jump to navigation

Solariengesetz verabschiedet 19. Juni 2009

Posted by lbmedien in Sonnen-News, Sonnenbank.
Tags: , , ,
trackback
Foto: R. Maschewski

Foto: R. Maschewski

Wie erwartet passierte heute mittag das „Solariengesetz“ (Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung) mit der Mehrheit von Koalition, Grünen und Linken in Zweiter und Dritter Lesung den Bundestag ohne viel Aufhebens.

Tatsächlich enthält das Gesetzt ausser dem Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren wenig Substantielles. Erst die Ausführungsverordnung(en) werden die Weichen für die Zukunft der Besonnungsbranche stellen. Die Diskussion um die Details dort hat erst begonnen.

Nach der vermutlich „glatten“ Verabschiedung im Bundesrat am 10.Juli, nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt wird das Gesetz vermulich in der jetzt vorliegenden Form gültig – voraussichtlich spätestens im September.

Interessanter als der Vorgang selbst ist die unmittelbare Medien-Reaktion. Wie schon in der Vergangenheit referieren alle Medien – zumeist im Gefolge der dpa-Meldung aus dem Bundestag – reflexartig die seit Jahren wiederholten „Formeln“, mal mit Zitat der Autoren Deutsche Krebshilfe und ADP , mal ohne, über die verderblichen Folgen der künstlichen Besonnung im allgemeinen und für Jugendliche unter 18  Jahren im besonderen.

Dabei ist nicht eigentlich die Einseitigkeit der Auswahl halbwahrer wissenschaftlicher Befunde und der eher „spielerische“ Umgang mit Statistiken bemerkenswert, als vielmehr die Unbefangenheit dieser Medien, solche Behauptung ohne jede Überprüfung nachzuplappern.

Nun ist die Verabschiedung eines ohnehin seit langem von allen Seiten eher gelassen-freundlich erwarteten Gesetzes sicher kein zwingender Anlass für eine differenzierte Analyse auf den aktuellen Medienseiten. Dennoch könnte man erwarten, dass gewisse polemische Kunstgriffe aus Angst-Kampagnen gegen Sonne und Solarien in ernstzunehmenden Medien keine Chance hätten. Beispiel:  „Von den schätzungsweise 14 Millionen Solarienbenutzern (haben) mehr als drei Millionen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen.“

Woher auch immer diese drei Millionen geschöpft wurden, sicher ist, dass darunter 10-13-jährige praktisch garnicht und 14-15jährige nur in verschwindenden Mengen zu finden waren.  Tatsächlich weisen ja jedermann zugängliche Studien aus, dass z.B. der Anteil der 14jährigen, die sich regelmäßig, also einmal im Monat oder häufiger, auf die Sonnenbank legen, nicht einmal die 1-Prozent-Grenze überschreiten. Tatsächlich aber treibt die Vorstellung einer Art Massenbesonnung von 10jährigen, die mit einem solchen Zitat provoziert wird, dem ahnungslosen Leser Schauer über den Rücken und sichert die Zustimmung zu strengsten Maßnahmen gegen solch kinderschänderische Umtriebe.
(Kürzlich erst hatte ein veritabler Charité-Professor sich zu der dann viel zitierten Behauptung aufgeschwungen,  50 Prozent aller 14jährigen benutze regelmäßig ein Solarium – vermutlich mit dem schwer angreifbaren ethischen Argument, im Interesse einer guten Sache – hier: der Diffammierung der künstlichen Besonnung – sei ein Unterschied zwischen Behauptung und Wirklichkeit von läppischen 49 Prozentpunkten gerechtfertigt.)

Kein Wunder also, dass beim Verprügeln der „bösen“ Sonne die wesentlich gravierenderen Gesundheitsfolgen der „guten“ Sonne auf der Strecke bleiben.

Dabei geht es garnicht um das „Solariengesetz“ selbst, dem nicht einmal die Branchenverbände widersprochen haben, wenn ihnen auch eine Verbotsregelung ab 16 Jahren aus wohlerwogenen Gründen (Jugendliche sind neben den Alten die größte Risikogruppe bei den Negativfolgen des Vitamin D-Mangels) vermutlich lieber gewesen wäre. Erschreckend ist vielmehr die emotional aufgeladene Einäugigkeit der veröffentlichten Meinung, die halbe Wahrheiten über wissenschaftlich durchaus umstrittene Negativ-Folgen der künstlichen Besonnung bedenkenlos verbreitet und bei den wissenschaftlich oft sehr viel solider oder zumindest ähnlich solide abgesicherten positiven Sonnen- und Solarienfolgen merkwürdige Berührungsängste entwickelt.

