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Sonne hilft den Hautkrebs überleben 2 27. Juli 2008

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Die  Chance (im Durchschnitt knapp 90 Prozent), eine Melanom-Erkrankung zu überleben, ist deutlich höher bei Patienten, die in ihrem Leben häufig und regelmäßig an der Sonne waren als bei Patienten mit geringerer Sonnen-Exposition.  Die Erklärung wird in dem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut gesehen bei Menschen mit längerem und intensiverem Aufenthalt an der Sonne (oder im Solarium). Vitamin D steuert die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Krebszellen.

Diese bereits früher (Berwick et al., 2005) in Studien für die USA nachgewiesene Verbindung wird jetzt von einer italienischen Langzeit-Studie bestätigt:
Die Forscher an Krebsforschungszentren in Turin und Florenz verfolgten über viele Jahre die Entwicklung von 260 Melanom-Patienten und untersuchten deren Verhalten an der Sonne, vor allem auch die Zahl der Tage am Strand, in den Jahren vor der Krebsdiagnose.

Ergebnis: Je mehr Zeit ein Patient in seinem „früheren Leben“ sich an der Sonne und am Strand aufgehalten hatte, desto größer seine Chance ein Melanom zu überleben.

Quelle: PubMed

Studie: Stefano Rosso et al.,  Sun exposure prior to diagnosis is associated with improved survival in melanoma patients: Results from a long-term
follow-up study of Italian patients
, European Journal of Cancer, 44 (2008), S. 1275-1281

Die US-Studie von Berwick et al. kostenlos als PDF

Ähnlich drei weitere kürzlich erchienene bzw. online vorab publizierte Studien:
A.C. Porojnicu , A. Dahlback, J. Moan, Sun exposure and cancer survival in Norway: changes in the risk of death with season of diagnosis and latitude. Adv Exp Med Biol 2008;624:43–54.

Simone Mocellin et al., Vitamin D receptor polymorphisms and the risk of cutaneous melanomaA systematic review and meta-analysis, Cancer, 1. November 2008, Volume 113 Issue 9, Pages 2398 – 2407

B.  Nürnberg et al., Progression of malignant melanoma is associated with reduced 25-hydroxyvitamin D serum levels, Experimental Dermatology, 3 Jun 2008, Volume 17 Issue 7, Pages 627 – 627

Ähnliches Ergebnis einer soeben erschienen Studie vom renommierte Dana-Farber Cancer Institute, Boston, zu Überlebensraten bei Darmkrebs: Patienten in der Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Werten (25(OH)D) im Blut hatten eine doppelt so große Chance, geheilt zu werden, wie die Patienten in der Gruppe mit den niedrigsten Vitamin D-Werten.

Studie: K. Ng , J.A. Meyerhardt , K. Wu, D. Feskanich , B.W. Hollis , E.L. Giovannucci , C.S. Fuchs, Circulating 25-hydroxyvitamin d levels and survival in patients with colorectal cancerJournal of Clinical Oncology,  2008, 26(18):2937-9

Solarium als Sündenbock – Wenn Statistiker spekulieren 27. Juli 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Jugendliche, Melanom, Sonnen-News.
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In den USA ist die Zahl der Fälle von schwarzem Hautkrebs bei jüngeren Frauen (15 bis 39 Jahre) in den vergangenen Jahren seit 1980 um 50 Prozent gestiegen. Das ergab eine Sonderauswertung der US-Krebsstatistiken (SEER) durch eine Gruppe von Medizinstatistikern des National Cancer Institutes in Maryland, USA

Bei den gleichaltrigen Männern dagegen blieb der Anteil über all die Jahre unverändert.

