jump to navigation

IARC: Halbe Wahrheiten und bewusstes Missverstehen 31. Juli 2009

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Melanom, Sonnen-News, Sonnenbank.
Tags: ,
10 comments

Es ist bemerkenswert: Negative Nachrichten über Solarien scheinen manche Redaktionen zu ungeahnten poetischen Höhenflügen zu inspirieren. So auch die schlichte Nachricht, dass Sonnenbänke nun endgültig von der Wissenschaftsagentur der WHO, der IARC,  in die Kategorie „krebserregend“ eingestuft wurden.

Phantasievolle Vergleiche

Phantasievolle Vergleiche

Die Sonne selbst ist da der künstlichen Sonne um Jahre voraus, sie tauchte schon 1992 in der Liste der „Krebserreger“ auf.

Nachdem BILD, wie so oft, den Weg gewiesen hatte mit einer Überschrift wie: „Solarium gefährlicher als Zigaretten„, folgten andere mit phatasievollen Steigerungen bis hin zu Vergleichen mit Arsen und Senfgas. Dass diese Vergleiche sachlicher Blödsinn sind, fiel offensichtlich den dichtenden Redakteuren nicht auf. Recherche ist anstrengend und zeitraubend, und wer in den Medien hat heutzutage noch die Kraft und die Muße dazu.

Diese publizistischen Kraftakte veranlassen nun doch die ansonsten eher schweigsamen Solarienverbände, zumindest die schlichtesten Fakten wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. So schreiben die beiden deutschen Branchenverbände Photomed und SLS in einer Stellungnahme unter dem Titel „Zurück zur Sachlichkeit„:

photomed-logo-neuMit der Einstufung der Solarien in die höchste Gefahrenstufe für das Melanom durch die Internationale Wissenschafts-Agentur der WHO (IARC) ist eine Welle fehlinformierter wie fehlinformierender Meldungen durch die deutschen Medien geschwappt. Wir möchten zur Versachlichung der Diskussion einige Informationen beisteuern:

  1. Die UV-Strahlen der Sonne sind bereits vor vielen Jahren in die Liste (Kategorie 1) der potentiell krebserzeugenden Substanzen/Strahlungen aufgenommen worden. Neu ist lediglich die Aufnahme der Solarien in diese Liste.
    Über den Grad der Gefährdung ist damit nichts ausgesagt.
    Es käme sicher keinem Journalisten in den Sinn, den Sonnenschein an einem heiteren Sommertag mit einem feindlichen Senftgas-Angriff gleichzusetzen. Das aber ist in einigen Meldungen über die Einstufung der Solarien in die Kategorie 1 geschehen.
  2. Die IARC-Einstufung von Sonne und Solarien als „karzinogen“ (krebserzeugend) ist in der wissenschaftlichen Debatte heftig umstritten. Eine Reihe der angesehendsten, internationalen UV- und Vitamin D-Forscher haben öffentlich und scharf Front gemacht gegen die Schlussfolgerungen der IARC Review-Studie von 2006 und den Report von Ende 2008, auf denen die jetzige Einstufung beruht. Die eigentliche Begründung steht noch aus und ist erst für die nächsten Monaten angekündigt….
  3. In der Tat gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass moderates, kontrolliertes Sonnen im Freien wie auf der Sonnenbank zur Entstehung von Melanoma beiträgt.
  4. Es gibt dagegen eine Vielzahl von Studien, die nachweisen, dass regelmäßiges, moderates Sonnen die Haut vor dem Melanom schützt, also eine eher präventive als auslösende Wirkung hat.
  5. Studien belegen darüber hinaus, dass Sonnen und dadurch die Bildung von ausreichendem Vitamin D-Serum im Blut die Chance erheblich erhöht, ein Melanom zu überleben.
  6. Es kann vermutet werden, dass übermäßiges Sonnen in längeren Abständen (typisch: Sonnenbrand am Beginn der Ferien) die Bildung von Melanoma fördert – insbesondere bei Sonnenbränden im Kindesalter. Für die regelmäßige, kontrollierte Besonnung im Solarium gilt das nicht……
  7. Regelmäßige, moderate Besonnung im Freien oder im Solarium führt zu einem gleichmäßigen, gesunden Vitamin D-Spiegel im Blut. Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung reguliert die Zellteilung und schützt vor vielen Krebsarten – einschließlich dem Melanom!
  8. Regelmäßige, moderate Besonnung im Freien oder im Solarium heilt, oder schützt vor, chronischen Erkrankungen, darunter Osteoporose, Osteomalazie und Muskelschwäche, Autoimmunerkrankungen wie Diabetes, Multiple Sklerose und TB, Herz- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Nerven- und psychische Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Depressionen. Diese Wirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ sind zum großen Teil in der wissenschaftlichen Diskussion nicht oder kaum noch umstritten.
  9. In den meisten Ländern der Welt erhalten die Menschen eher zu wenig als zuviel Sonne – vor allem in den Industrieländern mit ihren „sonnenfernen“ Lebens- und Arbeitsstilen. Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut, Berlin, eine Unterversorgung von knapp 60 Prozent der Bevölkerung festgestellt – bei einigen Rsikiogruppen und im Winter liegt diese Defizit bei über 80 Prozent.
    Die Einordnung der UV-Strahlen der Sonne oder der Sonnenbank in die höchste Risiko-Kategorie für Krebs kann zu zusätzlichen, für die Gesundheitsvorsorge der Menschen katastrophalen Verhaltensänderungen im Verhältnis zu Sonne und Besonnung führen. Das hätte weit reichende negative Konsequenzen für die Prävention chronischer Krankheiten. Diese Aktion der IARC könnte die Gesundheitssysteme der Länder Milliardenbeträge kosten – ganz abgesehen von den unnötigen Leiden chronisch kranker Menschen.

