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Riskant: Fisch statt Sonne? 7. Juni 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Vitamin D.
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Fetter Fisch ist eines der wenigen Nahrungsmittel, mit dem man dem Körper notweniges Vitamin D von außen zuführen kann. Gegner von Sonne und Solarium weisen daher gern auf diese Vitamin D-Quelle hin als Ersatz für die UV-Strahlen, die normalerweise für 90 Prozent des Vitamin D-Aufkommens im Körper verantwortlich sind.

Wie neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, haben Vitamin D und Omega-3 Fettsäuren eine große Bedeutung auch für die Entwicklung und Funktion des Gehirns – besonders bei noch ungeborenen und neugeborenen Babies.

Ein Studie an der Harvard Medical School in Boston untersuchte jetzt den Zusammenhang zwischen Fischkonsum von werdenden Müttern und der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten bei ihren Babies. Das überraschend deutliche Ergebnis: Dreijährige Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft sehr viel Fisch gegessen hatten, erzielten bei verschiedenen Intelligenztests höhere Werte als Kleinkinder, deren Mütter Fisch gemieden hatten.

Was zu dem Slogan verleiten könnte: Fisch macht klug!

Leider hat dieses helle Bild eine dunkle Rückseite: Durch die Verschmutzung der Meere ist der Quecksilbergehalt gerade in fetten Fischen (nur die liefern das wichtige Vitamin D) oft so hoch, dass erhebliche gesundheitliche Schäden die Folge sind, wenn dieser Fisch in reichem Maße genossen wird. So konnte denn auch in der Harvard-Studie nachgewiesen werden, dass bei vielen Babies von Müttern, die besonders stark belasteten Fisch gegessen hatten, sich die Vorteile des Fisch-Konsums in einen Nachteil verkehrten: Die Babies wiesen Schäden wie verzögert kognitive Entwicklung und Wachstumsprobleme auf.

Bei der Empfehlung an werdende Mütter, reichlich Fisch zu essen, muss sowohl auf die positiven Wirkungen des Fisch-Konsums als aber auch auf die möglichen Schäden durch Quecksilber geachtet werden„, so die Leiter in der Studiengruppe, Dr. Emily Oken von der Harvard Medical School.

Zumindest die Versorgung mit Vitamin D bei werdenden Müttern lässt sich, wie andere Studien in letzter Zeit nachweisen (wir berichteten hier, hier, hier und hier), durch eine ebenso mäßige wie regelmäßige UV-Bestrahlung durch die Sonne im Freien oder im Solarium „giftfrei“ sichern. Die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt aber ist auch hier angeraten.

Quelle: Reuters Health/MedlinePlus

Studie: Emily Oken et al., Maternal fish intake during pregnancy, blood mercury levels, and child cognition at age 3 years in a US cohort, American Journal of Epidemiology, 2008 May 15;167(10):1171-81

Ergänzt und aktualisiert:

Emily Oken et al.,“Associations of maternal fish intake during pregnancy and breastfeeding duration with attainment of developmental milestones in early childhood: a study from the Danish National Birth Cohort”, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 88, No. 3, 789-796, September 2008

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