Die Gründe für dieses Phänomen wurden nicht untersucht. Das hinderte den Studienleiter, Dr. Mark Purdue, allerdings nicht, sich in Gesprächen mit den Medien in kuriosesten Spekulationen zu ergehen:

Wahrscheinlich, so Purdue,  sei das veränderte Freizeitverhalten und inbesondere die sprunghaft gestiegene Nutzung von Solarien für diesen erschreckenden Anstieg verantwortlich. Bei den Männern wisse man halt nicht, warum es hier keine Steigerung gegeben habe.  Die legten sich ja vermutlich auch kaum auf Sonnenbänke.

Der Wissenschaftler übersah dabei geflissentlich, dass

  • der steilste Anstieg der Melanom-Fälle in der ebenfalls erfassten Zeit zwischen 1973 und 1980 passierte – damals gab es noch keine Sonnenbänke! (s. nebenstehende Graphik)
  • das Freizeitverhalten von US-Mädchen und jungen Frauen sich nicht anders entwickelt hat als das der jungen Männer, den Unterschied in der Zahl der Melanom-Erkrankungen also keinesfalls begründen kann,
  • Umfang und Intensität der Beschäftigung Jugendlicher im Freien an der Sonne in den letzten Jahren eher deutlich abgenommen hat, wie zahlreiche Studien zum Freizeitverhalten Jugendlicher zeigen. Inzwischen sind die Jugendlichen die Altersgruppe mit den höchsten Vitamin D-Defiziten aufgrund von Sonnenmangel,
  • der Anteil der jungen Frauen in den USA, die ein Solarium nutzen, zwar in den Jahren zwischen 1980 und 1994 von 1 auf 24 Prozent (gelegentliche oder regelmäßige Nutzung) gestiegen , seither aber unverändert geblieben ist,
  • die jungen Männer inzwischen fast ein Drittel der Solariennutzer stellen, was sich dann entsprechend in den Melanom-Fällen widerspiegeln müsste,
  • in anderen Ländern, z.B. Dänemark, kein Unterschied in der Entwicklung/Anstieg der Melanom-Fälle zwischen Frauen und Männern auftritt, was genau zu der umgekehrten Argumentation führt, dass die Solariennutzung hier keine Rolle spielen könne.
Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Ähnliche reflexartige Verdächtigungen ohne jede Basis in der Wirklichkeit werden auch in Deutschland häufig an die hier ebenfalls bedenklichen Melanom-Statistiken geknüpft.

Tatsächlich geben die Daten mindestens ebenso viel Anlass, die Gründe eben nicht oder nur sehr eingeschränkt im Genuß von Sonne und UV-Strahlen zu suchen, wie ausgerechnet und ausschließlich Sonne und Solarien für die in der Tat erschreckende Entwicklung verantwortlich zu machen.

Der schwarze Hautkrebs und die Erforschung der Gründe für seinen Vormarsch in fast allen Ländern der Erde (auch und gerade bei solchen, in denen Solarien so gut wie unbekannt sind) ist zu wichtig, um sie den Vorurteilen spekulierender Statistiker und Anti-Solarien-Kreuzzügler zu überlassen.

Quelle: Washington Post

Studien:
Mark P Purdue et al., Recent Trends in Incidence of Cutaneous Melanoma among US Caucasian Young Adults, Journal of Investigative Dermatology, vorab online July 2008

June K. Robinson et al., Indoor Tanning Knowledge, Attitudes, and Behavior Among Young Adults From 1988-2007,  Archives of  Dermatology, 2008;144(4):484-488

Angst vor der Sonne schadet der Knochengesundheit – Osteoporose-Gesellschaft warnt 27. Juli 2008

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Zuviel Sonnenschutz birgt Osteoporose-Gefahr

Zuviel Sonnenschutz birgt Osteoporose-Gefahr

Die Kampagnen gegen das Sonnen sind zu weit gegangen. Die verbreitete Angst vor der Sonne schadet zunehmend der Gesundheit. So die Meinung der britischen Osteoporose-Gesellschaft (National Osteoporosis Society, NOS).