In bis zu tausend wissenschaftliche Studien jährlich aus renommierten internationalen Forschungseinrichtungen werden seit Jahren die positiven Gesundheitswirkungen der UV-Strahlen von Sonne und künstlicher Besonnung nachgewiesen. Es wäre an der Zeit, neben den gesundheitsgefährdenden Wirkungen (Stichwort: Hautkrebs) übermäßiger UV-Bestrahlung die – ebenfalls durch eine von der WHO initiierte Studie eindrucksvoll belegt – um ein Vielfaches bedeutenderen positiven Wirkungen mäßiger und regelmäßiger Besonnung zur Kenntnis zu nehmen und damit einen vernünftigen, für die physische und psychische Gesundheit der Bevölkerung zunehmend wichtigen Beitrag zum richtigen Umgang mit Sonne und Solarium beizutragen.“

esalogositejpgDie European Sunlight Association (ESA) schreibt in einer Pressemeldung:

„.…Da Sonnenbänke das gleiche UV-Licht produzieren wie die Sonne, kann auch unmäßiges Sonnen und Solarien-Missbrauch genau so wie der übermäßige Aufenthalt an der Sonne mit bestimmten Hautkrebsarten in Verbindung gebracht werden.

In der gleichen IARC-Kategorie befinden sich zum Beispiel Rotwein und gesalzener Fisch.  Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsucm von Rotwein und anderen alkohohaltigen Getränken ein höheres Krebsrisiko mit sich bringt als das Bräunen der Haut.

Es ist nun aber völlig unverantwortlich, die Nutzung der Sonnenbank mit dem tödlichen Senfgas oder Arsen zu vergleichen, wie das leider einige Medien getan haben….“

Ist in diesem aufgeheizten Meinungsklima eine ausgewogene Berichterstattung noch möglich? Ist die Abhängigkeit der Medien von den „schlechten Nachrichten“ tatsächlich so groß, dass eine „schlechte“ Nachricht hundert mal so viel Platz in der Berichterstattung erhält als hundert „gute“ Nachrichten. Beim Thema Sonne und Solarien scheint das Verhältnis eher noch ungünstiger zu sein. Eine an sich wenig bemerkenswert Meldung wie die IARC-Einstufung der Solarien kann schlagartig den ständigen Strom positiver Nachrichten über die erstaunlichen Entdeckungen immer neuer Gesundheitswirkungen etwa von UV-Stahlen und Vitamin D mühelos verdrängen.

