Krebserkrankungen.

Quelle: The Age, The West Australian, Sidney Morning Herald u.a.

Mit Brokkoli gegen Sonnenbrand 13. Dezember 2007

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Brokkoli gegen SonnenbrandSo gesund und lebenswichtig ausreichend Sonne auf der Haut ist, so gefährlich sind wiederholte Sonnenbrände mit der Schädigung der DNA und der Gefahr von Hautkrebs.

Ein natürlicher Schutz der Haut mit einer Reduzierung des Sonnenbrand-Risikos um bis zu 78 Prozent ist ein Gemüse: Brokkoli, bzw. die darin enthaltene Substanz Sulforaphan. Das haben US-Wissenschaftler an der Johns Hopkins Universität in einer Studie mit Brokkoli-Extrakten auf der Haut von Menschen und Mäusen herausgefunden.

Verantwortlich dafür ist der Wirkstoff Sulforaphan, der auf der Haut aufgetragen die Produktion spezieller Enzyme in den Zellen stimuliert, die diese vor UV-Schäden bewahren und die Entzündung der Haut beim Sonnenbrand bremst.

Quelle: hautstadt

Studie: Paul Talalay et al., Sulforaphane mobilizes cellular defenses that protect skin against damage by UV radiation, PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences), vorab online veröffentlicht

Ein ausführlicher Kommentar:
Tracy Hampton, Broccoli Extract May Help Reduce UV Skin Damage, JAMA. 2007;298(23):2731

Erschreckende Daten: Vitamin D-Mangel führt zu Knochenbrüchen bei älteren Menschen 12. Dezember 2007

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Vitamin D-Mangel und Hüftbruch50 Prozent der alten Menschen in der Schweiz, die einen Hüftbruch erlitten und zuvor zu Hause gelebt hatten wiesen einen deutlichen Vitamin D-Mangel auf. Bei Hüftbruchpatienten aus Alters- oder Pflegeheimen lag dieser Prozentsatz noch höher: nämlich bei 72 beziehungsweise 76 Prozent. Nur vier Prozent der eingewiesenen Patienten verfügten über einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel (75 nmol/l).

Diese Daten von 222 Patientinnen und Patienten präsentierte jetzt ein Team am Universitätsspital Zürich unter Leitung der international renommierten Forscherin Prof. Heike A. Bischoff-Ferrrari.

Unsere Untersuchung ergab, dass die im Blut der Patienten gemessenen Vitamin-Spiegel generell etwa fünfzig Prozent unterhalb der Marke lagen, welche die Patienten eigentlich haben müssten, wenn sie die vorgeschriebene Menge an Vitamin D erhalten würden„, so Bischoff-Ferrari.

Dass Vitamin D für starke Knochen wichtig ist, sind sich viele nicht bewusst. Doch Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat (wie das Kalzium ein wichtiger Bestandteil der Knochen) im Darm und den Einbau von Kalzium in die Knochen. Zudem stärkt Vitamin D die Muskulatur und wirkt damit Stürzen entgegen.

Vitamin D kommt in der Nahrung nur sehr beschränkt vor. Es wird im Körper selbst hergestellt – vorausgesetzt, die Haut wird täglich etwa 20 Minuten der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Allerdings ist die Sonne keine verlässliche Quelle, da bei älteren Personen die hauteigene Vitamin-D-Produktion unter Sonnenbestrahlung vierfach abnimmt (im Umkehrschluss: Der „Sonnen-Bedarf“ bei älteren Menschen ist um ein Vierfaches höher als bei jüngeren). Zudem können im Winter in Europa junge und ältere Menschen nicht ausreichend Vitamin D produzieren, da die Sonnenintensität nicht ausreicht.

Die Forscher schlagen daher eine systematische Nahrungsergänzung mit Vitamin D vor. Kalzium dagegen sei wirkungslos oder gar schädlich:

Wir konnten keinen schützenden Effekt von Kalzium auf das Hüftfrakturrisiko finden. Im Gegenteil, es gibt Hinweise, dass Kalziumtabletten das Risiko für eine Hüftfraktur sogar erhöhen„, so Bischoff-Ferrari.

Auch eine im Dezember erschienene Studie aus Australien (University of Western Australia, Perth) stellt fest, dass eine langfristige Wirkung auf die Knochendichte und -stabilität älterer Menschen nur durch Vitamin D-Ergänzungen, nicht aber allein durch Kalzium zu erreichen ist

Die Vitamin D-Lücke mit künstlicher Besonnung (Solarium) zu überbrücken, wird im Bericht der Wissenschaftler aus der Schweiz und Australien (noch) nicht diskutiert.

Quelle: idw

Studien:
Bischoff-Ferrari H.A., Can U., Staehelin H.B., Platz A., Henschkowski J., Michel B.A., Dawson-Hughes B., Theiler R., Severe Vitamin D Deficiency in Swiss Hip Fracture Patients, Bone, Online-Publikation vorab, 28. November 2007.

Bischoff-Ferrari H.A., et al., Calcium Intake and Risk of Hip Fracture in Men and Women: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies and Randomized Controlled Trials, American Journal of Clinical Nutrition, Online-Publikation vorab, 7. Dezember 2007.

Kun Zhu et al.,  Effects of calcium and vitamin D supplementation on hip bone mineral density and calcium-related analytes in elderly ambulatory Australian women: a 5-year randomized controlled trial, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online vorab publiziert, 18. Dezember 2007

Rösten gegen Falten und Krebs? 11. Dezember 2007

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Kaffee gegen Falten und KrebsJe schwärzer gebrannt der Kaffee desto größer die biopositive Wirkung – und das gleich auf zwei unterschiedliche Weisen mit unterschiedlichen Effekten.