Nach einer repräsentative Umfrage der NOS glauben inzwischen weite Teile der Bevölkerung, es gäbe kein sicheres Sonnen im Freien oder im Solarium. Viele Menschen sind dazu übergegangen, die Sonne gänzlich zu meiden. Drei Viertel der Befragten hielten es für notwendig, immer und bei jedem noch so kurzen Aufenthalt an der Sonne Sonnenschutzmittel anzuwenden.

Diese Haltung, so warnt die Osteoporose-Gesellschaft, könne zu Knochenschwäche und Osteoporose führen.

Regelmäßige Besonnung deutlich unterhalb der Sonnenbrand-Schwelle (MED) sei für die Knochengesundheit unerläßlich. Die Menschen sollten Ihre Mittagspausen nutzen, um die täglich notwendigen 15-20 Minuten UV-Strahlen für die ausreichende Produktion von Vitamin D zu erreichen.

Vitamin D ist notwendig für die Einlagerung von Kalzium in den Knochenbau und damit für Dichte und Festigkeit der Knochen. 90 Prozent des notwendigen Vitamin D wird über die Bestrahlung durch UVB, ein Bestandteil der Sonnenstrahlen, im Körper selbst produziert.

Professor Dr. Roger Francis, Sprecher des medizinischen Beirats der NOS, warnt allerdings vor dem Mißverständnis, dass viel Sonne auch in jedem Fall viel hilft: „Wir raten nicht zu beliebig langen Sitzungen unter der Sonne. Zu viel Sonne kann gesundheitlichen Schaden anrichten.  Wochenlang am Strand liegen und in der Sonne braten führt keineswegs zu mehr Vitamin D.“

Auch die britische Krebsforschungsgesellschaft (Cancer Research UK) unterstützt diese Position. Ihre Sprecherin, Caroline Cerny: „Wir alle brauchen genügend Sonnenlicht, aber wir sollten bedenken,  dass die ausreichende Dosis Sonnenstrahlen für die Vitamin D-Produktion weit unter der Menge liegt, die einen Sonnenbrand verursachen kann – und diese Menge ist sehr verschieden je nach Hauttyp, Tages- und Jahreszeit und die Weltgegend, in der wir uns gerade befinden.“

Quelle: BBC HealthNews

US-Ärzteverband mit neuen Empfehlungen zum „Sonnenschein-Vitamin“ 24. Juli 2008

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Die positiven Wirkungen von Vitamin D sind zahlreich …. es ist an der Zeit die Empfehlungen für die täglich Dosis zu überdenken und dafür zu sorgen, dass all Amerikaner über die angemessene Versorgung informiert sind, um die gesundheitlichen Vorteile im vollen Umfang genießen zu können (Übersetzung, d. Red.)“.
Mit diesen Worten fasste vor einigen Tagen ein Sprecher der American Medical Association (AMA), der größen US-Ärzteorganisation, die neuen Positionen und Empfehlungen zusammen, die auf der Jahrestagung 2008 der Organisation beschlossen worden waren.

Damit folgt die AMA anderen Ärzteverbänden und Gesundheitsorganisationen vor allem in Kanada und Australien, die in den letzten Monaten ihre Empfehlungen zu Vitamin D revidiert hatten. Diese Neuausrichtung beinhaltet immer auch eine vorsichtige Abkehr von der einseitigen Beruteilung der Gesundheitsrisiken einerseits und der positiven Gesundheitswirkungen der (natürlichen und künstlichen) Sonne andererseits.

Die AMA folgte damit teilweise einem Appell einer größeren Gruppe von UV- und Vitamin D-Forschern, die eine solche Neuorientierung in einem „Manifest“ gefordert hatten.

Quelle: AMA Pressemitteilung

Manifest der Vitamin D-Forscher

Sonne macht schlank ;-) 24. Juli 2008

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Schlank durch "Sonnenschein-Vitamin"

Schlank durch "Sonnenschein-Vitamin"

Für alle Frauen, die heroisch mit ihrer Sommer-Traum-Figur-Diät gerungen und verloren haben,  gibt es jetzt eine tröstende Erklärung: Nicht unkontrolliertes Naschen sondern zu wenig Sonne ist der Grund für die hartnäckigen Fettpölsterchen. Mit dem neuen Sommer-Hoch oder dem regelmäßigen Sonnenbad auf der Sonnenbank steigt also die Chance, die letzten überschüssigen Pfunde loszuwerden.