Die Kosten trägt am Ende die Gesundheit und das Wohlbefinden der gesamten Bevölkerung.

Advertisements

Nicht nur die Politik, auch die Wissenschaft streitet über die „gute“ und die „böse“ Sonne 26. Juni 2009

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Sonnen-News, sonnenlicht, Sonnenschein-Vitamin, UV-Strahlen, Vitamin D.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des „Solariengesetzes“ debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das „Solariengesetz“ veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an „Sonnenschein-Vitamin“ sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

Sonnenschein-Vitamin gegen Krebs – eine Meta-Studie 8. Mai 2009

Posted by lbmedien in Besonnung, Brustkrebs, Darmkrebs, Forschung, Hautkrebs, Melanom, Vitamin D.
Tags: , , ,
1 comment so far

Der Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Krebsrisiko wird für unterschiedliche Krebsarten sehr unterschiedlich kontrovers diskutiert.

Eine Meta-Studie mit Daten aus 67 Studien bis einschliesslich Januar 2009 kommt zu dem Schluss, dass die beiden wichtigsten Formen von Vitamin D-Rezeptoren, FokI and BsmI,  eindeutig das Risiko von Brust-, Prostata- und Hautkrebs beeinflussen – und augenscheinlich auch alle übrigen Krebsrisiken.

Die Forscher am Europäischen Krebsforschungsinstitut in Mailand hatten sich auf diese beiden Erscheinungsformen von Vitamin D-Rezeptoren –  eine Art „Türhüter“ und „Platzanweiser“ unserer DNA für das im Blut vorhandene Vitamin D-Serum bei seiner Einwirkung auf die hunderte von unterschiedlichen Zellfunktionen im Körper – in der bisherigen Forschung zu Vitamin D und Krebs konzentriert.

Die Ergebnisse bestätigen auch die Wirksamkeit der Vitamin D-Rezeptoren beim Hautkrebs (Melanom).  In anderen Worten: Besonnung, ob natürlich oder künstlich, hat sowohl krebserzeugende als auch krebsverhindernde Wirkung, entscheidend ist die kontrollierte Dosis.

Quelle:  ScienceDaily

Studie: S. Raimondi et al., Review and meta-analysis on Vitamin D Receptor polymorphisms and cancer risk. Carcinogenesis. 2009, 29. April (vorab online)

Hautkrebs eher durch Gene als durch Sonnenbrand? 25. März 2009

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Melanom, Sonnenbrand.
Tags: , ,
1 comment so far

Aussagen von interessierter Seite, dass der Hautkrebs, und vor allem der „schwarze“ Hautkrebs (Melanom), zu 90 oder gar 95 Prozent auf das Konto der Sonnenstrahlen gehe, war immer schon eher abwegig und gehörte zum Repertoire der Angst-Kampagnen gegen Sonne und Solarien.  Vor allem Muttermale und Hautkrebs in der Familie zählten auch bisher schon neben Sonnenbränden vor allem in jungen Jahren zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren.

Jetzt entdeckten Forscher an der New York University einen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Anordnung von Erbfaktoren, dem Östrogenspiegel von Frauen und dem Hautkrebsrisiko. Die Studie wird Anfang April  in der Fachzeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlicht.

Die New Yorker Wissenschaftler um Prof. David Polsky untersuchten 227 Melanompatienten in den Jahren 2002 bis 2006 und fanden bei Frauen unter 50 Jahren eine Genvariante,  MDM2,  die für ein  fast  um das Vierfache erhöhtes Melanom-Risiko verantwortlich zu sein scheint. Dieses Gen wird offensichtlich durch das Andocken von  Östrogenen aktiviert und liefert damit eine plausible Erklärung dafür, dass bei Frauen vor der Menopause deutlich mehr Melanome auftreten als bei Männern. Im späteren Alter gleichen sich beide Geschlechter dann an.

