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Kinder schützen – aber wovor? 20. Juni 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Vitamin D, Vitamin D-Mangel.
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Mit den Kindern fing im 19. Jahrundert die „Karriere“ des „Sonnenschein-Vitamins“ D an. Rachitis bei Unterschichtkindern, die in Mietskasernen und lichtlosen Innenhöfen vegetierten, konnte mit dem Vitamin D bekämpft und – zusammen mit den immer besseren sozialen Verhältnissen – besiegt werden.

Jetzt taucht, mit den veränderten Lebens- und Konsumgewohnheiten, das Problem des Vitamin D-Mangels bei Kindern und Jugendlichen wieder auf.

Und es geht nicht mehr „nur“ um Knochengesundheit. Die Wissenschaft hat in den vergangenen zehn Jahren eine Fülle von Gesundheitsgefahren durch Vitamin D-Mangel entdeckt, von Krebs über Diabetes und Herz-Kreislauf- bis zu psychiatrischen Erkrankungen.

Dass die „Epidemie Vitamin D-Mangel“ (und da UV-Strahlen für 90 Prozent der Vitamin D-Produktion sorgen auch: Sonnen-Mangel) auch und vor allem Kinder und Jugendliche trifft, belegt einmal mehr eine soeben erschienene Studie vom Children’s Hospital Boston, USA:

40 Prozent der untersuchten und ansonsten gesunden Kinder und Kleinkinder hatte einen Vitamin D-Spiegel im Blut deutlich unter dem wünschenwerten Optimum von 30 ng/mL (Nanogramm pro Milliliter), und noch 12 Prozent wiesen ein ausgeprägtes Vitamin D-Defizit unterhalb 20 ng/mL auf.

(Über Studien mit ähnlichen Ergebnissen haben wir hier, hier, hier, hier und hier berichtet)

Studie: C.M. Gordon et al., Defining Vitamin D Deficiency in Infants and Toddlers, Arch Pediatr Adolesc Med. 2008;162(6):583-584. Juni 2008 (Kopie der Studie als PDF kostenlos)

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„Solariengesetz“ in der Anhörung – Verbände zum IV. Buch des Umweltgesetzbuchs 20. Juni 2008

Posted by lbmedien in Jugendliche, Solarium, Sonnen-News, Sonnenstudio.
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Umweltgesetzbuch - IV.Buch mit \Im November 2007 hatte die Bundesregierung den 1. Entwurf für ein Umweltgesetzbuch veröffentlicht – gleich auch im Internet – und nach intensiven Diskussionen im März in abgeänderter Fassung vorgestellt.

Zunächst sorgte weniger der Gesetzentwurf selbst als die einseitige Begründung für Konflikte. Das Gesetz selbst enthält nur wenige praktisch relevante Bestimmungen, im wesentlichen lediglich die Altersgrenze von 18 Jahren für die Solarien-Nutzung, und dient vor allem der Ermächtigung der zuständigen politischen Instanzen in Bund und Ländern, Verordnungen mit konkreten Bestimmungen und Regularien zu erlassen.

Am 19. Juni 2008 fand nun im Bundesumweltministerium in Berlin eine Anhörung zum IV. Buch des Umweltgesetzbuchs und damit auch zum „Solariengesetz“ statt. Da zu diesem Zeitpunkt die Verordnungsentwürfe noch nicht vorlagen, blieb die Anhörung eher im „Prinzipiellen“ stecken.

Vor allem die Spitzenverbände der Wirtschaft bestritten, dass das „Solareingesetz“ überhaupt etwas unter dem „Dach“ des Umweltgesetzbuchs zu suchen habe. Auch der scharfe Gegenwind der vorangegangenen Tage mit den Anhörungen zu den übrigen „Büchern“ des Umweltgesetzbuchs lassen ahnen, dass ein „Solariengesetz“ im weiten Mantel einer integrierten Umweltgesetzgebung wenig Chancen hat, den vorgezeichneten Terminplan (s. Bericht vom Photomed-Kongress in Rust) einzuhalten.