So in etwa könnte man das Ergebnis einer Studie aus Großbritannien deuten, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem „Sonnenschein-Vitamin“ D herstellt. Frauen mit deutlichem Übergewicht in und nach den Wechseljahren  litten danach sehr viel häufiger als Normalgewichtige an einem eklatanten Vitamin D-Mangel mit stark erhöhtem Osteoporose-Risiko.

Die Forscher untersuchten mehr als 3.000 Frauen in Großbritannien nach ihrem Vitamin D-Spiegel im Blut, ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, ihrem Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium („selten“, „gelegentlich“, „oft“) und Aufenthalten in südlichen Ländern und Regionen.  Die Gruppe der Frauen mit dem häufigsten und intensivsten Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium hatten den höchsten Vitamin D-Spiegel im Blut und die gesundeste Knochenstruktur (geringstes Osteoporose-Risiko).

Die Probandinnen mit dem höchsten Übergewicht (BMI) wiesen den niedrigsten Vitamin D-Spiegel auf – auch dann noch, wenn viele andere Faktoren wie Rauchen, körperliche Bewegung, sozio-ökonomischer Status etc. berücksichtigt wurden.

Dr. Helen Macdonald, Leiterin der Forschungsgruppe an der University of Aberdeen und dem Royal Liverpool University Hospital, warnt allerdings vor voreiligen Ratschläge. Ob das Überwicht tatsächlich durch den Vitamin D-Mangel bedingt ist oder ob umgekehrt die Fettpolster den Vitamin D-Mangel verursachen (das Vitamin D lagert sich im Fettgewebe ab, wird dort also sozusagen für schlechte Zeiten gespeichert), ist ungewiss.

Quelle: Daily Telegraph, NHS Knowledge Service

Studie: H.M. Macdonald,  A. Mavroeidia , R.J. Barr , et al. Vitamin D status in postmenopausal women living at higher latitudes in the UK in relation to bone health, overweight, sunlight exposure and dietary vitamin D. Bone 2008; 42:996–1003

Bräune per Implantat – Die „Barbie-Droge“ wird erwachsen – Der Mißbrauch wächst mit 7. Juli 2008

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Bräune aus dem Implantat - melanotan redivivus

Bräune aus dem Implantat - melanotan redivivus

Vor einigen Jahren war sie der Hit der Saison: die „Barbie-Droge“ die gleichzeitig sexy, potent, schlank und braun machte. Ein winziges Implantat unter die Haut gespritzt garantierte monatelange „echte“ Bräune. Damals hieß sie noch „Melanotan“ und wurde in zwei Richtungen als „Melanotan I“ und „Melanotan II“ von unterschiedlichen Pharmafirmen in USA (Palatin) und Australien (Epitan jetzt: Clinuvel) entwickelt. (Ausführlich dazu hier, hier und hier).

Jetzt taucht die Droge wieder als News in den Medien auf. Es scheint, dass Clinuvel sein umpositioniertes Präparat CUV1647 (gestartet als Bräunungsmittel für Menschen mit Hautproblemen, jetzt als Prävention gegen seltene Sonnenallergien) sicher durch die letzte Testphase (Phase III) steuert und die Markteinführung bevorsteht. Gleichzeitig hat Palatin auf  Druck der Aufsichtsbehörden die Entwicklung von Melanotan II als Sex-Droge unter der Bezeichnung PT-141 aufgegeben.