Wenn sich unsere Daten bestätigen, ist das Gen wesentlich gefährlicher als eine Reihe anderer klinischer Risikofaktoren, die wir bisher kennen,  wie etwa schwere Sonnenbrände, Leberflecken oder Hautkrebs in der Familie,“ so Prof. Polsky gegenüber der Presseagentur Newswise.

Die Forscher hoffen mit Ihren Ergebnissen in Zukunft Frauen frühzeitig identifizieren zu können, die ein besonders hohes Hautkrebs-Risiko tragen.

Quelle: Newswise

Studie: David Polsky et al., Association of MDM2 SNP309, Age of Onset, and Gender in Cutaneous Melanoma, Clinical Cancer Research 15, 2573, April 1, 2009

Mehr Sonne, weniger Hautkrebs – kann das sein? 15. März 2009

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Melanom, UV-Strahlen, UVA, Vitamin D.
Tags: , , ,
4 comments
Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Gängige Ansichten, die auch als  Basis für die Vorschläge zum „Solariengesetz“ und seinen Ausführungsverordnungen dienen, lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:

  1. Der „schwarze“ Hautkrebs, das Melanom, wird hauptsächlich und immer durch die Bestrahlung der Haut mit UVB-Strahlen (290–320 nm) verursacht.
  2. Dabei spielen die Solarien in jeder Form eine wesentliche, verstärkende Rolle.

Beide Behauptungen sind falsch, wie jetzt eine Meta-Studie der offiziellen US Food and Drug Administration nachweist.

Ohnehin hatte sich als wissenschaftlicher Konsens aus Studien der vergangenen Jahre und Monate herausgebildet, dass nicht etwa die Bestrahlung mit UVB-Strahlen an sich krebsauslösend sind, sondern nur die unvorbereitete, abrupte, oft mit einem Sonnenbrand verbundene Besonnung die Bildung eines Melanoms unter bestimmten Voraussetzungen fördere – die regelmäßige und maßvolle Besonnung dagegen habe  eine eher schützende Wirkung .  (Wir hatten verschiedentlich über diese Studien berichtet).

Die neue Untersuchung der Food and Drug Administration unter Leitung der renommierten Dermatologin und Radiologin Dianne Godar aber kommt darüber hinaus zu bemerkenswerten Ergebnissen:

  1. Die Zahl der Melanom-Neuerkrankungen (in den USA, aber ebenso in allen anderen Ländern mit überwiegend hellhäutiger Bevölkerung) nimmt seit den 40ger Jahren des vorigen Jahrhundert ständig zu. Dabei ändert sich die Steigung der Wachstumskurve über die Jahrzehnte kaum. Mit der Einführung der Sonnenbank und der massenhaften Verbreitung in den 90ger Jahren ist keine zusätzliche Steigerung verbunden.  Der Einfluss der Solarien auf die Hautkrebsrate ist also gleich oder nahe Null. (Im übrigen zeigen sich ähnliche Steigerungen auch in Ländern, in denen Solarien keine oder nur eine geringe Rolle spielen.)
  2. Die Zuwächse bei den Melanom-Erkrankungen treffen nur auf Büroarbeiter und andere Berufe zu, die in geschlossenen Räumen, nicht aber auf Berufe wie Gärtner oder Landwirte, die ständig im Freien ausgeübt werden. Die Studie weist nach, dass regelmäßige UV-B-Bestrahlung die Gefahr einer Melanom-Erkrankung sogar senkt.

Die Autoren führen dieses Phänomen auf die unterschiedliche Versorgung mit Vitamin D3 zurück, das zum weit überwiegenden Teil durch die kontinuiertliche und maßvolle Bestrahlung der Haut mit UVB gebildet wird. Vitamin D3, umgeformt in das Serum Calcitriol (1,25-dihydroxyvitamin D), bremst das Wachstum der Krebszellen und beschleunigt ihren Zelltod.

Tatsächlich ist  der Vitamin D-Spiegel etwa eines durchschnittlichen Büroarbeiters um ein Vielfaches niedriger als der eines Gärtners. Darüber hinaus ist die Vitamin D-Bildung bei diesen gleichmäßig und konstant, während die Büroarbeiter unter der Woche so gut wie keine UVB-Strahlung aufnehmen und kein Vitamin D bilden können. Lediglich am Wochenende und vor allem – mit negativen Konsequenzen – in den Ferien steigt ihr Vitamin D-Spiegel an. Einzige Möglichkeit: Regelmäßiges Sonnen im Solarium – auch als Hautkrebs-Prävention!

Ist UVA und nicht UVB der Schuldige?

Warum aber der so krasse Unterschied zwischen Büroarbeitern und Arbeitern unter freiem Himmel?

Die Antwort der Forscher:  UVA-Strahlen!
Anders als die UVB-Strahlung wird das UVA nicht durch die Fensterscheiben des Büros absorbiert. UVA-Bestrahlung in den Räumen hat damit immerhin noch 25% der Bestrahlungstärke draußen.

Folge:
Einerseits erhalten die Bürarbeiter zu wenig Sonne (UVB) für eine ausreichende Vitamin D-Synthese, andererseits aber sorgt die UVA-Strahlung nicht nur für Schädigungen der Hautzellen sondern wichtiger noch für die Unterdrückung des bereits gebildeten Vitamin D, das auf diese Weise seine Funktion als „Hautkrebs-Bremse“ nicht mehr ausreichend ausüben kann.

Als die Menschheit sich von der Evolution abkoppelte durch ein Arbeitsleben tagsüber in geschlossenen Räumen und durch künstliche Barrieren, Fensterglas, UVB von UVA trennte, erhöhte sie gleichzeitig damit Ihre Hautkrebsrate,“ so die Forscher in ihrem Resume.

Quelle: PubCrawler

Studie:  D.E. Godar et al.,  Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D(3) levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma, Medical Hypotheses. April 2009 ;72(4):434-43 (online vorab veröffentlicht.

Sonnenangst – schrecklich schön und wirkungsvoll 17. Dezember 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Melanom, Sonnen-News.
Tags: ,
add a comment

Sex and Shock Sells! Auch und gerade negative Botschaften und Diffamierungen lassen sich so wirkungsvoll transportieren. Die australischen Sonnen- und Solariengegner haben die Technik zur Meisterschaft entwickelt (früheres Beispiel hier).

Mit Hip Hop und Trick mischt jetzt ein Video des australischen Rappers mit dem sprechenden Namen Al Bino die Video-Portale wie YouTube auf.

Titel: „It`s a beautiful day for cancer“ (Es ist ein wunderschöner Tag für Krebs).  Anschauen macht Kommentar überflüssig:

Ob damit der Unvernunft am Sonnenstrand wirklich zu steuern ist, oder just wieder die Falschen mir Panik reagieren, sei dahingestellt.

Sonne schützt vor Hautkrebs – aber in welcher Dosis? 14. November 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Melanom, Sonne, UV-Strahlen, Vitamin D.
Tags: , , ,
add a comment
Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Was früher absurd erschien, wird jetzt durch immer neue wissenschaftliche Studienergebnisse zur Gewissheit: Die UV-Strahlen der Sonne spielen nicht nur bei der Entstehung von (vor allem „weißem“) Hautkrebs eine Rolle sondern auch bei der Verhinderung des gefährlichen „schwarzen“ Hautkrebses, des Melanoms. (Über eine erst kürzlich erschienene Studien mit diesem Ergebnis haben wir bereits berichtet)

Zwei wissenschaftliche Präsentationen beim diesjährigen Kongress des American Institute for Cancer Research (AICR) mit dem Thema Ernährung, Bewegung und Krebs (Food, Nutrition, Physical Activity and Cancer) in Wahington D.C. behandelten dieses augenscheinliche Paradox mit neuen bahnbrechenden Erkenntnissen:

Zwar ist seit langem die vorbeugende und heilende Wirkung des „Sonnenschein-Vitamins“ D3 bei vielen Krebsarten bekannt, aber im wesentlich unbekannt geblieben ist die Art und Weise, wie dieses Vitamin – oder besser: Hormon – seine schützende Wirkung erreicht.  Auf dem Kongress nun berichtete Prof. John White von der  McGill University über Versuche, die zeigen, dass der Vitamin-Rezeptor bestimmte Proteine anregt, die den Zell-Zyklus zwischen Entstehung und Absterben regulieren und Gene aktivieren, die die Ausbreitung von Tumor-Zellen unterdrücken.

Dass Vitamin D diese schützende und krebsverhindernde Wirkung auch beim Hautkrebs ausübt, belegt die Forschung einer Gruppe von Wissenschaftlern an der University of California, San Francisco unter Leitung von Prof. Daniel Bikle.  Bei Labor-Experimente zeigte sich, dass Mäuse, denen das Vitamin D-Rezeptoren-Gen fehlt, die also Vitamin D nicht im Körper „verarbeiten“ und für die Zellregulierung nutzen können, sehr viel häufiger unter  starker UV-Bestrahlung an einem Melanom erkrankten als „normale“ Mäuse.

Es habe sich gezeigt, so Prof. Bikle, dass eine relativ kurze Besonnung von 10-15 Minuten den Vitamin D-Rezeptor anregte, zwei unterschiedliche Prozesse in Gang zu setzten, die offensichtlich einen wirksamen Schutz gegen den Hautkrebs bildeten.

Kontrovers diskutiert wurde also nicht mehr die Frage: Schützt die Sonne vor Hautkrebs, ja oder nein! sondern lediglich die Frage nach der richtigen Dosierung zwischen krebsverhindernder und krebserzeugender Wirkung der Sonnenstrahlen. Dr. Mary Frances Picciano vom regierungsoffiziellen National Institutes of Health forderte daher weitere Forschungen zu den Grenzen „sicherer“ Besonnung für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung. Andererseits aber kündigte Sie eine Anpassung nach oben der Empfehlungen öffentlicher US-Gesundheitsorganisationen für die optimale Vitamin D-Zufuhr an.

Quelle: AICR-Presseinfo

Unter der Sonne sind die Reichen – ärmer dran! 8. September 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Sonnen-News.
Tags:
add a comment
Reichtum schützt nicht vor hautkrebs - im Gegenteil

Reichtum schützt nicht vor Hautkrebs - im Gegenteil

Reiche leiden häufiger unter Hautkrebs (Melanom) als Ärmere, sterben aber seltener an der Krankheit.

Eine dänische und eine englische Studie bestätigen jetzt frühere Untersuchungen zu diesem Thema. Warum das aber so ist, darüber gehen die Spekulationen weit auseinander:

So wird vor allem von den unermüdlichen Warnern und Mahnern vor Sonne und Solarium auf das „sonnenintensivere“ Freizeitverhalten und die Ferienreisen in den Süden der Wohlhabenden verwiesen, die das lebenslagen „Sonnenkonto“ überquellen lasse. Daher mehr Sonne, daher mehr Melanom.

Dem widerspricht eindeutig der Alltag der mittleren und oberen sozio-ökonomischen Schichten mit überwiegend Büroarbeit bei mehr Arbeitsstunden in geschlossenen Räumen und geringerem Anteil von Aufenthalt im Freien gegenüber den beruflichen Tätigkeiten im Freien (Bauarbeiter, Landarbeiter, Gärtner etc.) vor allem in den unteren Schichten. Tatsächlich liegt der Anteil der Melanom-Erkrankungen bei Menschen, die permanent der Sonne ausgesetzt sind, deutlich niedriger als bei Menschen, die selten, dann aber „heftig“ an der Sonne sind.

Einleuchtender die simple Erklärung: Wohlhabende achten stärker auf ihre Gesundheit, gehen häufiger zum Arzt, werden folglich häufiger und früher mit einem Melanom diagnostiziert, das dann frühzeitig entfernt werden kann, was wiederum die Überlebenschancen erhöht.

Studien:
F. Birch-Johansen et al., Social inequality and incidence of and survival from malignant melanoma in a population-based study in Denmark, 1994-2003, European Journal of Cancer, vorab online veröffenlticht 27. Juli 2008 .

L. Shack et al., Variation in incidence of breast, lung and cervical cancer and malignant melanoma of skin by socioeconomic group in England.
BMC Cancer, 2008 8:271 ( 26 September 2008 )

Sonnenbank im Gegenwind 2. September 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Sonnen-News.
Tags: , ,
add a comment

Seit der beispiellosen Kampagne gegen Solarien und Sonnenstudios mit der an Hautkrebs sterbenden Clare Oliver weht der Besonnenbranche im australischen Bundesstaat Victoria eine eiskalter Wind ins Gesicht. Diese aufgeheizte Stimmung macht auch vor den Türen des Gerichts nicht halt.

Geklagt hatte die staatliche Verbraucherorganisation (ACCC) gegen den Verband der Solarienindustrie, Australian Tanning Association, und zwei Studio-Ketten. In Veröffentlichungen gegen die seinerzeit laufende Kampagne hatten die Branchenvertreter unter anderem eine Verbindung zwischen Solarium und Hautkrebs bestritten und darauf verwiesen, dass Bräune die Haut vor schädigenden UV-Strahlen schütze.

Der Federal Court des Staates Victoria verbot jetzt diese und ähnliche Veröffentlichungen.

Kommentar des behandelnden Arztes von Clare Oliver, einer der Organisatoren der Anti-Solarien-Kampagne rund um ihren Tod:
Das gehört zu dem wundervollen Erbe, das uns Clare Oliver hinterlassen hat. Ich hoffe, dass jetzt die Besucherzahlen in Solarien gewaltig einbrechen.

Quelle: ABC News

Steineschleuderer im Glashaus – Hautkrebs durch Feuchtigkeitscremes? 29. August 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs.
Tags: , ,
add a comment

Jahrelang hat die Kosmetik-Industrie die zum Teil haarstäubenden Angst-Kampagnen gegen Besonnung und Solarien gefördert und dazu beigetragen, dass ein großer Teil der Bevölkerung heute aus Angst vor Sonnenstrahlen und Sonnenbänken ihre Gesundheit durch ein zu wenig an Sonne auf`s Spiel setzt.

Seit einiger Zeit nun kommen immer mehr Fakten ans Licht der Öffentlichkeit, die geeignet sind, die Geschichte von Kosmetik, Haut und Sonnenschutz  neu zu schreiben.

So haben jetzt zum Beispiel Forscher an der bekannten Rutgers University in New Jersey, USA, in umfangreichen Labortests entdeckt, dass gängige Feuchtigkeitscremes unter UV-Bestrahlung die Bildung von Hautkrebs, vor allem dem gefährlichen Melanom, befördert. Die Forscher waren auf diesen Effekt eher durch Zufall bei Experimenten mit Coffein im Tierversuch gestoßen, bei denen die Cremes lediglich als Trägerstoffe gedacht waren.

Das Risiko der Versuchsmäuse, ein Melanom zu entwickeln, stieg mit dem regelmäßigen Eincremen um bis zu 95%. Welche Substanzen dabei genau für diesen Effekt verantwortlich waren, konnte die Studie nicht nachweisen.

Obwohl die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen noch überprüft werden müsste,  sollte beim Umgang mit Feuchtigkeitscremes auf besonnter Haut Vorsicht geboten sein.

Vor kurzem erst waren Sonnenschutzmittel mit allgemein üblichen inzwischen aber als giftig identifizierten Inhaltsstoffen ins Gerede geraten (wir hatten berichtet).

Quelle: Ärztliche Praxis

Studie: Y.P. Lou et al., Tumorigenic Effect of Some Commonly Used Moisturizing Creams when Applied Topically to UVB-Pretreated High-Risk Mice, Journal of Invest. Dermatology,  August 2008, vorab online veröffentlicht