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Licht und Sonnenbank gegen den Winter-Blues 23. September 2008

Posted by lbmedien in Besonnung, Sonnen-News, Sonnenbank, sonnenlicht.
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Der Herbst ist da und in die allgemeine Stimmungslage mischen sich erst Molltöne. Unvermeidlich wie der Herbst kommen die tröstenden Beiträge in Journalen und Gazetten. „Mehr Licht!“ lautet dann – mit Goethe – die Botschaft der Experten. Lichtduschen gegen den Winter-Blues, der sich bei machen Menschen durchaus zu ernstzunehmender Krankheit, der Winterdepression (SAD), auswachsen kann.

Licht macht fröhlich!“  – aber nicht im Solarium, so die Botschaft! Nur das sichtbare Licht, nicht aber die UV-Strahlen auf der Sonnenbank hätten diese Wirkung. Nur das sichtbare, über die Augen aufgenommene Licht mobilisiere das „Glückshormon“ Serotonin. (Jüngstes Beispiel: BILD)

Und wie jedes Jahr wieder ist das eine Falschinformation: Auch die UV-Strahlen der Sonne und im Solarium haben eine stimmungsaufhellende Wirkung und werden sogar medizinisch zur Bekämpfung von Depression und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Die Wirkung entsteht vor allem – aber nicht nur – durch das von den UV-Strahlen in der Haut produzierte Vitamin D.

Wie der Zufall so spielt: Zeitgleich mit Eröffnung der „Winter-Blues-Falschmeldungs-Saison“ durch BILD erschienen dieser Tage zwei weitere in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Vitamin D und Depression.

In einer umfassenden Review-Studie zur Wirkung von Vitamin D auf verschiedene Arten depressiver Verstimmungen bei Frauen kommen die Forscher zu dem eindeutigen Schluss: Vitamin D und damit die UVB-Strahlen der Sonne senken das Risiko von Frauen jeden Alters deutlich, an Depressionen zu erkranken.

Eine norwegische Studie der Universität Tromsö fand heraus, dass bei übergewichtigen Personen Depressionen bei einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut milder verlaufen als bei dicken Menschen mit Vitamin D-Mangel.

Diese Studien werfen auch ein “aufhellendes” Licht auf die eher kuriose Diskussion um die “Sonnensucht” (Tanerexie, frühere Studie dazu). Die stimmungsaufhellende Wirkung der Sonne und der Sonnenbank über die Vitamin D-Bildung macht “süchtig” – ähnlich wie die der Schokoloade – weil die Menschen in der Tat eine heitere Gemütsverfassung einer Depression vorziehen. Eine Überraschung ist das nicht!
(Über ähnliche Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben wir hier, hier, hier, hier und hier bereits berichtet).

Eine völlig andere Vorbeugung und Therapie des Winterblues empfiehlt, wen wundert`s, eine Online-Partnervermittlung – und kreiert dafür sogar einen eigenen Begriff: Wintimacy, eine Kreuzung aus Winter und Intimacy/Intimität.

In einer Umfragestudie stellt sie fest, dass 62% der Befragten sich im Herbst und Winter stärker nach Nähe sehnen als im Sommer. Kurz gesagt: Kuscheln gegen den Winter-Blues.

Als Zusatztherapie empfehlen die Partnerschaftsexperten allerdings zu Recht Besuche auf der Sonnenbank:“Ein garantiert kalorienfreier Stimmungsheber.“

Quelle: BILD, Presseportal

Studien:
P.K. Murphy , C.L. Wagner, Vitamin D and mood disorders among women: an integrative review, J Midwifery Womens Health. 2008 Sep-Oct;53(5):440-6

R, Jorde et al., Effects of vitamin D supplementation on symptoms of depression in overweight and obese subjects: randomized double blind trialJournal of Internal Medicine, 10. September 2008 (online vorab veröffentlicht)

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Kommentare»

1. Sonnenbank ist kein Ersatz für das natürliche Sonnenlicht | News Adhoc - 16. Dezember 2008

[…] spezielle Lampen, die in der psychiatrischen Lichttherapie verwendet werden, können die Wirkungen des Sonnenlichts […]

2. DRS - 26. November 2009

Warum geht eigentlich der Verband (beispielsweise der fvs e.V., etc.) nicht auf die Krankenversicherer zu und läßt sich für die Behandlungen der „Volkskrankheit Depression“ auf deren Leistungserweiterung listen?

Aktuell ist die Gesundheitsreform im vollen Gange – da muß doch mal „vernünftige Lobbyarbeit“ gemacht werden…

Was meinen Sie?

L. Bergmann - 26. November 2009

Noch wesentlich wichtiger – und auch wissenschaftlich noch besser abgesichert – wäre ein solche Listung etwa bei Osteoporose oder bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes.
Die Chancen sind gering, nicht etwa weil die Effekte nicht nachweisbar wären: das sind sie mit hunderten von Studien, sondern weil sich hierzulande das Solarium ein „Schmuddelimage“ zugezogen hat, das nun auch die ja doch zahlreichen Qualitätsstudios ebenfalls trifft und die Nutzung der UV-Strahlen für die Vitamin D-Synthese mit weitreichendem positiven Wirkungen für Prävention und Behandlung von vielen „Volkskrankheiten“ verhindert.
Ein Blick in die Medien mit teilweise abenteuerlich falschen Behauptungen genügt, um dieses Image-Defizit zu belegen.


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