Dass aber die Faszination der ehemaligen „Barbie-Droge“ ungebrochen ist, zeigen

  1. die jüngsten Presseberichte aus der Forschung einerseits (hier zur klinischen Erprobung und ihren Resultaten) und zu den kosmetischen Möglichkeiten und Anwendungen andererseits (Bericht in der Frauenzeitschrift Vogue), vor allem aber
  2. der lebhafte „Underground“ – der schwunghafte Handel mit illegalen Präparaten und Derivaten aus der Melanotan-Forschung auf der Sex- und Party-Bräune-Schiene. Die Droge PT-141 wird derzeit massenhaft über das Internet für rund 30 Euro vertreiben – überwiegend aus China.

Zu den Phase III Studien mit licht-intoleranten Patienten (EPP, CEP) erläutert die Chefärztin Elisabeth Minder am Triemli-Spital Zürich:
Mit CUV 1647 konnten die Patienten zum ersten Mal in ihrem Leben auf Berge steigen, Skifahren oder ins Strandbad. Die Testpersonen konnten sich durchschnittlich 11 Mal länger am Licht aufhalten.“

Sonnenschutz durch „natürliche“ Melaninbildung und Hautbräune aus der Spritze.

Populärer dagegen die Melanotan II-Richtung mit knackiger Bräune auch für Menschen mit lichtempfindlicher Haut oder Hauttyp 1. Vogue berichtet von Angeboten durch Dermatologen für rund 800 Euro. „Nach einer 14-tägigen Peptidhormon-Behandlung plus UV-Licht-Kabine entwickelt sich eine gleichmäßige Bräune, die ein halbes Jahr hält.

Vor allem die unkontrollierte Anwendung illegal erworbener Präparate ist wegen der nicht unbeträchtlichen Nebenwirkungen vor allem von PT-141 höchst gefährlich (z.B. die Steigerung des Bluthochdrucks und die Unterdrückung der Vitamin D-Bildung über die Haut).  Für alle, die nicht aus medizinischen Gründen Sonne und Solarium meiden müssen, bleibt die Sonnenbank im Qualitäts-Studio („Geprüftes Sonnenstudio“) die mit Abstand sicherste und gesundeste Alternative: Bräune plus Vitamin D zum kleinen Preis.

Quellen: Schweizer Fernsehen (SF), Vogue

Videos:
www.sf.tv/videoplayer

www.tv3.co.nz/VideoBrowseAll/HealthVideo

Sonne, Kinder, Sonnenschutz – Betrübliche Bilanz 4. Juli 2008

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Sonnenschutz für Kinder

Sonnenschutz für Kinder

Nur zwei von 21 Sonnenschutzmitteln für Kinder konnten in einer  Untersuchung des Test-Magazins ÖKO-TEST (Juli-Ausgabe) Bestnoten verbuchen.

Dagegen wurde sechs Marken das schlechteste Testurteil „ungenügend“ attestiert. Der Rest der Sonnenschutzmittel bewegte sich in einem breiten Mittelfeld.

Häufigster Kritikpunkt: Die enthaltenen UV-Filter. Diese Substanzen sollen vor einem Sonnenbrand schützen, aber viele Filterstoffe machen selbst Probleme. So stecken in 16 Mitteln UV-Filter, die in den Verdacht geraten sind, wie Hormone zu wirken (s. auch den Bericht über verbreitet Gifte in Sonnenschutzmitteln).

Ein relativ neues Problem ist die unzureichende Deklaration einiger Produkte. Hier hat die EU kürzlich neue Empfehlungen auf den Weg gebracht, die insbesondere dafür sorgen sollen, dass der Verbraucher etwa die  ausgelobten Lichtschutzfilter besser einordnen kann. Trotzdem schreiben die Produzenten häufig immer noch ihre alten Werbebotschaften auf die
Verpackungen.