Seit einiger Zeit weiss man um die antioxidative Wirkung des schwarz gebrannten Kaffees. Er ist ein „Radikalfänger“ und wirkt damit der Hautalterung entgegen.

Neu aber ist die Erkenntnis, dass die Farbstoff-Moleküle, die bei der Röstung entstehen, die Melanoidine, die Ausbreitung von Krebszellen hemmen können. Melanoidine bilden sich während der Röstung der Kaffeebohnen durch Umsetzung von Zuckern mit Aminosäuren, Peptiden oder Proteinen. Sie sind verantwortlich für die typische braune Farbe des Kaffeegetränkes.

Im Darm können sich Melanoidin-Verbindungen an bestimmte Metalle wie z.B. Zink binden. Da Krebszellen für ihre Verbreitung Zink benötigen, könnte so der Kaffee, oder genauer sein Röstfarbstoff eine krebshemmende Wirkung entfalten. Zu diesem Schluss kommt zumindest die Dresdener Wissenschaftlerin Letitia de Marco in ihrer Promotion.

Allerdings: Bis zum Einsatz von Röstkaffee als Schönheits- und Heilmittel ist es noch ein weiter Weg. Was im Labor funktioniert, muss nicht unbedingt beim Menschen genau so ablaufen.

Quelle: idw/g-o (TU Dresden)

Macht Sonne schlau? 10. Dezember 2007

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Machen Sonne und Vitamin D klug?Fördert der regelmäßige Aufenthalt an der Sonne (oder im Solarium) und der damit verbundene hohe Vitamin D-Serumspiegel im Blut die geistige Leistungsfähigkeit? Oder umgekehrt: Führt zu wenig Sonne und ein Vitamin D-Defizit zu krankhaften Veränderungen der Gehirn- und Nervenfunktionen?

Dieser spannenden Frage sind jetzt zwei Wissenschaftler des Children’s Hospital Oakland Research Institute in Kalifornien nachgegangen. Ihr Fazit nach einer gründlichen Durchsicht der wichtigsten Studien aus den vergangenen Jahren zu diesem Thema:

Wir kommen zu dem Schluss, dass es reichlich biologische Belege gibt für die wichtige Rolle des Vitamins D für die Entwicklung des Gehirns und seiner Funktionen.

Ob damit aber ein direkter Wirkungszusammenhang z. B. von Vitamin D-Mangel und Defiziten bei den geistigen Fähigkeiten oder im Verhalten von Menschen und Tieren bewiesen ist, das lassen die Autoren vorsichtshalber offen; dazu sei das Thema zu komplex und mehr experimentelle Studien seien notwendig. (Über einige der hier besprochenen Studien hatten wir bereits in diesem Weblog berichtet:  hier, hier, hier,  hier und hier).

Quelle: HighWire

Studie: Joyce C. McCann, Bruce N. Ames, Is there convincing biological or behavioral evidence linking vitamin D deficiency to brain dysfunction?, FASEB Journal, Jan. 2008; vorab online publiziert 4. Dezember, 2007

Schon unsere Urahnen erkrankten durch Mangel an „Sonnenschein-Vitamin“ 10. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Atemwegserkrankungen, Besonnung, Hautfarbe, Sonnenschein-Vitamin, Vitamin D-Mangel.
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Homo erectus Tuberkulose durch Vitamin d-MangelSchon vor 500.000 Jahren scheinen die ersten Einwanderer aus Afrika nach Europa, der sog. Homo erectus, unter Infektionskrankheiten wie etwa der Tuberkulose gelitten zu haben.

Der Grund, so vermuten Wissenschaftler einer multinationalen Forschergruppe um den Anthropologen John Kappelmann von der Universität Texas:
Die Urmenschen jener Zeit waren noch auf ihrem Wanderzug von Afrika in den Norden. Aus dem sonnigen Süden kommend war der Homo erectus noch dunkelhäutig und konnte dadurch nur wenig Vitamin D produzieren, da das dunkle Hautpigment Melanin die ultravioletten Strahlen der Sonne blockiert. Die UV-Strahlung ist zu etwa 90 Prozent verantwortlich
für die Produktion von Vitamin D in der menschlichen Haut, das dem Immunsystem bei der Abwehr von Infektionen hilft. Auf den Weg in den Norden, wo die Intensität der UV-Strahlen geringer ist, fiel dieser Mangel besonders stark ins Gewicht.

Die Forscher hatten Spuren einer Tuberkulose-Erkrankung bei einem Schädel eines Urmenschen, eines jungen Mannes, der Art Homo erectus aus einer Fundstätte in der westlichen Türkei entdeckt.

Auch eine soeben vorab erschienene Studie mit Enwanderern nach Australien unterstreicht die vorbeugende Wirkung von Vitamin D bei Tuberkulose.

Auf Studien über den Zusammenhang von Tuberkulose (hier und hier) und Atemwegserkrankungen (hier und hier), mit Vitamin D- und Besonnungs-Defiziten hatten wir in diesem Weblog bereits hingewiesen.

Quelle: wissenschaft.de

Studien:
John Kappelman et al., First Homo erectus from Turkey and implications for migrations into temperate Eurasia, American Journal of Physical Anthropology, online vorab publiziert, 7. Dezember 2007

K.B. Gibney et al, Vitamin D Deficiency Is Associated with Tuberculosis and Latent Tuberculosis Infection in Immigrants from Sub-Saharan Africa, Clinical Infectious Diseases, Januar 2008, online vorab publiziert