Der Photomed-Verband hatte im Vorfeld seine Positionen zu verschiedenen Problemfeldern in Thesen zusammengefasst und mit Beschreibungen wissenschaftlicher Belege ausführlich untermauerte.

Geprüftes SonnenstudioDie Initiative Geprüftes Sonnenstudio, eine Arbeitsgruppe zertifizierter Qualitätsstudios, hatte sich im Vorfeld mit einem Beitrag zur Diskussion an die Öffentlichkeit gewandt:

Ihr Fazit: Staatliche Regulierung ist gut, freiwillige Regulierung (durch Qualitätssiegel und Konsumentenentscheidung) ist besser.

Ihr Argument: Nirgendwo kann eine positive Balance zwischen der „guten“, lebensnotwendigen, gesundheitsspendenden Sonne und der „bösen“, zerstörenden, gesundheitsschädlichen Sonne garantiert werden, außer in einem verantwortungsbewusst betriebenen Studio mit qualifizierter Führung und geschulten Mitarbeitern.

Da dem „Sonnen-Mißbrauch“ am Strand und auf dem Balkon gesetzgeberisch nicht beizukommen sei, konzentriere sich die Aufmerksamkeit auf das vergleichsweise winzige Problem der missbräuchlichen Anwendung von UV-Strahlen durch Sonnenbänke.

Wenn Ende 2008 etwa 15 Prozent aller Sonnenstudios das Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ erworben habe – so die Prognose der zertifizierenden Institutionen – und die Geschwindigkeit der Zertifizierungen anhalte, könne schon bald von einer „flächendeckenden“ Verbreitung zertifizierter Studios gesprochen werden.

Dann aber könne sich der Verbraucher selbst entscheiden, ob er mit garantierter Sicherheit die künstliche Sonne entspannt genießen, Gesundheit tanken, die Haut schonend an die Sommersonne gewöhnen und – sozusagen ganz nebenbei – sich schrittweise die gewünschte Bikini-Bräune zulegen – oder sich ohne Netz und doppeltes Siegel auf eine beliebige Sonnenbank legen wolle.

Quelle: Pressemitteilung der Initiative Geprüftes Sonnenstudio

Sonne schützt Kinder vor Diabetes 1 20. Juni 2008

Posted by lbmedien in Besonnung, Forschung, Vitamin D.
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Sonne, Kinder, DiabetesKinder, die sich häufiger in der Sonne aufhalten und daher einen höheren Vitamin D-Spiegel im Blut haben, erkranken seltener an Diabetes 1.

Ein Forscherteam um Prof. Cedric Garland von der University of California, San Diego hatte die Daten aus den Jahren 1990-94 von Kindern unter 14 Jahren aus mehr als 50 Regionen der Erde untersucht. Ergebnis: Kinder, die in Ländern des Südens, in der Nähe des Äquators lebten, litten wesentlich seltener an Diabetes als die „Kinder des Nordens“.

Diabetes ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten bei Kindern und oft die Ursache für Erblinden und Nierenversagen.

Unsere Forschung legt nahe, dass Diabetes 1 in der Kindheit vermieden werden könnte mit einer ausreichenden Dosis von Vitamin D pro Tag – am sinnvollsten durch fünf bis 10 Minuten täglich an der Sommer-Sonne in der Mittagszeit, wenn das Wetter dazu geeignet ist„, so Prof. Garland.

Die Behandlung von Diabetes mit allen Folgen kostet das deutsche Gesundheitssystem derzeit etwa 60 Milliarden Euro. Experten rechnen mit einem steilen Anstieg der Kosten. Prävention durch ausreichend “Sonnenschein-Vitamin” ist kostenlos.

Quelle: Science Today

Studie: S.B. Mohr, C.F. Garland , E.D. Gorham , F.C. Garland, The association between ultraviolet B irradiance, vitamin D status and incidence rates of type 1 diabetes in 51 regions worldwide. Diabetologia. 12. Juni 2008 .