Allerdings wiederholt Öko-Test ungeprüft die von Medien und Sonnen-Kritikern gern eingesetzte aber falsche Behauptung, dass Kinder bis zum 18 Lebensjahr bereits 80 Prozent ihrer „Lebens-UV-Dosis“ abbekommen haben. Dass Kinder und Jugendliche heute aufgrund der radikal veränderten Lebensstile nicht mehr sondern weniger Sonne abbekommen als Erwachsene, wird zwar in allen wissenschafltichen Untersuchungen der letzten Jahre nachgewiesen, hat sich in den Medien aber noch nicht herumgesprochen.

Über Probleme mit Sonnenschutzmitteln und dem richtigen Sonnenschutz für Kinder hatten wir bereits hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Öko-Test

Hautkrebs-Erkrankungen nehmen nur noch bei Frauen zu – Überlebenschance steigt auf fast 90 Prozent 3. Juli 2008

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Trends in der Überlebensrate des schwarzen Hautkrebs - Melanom(Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die abgebildeten Charts)

Horrormeldungen über exponentiell steigende Hautkrebs-Zahlen haben in Deutschland immer Konjunktur. Die Einführung des flächendeckenden, von den Kassen bezahlten Hautkrebs-Screenings war in den letzten Tagen wieder einmal eine Gelegenheit mit der Angst vor dem Hautkrebs die Angst vor der Sonne zu schüren.

Die Tatsachen sehen anders aus! Von dramatischen Anstiegen kann nicht die Rede sein – im Gegenteil.

Eine eben erschienen Studie der Europäischen Krebsorganisation ECCO (European Cancer Organisation) zeigt, dass in Deutschland – ähnlich wie in anderen europäischen Ländern –  inzwischen zumindest bei den Männern die Rate der Erkrankungen am „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom) stagniert und die Sterberate zu sinken beginnt (nachdem sie bereits Jahrzehnte lang etwa gleich geblieben war). Der Studie lagen Statistiken von 1994 bis 2005 zugrunde.  Ohnehin gehört das Melanom nicht zu den 10 häufigsten Krebsarten.

Krebsarten im Verglcih weltweit - Inzidenz, MortalitätDass dabei die sonnenreichen Länder Südeuropas eine deutlich niedriger Rate aufweisen als die Nordländer, bestätigt weltweite Untersuchungen  und die Vermutung, dass Menschen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, weniger anfällig sind für Hautkrebs und eine höhere Überlebenschance haben im Falle der Erkrankung.

Nicht verwunderlich auch, dass in Ländern mit flächendeckender Einführung eines Hautkrebs-Screenings die Zahl der erkannten Erkrankungen steil ansteigt, während die Todesfälle ebenso steil absinken. Die intensiven Untersuchungen breiter Bevölkerungsteile führen zu sehr viel häufigerer Entdeckung auch geringfügiger Melanome (und auch zu mehr Fehldiagnosen) und treiben so die Statistiken nach oben. Die  Behandlung des fast immer heilbaren Melanoms im Frühstadium verhindert Todesfälle.

Auch in Deutschland ist mit der Einführung des flächendeckenden Hautkrebs-Screenings zum 01. Juli 2008 zunächst ein sprunghafter, Anstieg der Melanom-Erkrankungen in den kommenden Jahren zu erwarten, während die Sterberaten weiter zurückgehen und die Überlebenschancen die derzeitigen 90 Prozent überschreiten werden. Auf diesen „statistischen“ Zusammenhang, der nichts mit der tatsächlichen Entwicklung der Hautkrebserkrankungen zu tun hat, weisen die Autoren der Studie ausdrücklich hin.

Quelle: ScienceDirect

Studie:
H.E. Karim-Kos et al., Recent trends of cancer in Europe: A combined approach of incidence, survival and mortality for 17 cancer sites since the 1990s, European Journal of Cancer, Volume 44, Issue 10, Juli 2008, 1345-1389

Die frühere Studie, aus der das zweite Chart oben stammt,  mit ähnlichen Trendergebnissen:
A. Verdecchia et al.,  Recent cancer survival in Europe: a 2000-02 period analysis of EUROCARE-4 data. Lancet Oncol. 2007 Sep;8(9):784-96