Dabei dürfte es doch garnicht so schwierig sein,  die nicht-kontroversen Fakten zu akzeptieren und die kontroversen, wissenschaftlich umso spannenderen Fragen offen und abgewogen öffentlich zu diskutieren.  Ein Gesetzgebungs- und Verordnungsprozess wäre dafür tatsächlich eine willkommene Gelegenheit –  eine Gelegenheit allerdings, die einmal mehr vertan zu werden droht.

Kommentare»

1. silke - 20. Juni 2009

das gesetz ist eine unverschämte beschneidung des selbstbestimmungsrechts. was müssen sich jugendliche eigentlich noch alles gefallen lassen, nur weils sie k e i n wahlrecht haben?
sowohl die wertlosen statistiken also auch die wissenschaftliche behauptung sind schwachsinnig. westl. medizinern gehört hier erneut
wie auf den meisten gebieten „Note 6“ total versagt.

2. Bubi - 24. Juni 2009

Es gibt sicherlich unter 18jährige, die potentielle Hautkrebskandidaten sind und uns alle mit 40 als gesetzlich Versicherte richtig viel Geld kosten werden. Darum geht es aber nicht. Viel wichtiger ist Aufklärung und Verständnis.
Langzeitstudien mit verbindlichen Aussagen kann es wohl nicht geben – das liegt in der Natur der Sache aufgrund der Zeitachse seit Entstehen der ersten Sonnenstudios;
Ich frage mich ernsthaft, was bringt uns das Gesetz, welches in der Umsetzung die Sonnenstudiobetreiber viel Geld kosten wird (wie immer sind die die Blöden), wenn niemand die Einhaltung kontrollieren kann und auch kein Mensch weiss, wie und in welcher Form die Umsetzung zu erfolgen hat (Zutrittskontrolle, keine SB’s).

3. michel - 31. August 2009

Das Gesetz ist ein Witz:
1. In den meisten Studio´s wird die Besonnung in der Regel erst ab 16 bzw. 18 Jahren zugelassen. Besonnungen unter dieser Altersgrenze finden m.A. lediglich in frei zugänglichen Münzstudio´s statt z.b. in Schwimmbädern. Bedeutet zukünftig die EC Karte wird auch zur Besonnung gebraucht
2. In dem Gesetz wird mit keinem Wort die Nutzung von Freibädern eingeschränkt. Denn die meisten Verletzungen der Haut durch die Sonne finden in Freibädern, Urlauben etc. statt. Aber das spielt ja keine Rolle.
3. Therapien sind hiervon ausgenommen. Klar der Arzt verschreibt 20 min Sonne in der Woche zu einem Preis von 50 Euro. Ist in dem Fall ja eine Medizinische Förderung.
4. Weiterhin ist dieses Gesetz ein AB-Massnahme für die Ordnungsämter.
5. Ein Schutz der Jugend ist hier in keinster Form gegeben. Denn ein Solarium zuhause…….wer kontrolliert hier die Einhaltung?

Aber wie immer hat der Statt bzw. seine Institutionen ganze Arbeit geleistet: Viel Geld verschwendet, Mitarbeiter haben ihre Daseinsberechtigung dokumentiert, Ergebnis gleich Null. In der freien Wirtschaft, nämlich dort wo sich die Sonnenstudios befinden, wären die schon Pleite!!!! Da sie selbst es nicht werden können, versuchen sie es bei den Studio´s

Gruß

Michel

4. DIDI - 2. September 2009

Ein Studiobetreiber hat es schwer genug heutzutage.Eine ganze Sonnenbranche mit vielen Arbeitsplätzen hängt daran.Wenn die Studios sterben wird das Ozonloch trotzdem größer.Die Hauptursache des Hautkrebses,wo sich jedes Kind aussetzen kann.
Aber man sucht wieder Schuldige denen man das geld aus der Tasche ziehen will mit Srafen und verordnungen.

5. ► Warum wollen braune Menschen weiß, und weiße Menschen braun werden? mit Video - 8. Oktober 2010

[…] […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: