jump to navigation

Ein PR-Lehrstück: Spiel mir das Lied vom Hautkrebs-Tod 4. August 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Solarium und Medien, Sonnen-News.
Tags: , , ,
5 comments

Ein geradezu klassischer Coup ist der australischen Krebsgesellschaft (Australian Cancer Society) und der Australian Medical Association (AMA) gegen die Besonnungsbranche gelungen durch die gnadenlose Media-Ausbeutung eines tragischen Hautkrebs-Todes.

Wir hatten hier und hier über diesen Fall berichtet: Die 26jährige Claire Oliver war von riesigem Medien-Rummel über Wochen begleitet in einem australischen Krankenhaus am „schwarzen Hautkrebs“ (Melanom) gestorben.

Hier eines der PR-Videos produziert für die Anti-Solarium-Kampagne:

Dieses PR-Spiel mit dem Tod eines jungen Menschen hatte nun nicht nur kurzfristigen Erfolg – die Regierung beeilte sich, ein Anti-Solarien-Gesetz zu verabschieden und die privaten Hautkliniken im australischen Bundesstaat Victoria waren über Wochen von hysterischen Mädchen ausgebucht – sondern hat auch langfristig deutliche Spuren im öffentlichen Bewusstsein hinterlassen:

Eine repräsentative Umfragestudie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass fast doppelt so viele West-Australier  Solarien für die Entstehung von „schwarzem“ Hautkrebs verantwortlich machen wie noch  bei der gleichen Umfrage ein Jahr zuvor.

Den Teilnehmern war im Interview eine Liste von 16 Faktoren vorgelegt worden, die möglicherweise Melanom-Bildung begünstigen. Die Befragten konnten dann für jeden dieser Faktoren angeben,  wie sehr das Melanom-Risiko ihrer Meinung nach erhöht würde (stark erhöht, leicht erhöht, neutral, leicht gesenkt, stark gesenkt).  Bei 15 Faktoren blieben die Werte zwischen beiden Umfragen gleich. Lediglich bei „Faktor Solarium“ schnellte der Wert für „stark erhöht“ von 40 auf 72 Prozent nach oben.

Die Autoren der Studie führen das Ergebnis eindeutig auf die Kampagne mit der sterbenden Claire Oliver zurück und kommen zu dem Fazit, dass „die Reaktionen des Publikums auf Claires Geschichte … und andere sehr persönliche Geschichten beweisen, in welchem Unfang solche Dramen das öffenltiche Bewusstsein für Gesundheitsprobleme erhöht und öffentliche Unterstützung schafft für Veränderungen in der Gesetzgebung und für staatliche Eingriffe.

Welches Ausmaß die öffentliche Anteilnahme beim Tod der jungen Frau angenommen hatte, läßt sich aus diesem Video, einer Ode auf das Schicksal von Clare Oliver, ablesen:

Die amerikanischen Kollegen der australischen Krebsgesellschaft, die American Cancer Society, hatten mit einer ähnlichen Kampagne und etwas mehr Skrupeln weniger Glück: In ihren TV-Spots und Videos beweinte eine hübsche junge Frau den Hautkrebs-Tod ihrer Schwester und gab dafür den Solarien die Schuld. Nach heftigen öffentlichen Protesten musste der Verband die Kampagne abbrechen – die junge Frau war eine angeheuerte Schaupielerin und die tote Schwester hatte nie existiert!

Quelle: The Medical Journal of Australia

Sonne hilft den Hautkrebs überleben 2 27. Juli 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Sonnen-News, UV-Strahlen - Wirkungen, Vitamin D.
Tags: , ,
add a comment

Die  Chance (im Durchschnitt knapp 90 Prozent), eine Melanom-Erkrankung zu überleben, ist deutlich höher bei Patienten, die in ihrem Leben häufig und regelmäßig an der Sonne waren als bei Patienten mit geringerer Sonnen-Exposition.  Die Erklärung wird in dem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut gesehen bei Menschen mit längerem und intensiverem Aufenthalt an der Sonne (oder im Solarium). Vitamin D steuert die Abwehrreaktion des Körpers gegen die Krebszellen.

Diese bereits früher (Berwick et al., 2005) in Studien für die USA nachgewiesene Verbindung wird jetzt von einer italienischen Langzeit-Studie bestätigt:
Die Forscher an Krebsforschungszentren in Turin und Florenz verfolgten über viele Jahre die Entwicklung von 260 Melanom-Patienten und untersuchten deren Verhalten an der Sonne, vor allem auch die Zahl der Tage am Strand, in den Jahren vor der Krebsdiagnose.

Ergebnis: Je mehr Zeit ein Patient in seinem „früheren Leben“ sich an der Sonne und am Strand aufgehalten hatte, desto größer seine Chance ein Melanom zu überleben.

Quelle: PubMed

Studie: Stefano Rosso et al.,  Sun exposure prior to diagnosis is associated with improved survival in melanoma patients: Results from a long-term
follow-up study of Italian patients
, European Journal of Cancer, 44 (2008), S. 1275-1281

Die US-Studie von Berwick et al. kostenlos als PDF

Ähnlich drei weitere kürzlich erchienene bzw. online vorab publizierte Studien:
A.C. Porojnicu , A. Dahlback, J. Moan, Sun exposure and cancer survival in Norway: changes in the risk of death with season of diagnosis and latitude. Adv Exp Med Biol 2008;624:43–54.

Simone Mocellin et al., Vitamin D receptor polymorphisms and the risk of cutaneous melanomaA systematic review and meta-analysis, Cancer, 1. November 2008, Volume 113 Issue 9, Pages 2398 – 2407

B.  Nürnberg et al., Progression of malignant melanoma is associated with reduced 25-hydroxyvitamin D serum levels, Experimental Dermatology, 3 Jun 2008, Volume 17 Issue 7, Pages 627 – 627

Ähnliches Ergebnis einer soeben erschienen Studie vom renommierte Dana-Farber Cancer Institute, Boston, zu Überlebensraten bei Darmkrebs: Patienten in der Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Werten (25(OH)D) im Blut hatten eine doppelt so große Chance, geheilt zu werden, wie die Patienten in der Gruppe mit den niedrigsten Vitamin D-Werten.

Studie: K. Ng , J.A. Meyerhardt , K. Wu, D. Feskanich , B.W. Hollis , E.L. Giovannucci , C.S. Fuchs, Circulating 25-hydroxyvitamin d levels and survival in patients with colorectal cancerJournal of Clinical Oncology,  2008, 26(18):2937-9

Solarium als Sündenbock – Wenn Statistiker spekulieren 27. Juli 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Jugendliche, Melanom, Sonnen-News.
Tags: , ,
add a comment

In den USA ist die Zahl der Fälle von schwarzem Hautkrebs bei jüngeren Frauen (15 bis 39 Jahre) in den vergangenen Jahren seit 1980 um 50 Prozent gestiegen. Das ergab eine Sonderauswertung der US-Krebsstatistiken (SEER) durch eine Gruppe von Medizinstatistikern des National Cancer Institutes in Maryland, USA

Bei den gleichaltrigen Männern dagegen blieb der Anteil über all die Jahre unverändert.

Die Gründe für dieses Phänomen wurden nicht untersucht. Das hinderte den Studienleiter, Dr. Mark Purdue, allerdings nicht, sich in Gesprächen mit den Medien in kuriosesten Spekulationen zu ergehen:

Wahrscheinlich, so Purdue,  sei das veränderte Freizeitverhalten und inbesondere die sprunghaft gestiegene Nutzung von Solarien für diesen erschreckenden Anstieg verantwortlich. Bei den Männern wisse man halt nicht, warum es hier keine Steigerung gegeben habe.  Die legten sich ja vermutlich auch kaum auf Sonnenbänke.

Der Wissenschaftler übersah dabei geflissentlich, dass

  • der steilste Anstieg der Melanom-Fälle in der ebenfalls erfassten Zeit zwischen 1973 und 1980 passierte – damals gab es noch keine Sonnenbänke! (s. nebenstehende Graphik)
  • das Freizeitverhalten von US-Mädchen und jungen Frauen sich nicht anders entwickelt hat als das der jungen Männer, den Unterschied in der Zahl der Melanom-Erkrankungen also keinesfalls begründen kann,
  • Umfang und Intensität der Beschäftigung Jugendlicher im Freien an der Sonne in den letzten Jahren eher deutlich abgenommen hat, wie zahlreiche Studien zum Freizeitverhalten Jugendlicher zeigen. Inzwischen sind die Jugendlichen die Altersgruppe mit den höchsten Vitamin D-Defiziten aufgrund von Sonnenmangel,
  • der Anteil der jungen Frauen in den USA, die ein Solarium nutzen, zwar in den Jahren zwischen 1980 und 1994 von 1 auf 24 Prozent (gelegentliche oder regelmäßige Nutzung) gestiegen , seither aber unverändert geblieben ist,
  • die jungen Männer inzwischen fast ein Drittel der Solariennutzer stellen, was sich dann entsprechend in den Melanom-Fällen widerspiegeln müsste,
  • in anderen Ländern, z.B. Dänemark, kein Unterschied in der Entwicklung/Anstieg der Melanom-Fälle zwischen Frauen und Männern auftritt, was genau zu der umgekehrten Argumentation führt, dass die Solariennutzung hier keine Rolle spielen könne.
Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Entwicklung 1980-2004 in Deutschland bei Männer und Frauen bis 34 Jahren

Ähnliche reflexartige Verdächtigungen ohne jede Basis in der Wirklichkeit werden auch in Deutschland häufig an die hier ebenfalls bedenklichen Melanom-Statistiken geknüpft.

Tatsächlich geben die Daten mindestens ebenso viel Anlass, die Gründe eben nicht oder nur sehr eingeschränkt im Genuß von Sonne und UV-Strahlen zu suchen, wie ausgerechnet und ausschließlich Sonne und Solarien für die in der Tat erschreckende Entwicklung verantwortlich zu machen.

Der schwarze Hautkrebs und die Erforschung der Gründe für seinen Vormarsch in fast allen Ländern der Erde (auch und gerade bei solchen, in denen Solarien so gut wie unbekannt sind) ist zu wichtig, um sie den Vorurteilen spekulierender Statistiker und Anti-Solarien-Kreuzzügler zu überlassen.

Quelle: Washington Post

Studien:
Mark P Purdue et al., Recent Trends in Incidence of Cutaneous Melanoma among US Caucasian Young Adults, Journal of Investigative Dermatology, vorab online July 2008

June K. Robinson et al., Indoor Tanning Knowledge, Attitudes, and Behavior Among Young Adults From 1988-2007,  Archives of  Dermatology, 2008;144(4):484-488

Hautkrebs-Erkrankungen nehmen nur noch bei Frauen zu – Überlebenschance steigt auf fast 90 Prozent 3. Juli 2008

Posted by lbmedien in Hautkrebs, Sonnen-News.
Tags: , , ,
2 comments

Trends in der Überlebensrate des schwarzen Hautkrebs - Melanom(Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die abgebildeten Charts)

Horrormeldungen über exponentiell steigende Hautkrebs-Zahlen haben in Deutschland immer Konjunktur. Die Einführung des flächendeckenden, von den Kassen bezahlten Hautkrebs-Screenings war in den letzten Tagen wieder einmal eine Gelegenheit mit der Angst vor dem Hautkrebs die Angst vor der Sonne zu schüren.

Die Tatsachen sehen anders aus! Von dramatischen Anstiegen kann nicht die Rede sein – im Gegenteil.

Eine eben erschienen Studie der Europäischen Krebsorganisation ECCO (European Cancer Organisation) zeigt, dass in Deutschland – ähnlich wie in anderen europäischen Ländern –  inzwischen zumindest bei den Männern die Rate der Erkrankungen am „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom) stagniert und die Sterberate zu sinken beginnt (nachdem sie bereits Jahrzehnte lang etwa gleich geblieben war). Der Studie lagen Statistiken von 1994 bis 2005 zugrunde.  Ohnehin gehört das Melanom nicht zu den 10 häufigsten Krebsarten.

Krebsarten im Verglcih weltweit - Inzidenz, MortalitätDass dabei die sonnenreichen Länder Südeuropas eine deutlich niedriger Rate aufweisen als die Nordländer, bestätigt weltweite Untersuchungen  und die Vermutung, dass Menschen, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, weniger anfällig sind für Hautkrebs und eine höhere Überlebenschance haben im Falle der Erkrankung.

Nicht verwunderlich auch, dass in Ländern mit flächendeckender Einführung eines Hautkrebs-Screenings die Zahl der erkannten Erkrankungen steil ansteigt, während die Todesfälle ebenso steil absinken. Die intensiven Untersuchungen breiter Bevölkerungsteile führen zu sehr viel häufigerer Entdeckung auch geringfügiger Melanome (und auch zu mehr Fehldiagnosen) und treiben so die Statistiken nach oben. Die  Behandlung des fast immer heilbaren Melanoms im Frühstadium verhindert Todesfälle.

Auch in Deutschland ist mit der Einführung des flächendeckenden Hautkrebs-Screenings zum 01. Juli 2008 zunächst ein sprunghafter, Anstieg der Melanom-Erkrankungen in den kommenden Jahren zu erwarten, während die Sterberaten weiter zurückgehen und die Überlebenschancen die derzeitigen 90 Prozent überschreiten werden. Auf diesen „statistischen“ Zusammenhang, der nichts mit der tatsächlichen Entwicklung der Hautkrebserkrankungen zu tun hat, weisen die Autoren der Studie ausdrücklich hin.

Quelle: ScienceDirect

Studie:
H.E. Karim-Kos et al., Recent trends of cancer in Europe: A combined approach of incidence, survival and mortality for 17 cancer sites since the 1990s, European Journal of Cancer, Volume 44, Issue 10, Juli 2008, 1345-1389

Die frühere Studie, aus der das zweite Chart oben stammt,  mit ähnlichen Trendergebnissen:
A. Verdecchia et al.,  Recent cancer survival in Europe: a 2000-02 period analysis of EUROCARE-4 data. Lancet Oncol. 2007 Sep;8(9):784-96

Sonne hilft den Hautkrebs überleben 20. April 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, UV-Strahlen - Wirkungen.
Tags: ,
add a comment

Wochen am Strand erhöhen Überlebenschancen beim Melanom

Je mehr Zeit ein Mensch am Strand verbracht hat, desto besser sind seine Chancen, den „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom) zu überleben. Mit diesem Befund einer Langzeitstudie bestätigen jetzt italienische Forscher vom Cancer Prevention Centre des piemontesischen Krebsregisters frühere Ergebnisse ihrer amerikanischen Kollegen.

Die waren in verschiedenen Studien der vergangenen Jahre auf das Paradox gestoßen, dass übermäßiger Sonnengenuss zwar einerseits möglicherweise zur Entstehung von Melanomen beiträgt, dass aber andererseits ganz offensichtlich mehr Sonne auch deutlich höhere Heilungschancen beim schwarzen Hautkrebs bedeutet.

Die italienischen Forscher beobachteten 260 Hautkrebspatienten über viele Jahre hinweg und fragten nach ihren Lebensgewohnheiten und dem Aufenthalt an der Sonne in der Zeit vor der Krebsdiagnose. Patienten, die häufig an der Sonne waren hatten eine fast doppelt so große Chance, den Hautkrebs zu überleben wie Probanden, die weniger in die Sonne gegangen waren.

So stieg zum Beispiel die Überlebenschance mit der Anzahl der Wochen, die diese Menschen in ihrem Leben am Strand verbrachten.

Insgesamt ist trotz steigender Erkrankungszahlen die Zahl und die Rate der Sterbefälle an „schwarzem Hautkrebs“ in den westlichen Ländern seit den 70ger jahren des vergangenen Jahrhunderts zunächst in etwa gleich geblieben und in den letzten Jahren fast überall zurückgegangen.

Studie: Stefano Rossoa et al., Sun exposure prior to diagnosis is associated with improved survival in melanoma patients: Results from a long-term follow-up study of Italian patients, European Journal of Cancer, vorab online 10 April 2008. doi:10.1016/j.ejca.2008.03.009

Gesunde Haut durch Gemüse 19. April 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs.
Tags: , ,
1 comment so far

Gemüse gegen \Wer reichlich Gemüse und Obst isst, erkrankt seltener an Hautkrebs, insbesondere dem Plattenepithelkarzinom, als Personen, die stärker Fleisch bevorzugen.

Das haben australische Forscher in einer zehnjährigen Studie mit 1.360 erwachsenen Australiern herausgefunden. Von 1992 bis 2002 analysierten sie die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer an einer Hautkrebsstudie zwischen 25 und 75 Jahren. Die Teilnehmer wurden nach ihren Ernährungsgewohnheiten, Hautfarbe und Sonnenexposition befragt. Aus allen Ergebnissen errechneten die Wissenschaftler das Risiko, an hellem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinomen, Basalzellkrebs oder Basaliom) zu erkranken.

Ein hoher Konsum von Obst und Gemüse senkte das Risiko für das Plattenepithelkarzinom um 54 Prozent. Besonders schützend scheint das grüne Blattgemüse zu sein, wie beispielsweise Spinat oder Salat. Es enthält besonders viele krebsvorbeugende Substanzen.

Einen Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Entwicklung von Basalzellkarzinomen fand die Studie dagegen nicht.

Diese völlig unterschiedliche Reaktion der beiden „hellen“ Hautkrebsarten auf unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten trat noch krasser zutage in einer anderen Studie der gleichen Forschungsgruppe:

Menschen, die reichlich Nahrungsmittel konsumierten, die Antioxydanzien enthalten (u.a. die Vitamine C und E), hatten ein deutlich geringeres Risiko, an Plattenepithelkarzinom zu erkranken. Das Gegenteil aber – ein höheres Erkrankungsrisiko – fanden die Forscher beim Basaliom, der am weitesten verbreiteten „hellen“ Hautkrebsart.

Quelle: Hautstadt, PubMed

Studien:
T. I. Ibiebele et al., Dietary pattern in association with squamous cell carcinoma of the skin: a prospective study, American Journal of Clinical Nutrition, 85 (5): 1401-1408

T.I. Ibiebele et al., Intake of antioxidant nutrients and the risk of skin cancer, European Journal of Cancer, 43(18):2707-16.

Mehr Sonne bedeutet nicht: mehr Melanom 16. April 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Sonnenstrahlen.
Tags: , , , ,
add a comment

Ein höherer UV-Index über das gesamte Jahr hat keinen Einfluss auf die Zahl der Melanom-Erkrankungen.

Das ist das Ergebnis einer Langzeitudie (1982-2002) mit mehr als 80.000 Teilnehmerinnen in den USA. Die Forscher vom Brigham and Women’s Hospital in Boston verglichen die Daten der Frauen in den verschiedenen Regionen der USA jeweils nach der Geburt und im Alter von 15 bzw. 30 Jahren. Lediglich für den zu den „weißen“ Hautkrebsarten zählenden Stachelzell-Krebs ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Regionen mit niedrigem und denen mit höherem (6 bzw 7) UV-Index.

Beim Basaliom, einer weiteren Spielart des relativ harmlosen „weißen“ Hautkrebs, war der Zusammenhang minimal. Beim „schwarzen“ Hautkrebs konnte überhaupt keine Verbindung zwischen höherem UV-Index, d.h. einer intensiveren Sonneneinstrahlung über das gesamte Jahr, und dem gefährlichen Melanom festgestellt werden.

Quelle: HIghWire

Studie: Abrar A. Qureshi et al, Geographic Variation and Risk of Skin Cancer in US Women, Differences Between Melanoma, Squamous Cell Carcinoma, and Basal Cell Carcinoma, Archives of Internal Medicine, 2008;168(5):501-507

Lange Beine ein Hautkrebs-Risiko! 10. März 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Vitamin D.
Tags: , , ,
add a comment

langbein1.jpgAuch wenn die Solarien-Gegner das nicht gern hören: Es gibt sehr viele Ursachen für die Entwicklung eines Melanoms („schwarzer Hautkrebs“) jenseits der UV-Strahlen. Eine eher kurios erscheinende Entdeckung machten jetzt einige Forscher am Queensland Institute of Medical Research, Australien.

Größere Frauen haben ein 30 Prozent höheres Melanom-Risiko als ihre kleineren Geschlechstgenossinnen.

Dramatischer noch fällt der Unterschied aus im Vergleich von schlanken zu dicken Frauen: Schon eine Gewichtszunahme von zwei Kilogramm und mehr erhöht das Hautkrebsrisiko um ca. 50 Prozent. Untersucht wurden knapp 5.000 australische Frauen.

Wir haben diese erhöhten Risiken vor allem bei Frauen unter 50 Jahren gefunden,“ so die Studienleiterin Dr. Catherine Olsen, die bei ihrer Forschung mit Wissenschaftlern aus den USA, Grossbritannien, Kanada and Italien zusammenarbeitete.

Ähnliche Beobachtungen wurden schon früher bei Brust- und Darmkrebs gemacht. Die Wissenschaftler rätseln, was hinter diesem merkwürdigen Phänomen stecken könnte. Vermutet wird, dass Wachstumshormone als Krebsauslöser wirken oder dass bestimmte wachstumsfördernde Bestandteile der Ernährung in der Kindheit und Jugend dafür verantwortlich sind.

Die erhöhte Hautkrebsgefahr bei dickeren Frauen (wie auch bei Männern) konnte in anderen Studien auf den für dicke Menschen typischen Vitamin D-Mangel zurückgefüht werden. Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen bzw. Hormonen und lagert sich im Fettgewebe des Körpers ab.

Quelle: New Zealand Herald

Studie: C.M. Olsen et al., Anthropometric factors and risk of melanoma in women: a pooled analysis. Int J Cancer. 2008 Mar 1;122(5):1100-8.

Unter der Sonne sind die Frauen das stärkere Geschlecht 1. März 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, UV-Strahlen.
Tags: , ,
1 comment so far

Frauen sonnend das stärkere GeschlechtSeit langem ist bekannt, dass das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken oder gar daran zu sterben, keineswegs nur oder auch nur überwiegend durch den Aufenthalt an der Sonne sondern vielmehr durch vererbte Faktoren bestimmt wird.

So hatte man lange Zeit versucht, die fast dreimal so hohe Zahl an Stachelzellkrebs-Erkrankungen bei Männern gegenüber Frauen mit dem häufigeren Aufenthalt der Männer im Freien und ihrem nachlässigeren Umgang mit Sonnenschutz zu erklären. Nun aber haben Forscherinnen an der Ohio State University in den USA entdeckt, dass nicht die unterscheidlichen Lebensstile sondern die unterschiedliche genetische Ausstattung der Frauen für diesen Unterschied verantwortlich ist.

Die Haut der Frauen ist weit besser in der Lage, mit den DNA-Schäden durch UV-Strahlen fertig zu werden als die der Männer,“ so Dr. Kathleen Tober, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen. „Eine der Gründe dafür: Männer entwickeln geringere anitoxydative Fähigkeiten und geringere Kapazitäten bei der Reparatur von DNA-Schäden.

Bei ihren Experimenten mit Maus-Modellen stellten die Forscherinnen zu ihrem Erstaunen fest, dass bei extremer UV-Bestrahlung die männlichen Mäuse zwar seltener und geringere Sonnenbrände davontrugen, dass aber die DNA-Schäden weit größer ausfielen als bei den weiblichen Mäusen. Durch diese genetische bedingte Schwäche sind Männer daher in größerer Gefahr als Frauen, bei wiederholten Sonnenbränden einen Hautkrebs zu entwickeln.

Zu ähnlichen Schlüssen kommt eine holländische Studie, die die Todesfälle von 10 538 Frauen und Männern bei Melanom-Erkrankungen zwischen 1993 und 2004 untersuchte. Das Risiko der Männer, an dem Melanom zu sterben lag dabei 2,7 mal höher als das der Frauen. Nachdem die Forscher alle bisher bekannten Risikofaktoren statistisch ausgeschlossen hatten, blieb dieser Unterschied dennoch bestehen. Auch hier wieder die Schlussfolgerung: Die weiblichen Genen sind besser als die männlichen für den Aufenthalt an der Sonne gerüstet.

Quelle: AACR-News

Studien:
Tatiana M. Oberyszyn et al., Gender Differences in UVB-Induced Skin Carcinogenesis, Inflammation, and DNA Damage, Cancer Research 67, 3468-3474

E. de Vries et al., Superior survival of females among 10 538 Dutch melanoma patients is independent of Breslow thickness, histologic type and tumor site, Annals of Oncology 2008 19(3):583-589

Analyse deutscher Daten:
Claus Garbe et al., Development of Prognostic Factors and Survival in Cutaneous Melanoma over 25 Years An Analysis of the Central Malignant Melanoma Registry of the German Dermatological Society, Cancer (PDF kostenlos), 2005 Feb 1;103(3):616-24

Sonne auf der Sonnenseite 8. Januar 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Sonnen-News, Sonnenschein-Vitamin, UV-Strahlen, Vitamin D-Mangel, Vitamin D-Winter.
Tags:
5 comments

waage.jpgWer sich regelmäßig, dabei aber vernünftig sonnt, befindet sich in jedem Fall auf der Sonnenseite der Gesundheit. Die Gefahr für die Haut durch die UV-Strahlen werden weit mehr als ausgeglichen von den positiven Gesundheitswirkungen der Besonnung, vor allem – aber nicht nur – durch die lebensnotwendige Bildung von Vitamin D durch UV-Bestrahlung der Haut.

Diese Bilanz zieht eine norwegische Forschergruppe um den international renommierten Wissenschaftler Johan Moan (wir berichteten erst kürzlich über eine seiner bahnbrechenden Studien) in einer umfassenden Übersichtsstudie über die Risiken einerseits und die gesundheitlichen Vorteile andererseits des Sonnenbadens.

Interview mit dem Autor Prof. Richard Setlow:

Selbst wenn man, bei allen vorhandenen wissenschaftlichen Zweifeln, davon ausgehen könne, dass die UV-Strahlen der Sonne zu einem Teil mitverantwortlich sei für die Entstehung von „schwarzem Hautkrebs“ (Melanom), rechtfertigten allein die vorbeugenden und therapeutischen Wirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ D3 bei vielen Krebsarten, bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder bei Herzkreislauf-Erkrankungen eine Empfehlung für mehr maßvolles Sonnen – vor allem in Ländern der nördlichen Hemisphäre.

Die Studie referiert noch einmal die zahlreichen wissenschaftlichen Belege aus vielen Ländern der Erde für die krebsverhindernde und lebensverlängernde Kraft des Vitamin D. Sie unterstreicht die unzureichende Versorgung der Bevölkerung in den Ländern mit langen „Vitamin D-Wintern„, in denen die Sonnenstrahlen zu schwach sind, um die notwendigen Prozesse der Vitamin D-Bildung im Körper in Gang zu bringen.

Prof. Richard Setlow, Co-Autor der Studie in einem Interview mit dem TV-Sender ABC: „Die Bedeutunng des Vitamin D liegt vor allem in seiner Schutzwirkung vor den tödlichen Folgen aller Krebserkrankung, auch Hautkrebs„.

Dass dabei das Solarium eine wichtige Rolle spielen kann, wird in weiteren Studien aus jüngster Zeit eindrucksvoll bestätigt.

Als Fazit wenden sich die Wissenschaftler an die Politiker dieser Länder mit der Aufforderung, bei ihren gesetzlichen und Verordnungsmaßnahmen (in Deutschland derzeit in der Diskussion: Das „Umweltgesetzbuch“ mit Regelungen zur künstlichen Besonnung und das „Präventionsgesetz„) nicht immer nur einseitig auf die Hautkrebsgefahr durch Mißbrauch der Sonnenstrahlen zu starren, sondern endlich auch die Fülle der internationalen Forschungsergebnisse zu den Gesundheitswirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ zur Kenntnis zu nehmen.

Quelle: PubMed

Studie: Johan Moan et al., Addressing the health benefits and risks, involving vitamin D or skin cancer, of increased sun exposure, PNAS (Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America) , Volltext als PDF, vorab publiziert 7. Januar 2008