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Auch helle Haut braucht Sonne 11. August 2009

Posted by lbmedien in Besonnung, Forschung, Solarium, Sonnen-News, Vitamin D-Mangel, Vitamin D-Winter.
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Auch helle Haut braucht Sonne

Auch helle Haut braucht Sonne

Sind die Warnungen  vor Sonne und Solarium an hellhäutige Menschen (Hauttyp 1 und 2) zu weit gegangen?

Forscher von verschiedenen renommierten Instituten in Großbritannien geben eine eindeutige Antwort:
Öffentliche Gesundheitskampagnen mit dem Rat an hellhäutige Menschen, die Sonne zu meiden,  müssen geändert werden, weil sie zu Vitamin D-Mangel führen bzw. das Risiko eines Vitamin D-Mangels erhöhen.“ (Übers. d. Red.)

Dass auch für Menschen mit heller, schlecht oder garnicht bräunender Haut der Satz gilt:  „Die Dosis macht das Gift„, wird in den Angstkampagnen einiger Gesundheitsorganisationen grob mißachtet. Die hier gelegentlich propagierte totale Sonnen-Enthaltsamkeit und in der Folge gravierende Vitamin D-Mängel haben gefährliche Gesundheitsfolgen. Aus Angst vor dem Hautkrebs wird dem Körper die Schutzwirkung des „Sonnenschein-Vitamins“ gerade auch gegen verschiedene Krebsarten entzogen.

In der  Studie wurden 1414 weisse Frauen im Alter von 18 – 79 Jahren nach ihrem Hauttyp registriert und nach ihrem Verhalten an der Sonne befragt. Das von der Forschern so nicht erwartete Ergebnis:
Frauen vom Hauttyp 1 und 2 hatten einen deutlich geringeren Vitamin D-Spiegel – 15 Prozent im Durchschnitt – als die Frauen mit Hauttyp 3 oder 4.

Der Grund war im wesentlichen die Vermeidungshaltung der Frauen mit hellerem Hauttyp vor jedem Kontakt mit Sonnenstrahlen oder UV-Strahlen im Solarium. So hatten in der Vergangenheit die Probanden mit Hauttyp 3 und 4 im Schnitt 23 Wochen Ferien in südlichen Gefilden gemacht gegenüber nur 18 Wochen bei den Hauttypen 1 und 2.  Während 52 Prozent der Frauen des dunktleren Hauttyps schon einmal eine Sonnnenbank genutzt hatten, waren es bei den Frauen vom helleren Hauttyp nur 39 Prozent.

Die Vitamin D-Versorgung entsprach diesem Besonnungsmuster. Häufigere Sonnenbank-Nutzung und Ferien an der Sonne entsprachen einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut. Umgekehrt aber das Verhältnis von Vitamin D-Spiegel und Sonnenbrände: Die Teilnehmer, die weniger als zwei (2) Sonnenbrände in der Vergangenheit angaben, hatten einen deutlich höheren Vitamin D-Spiegel im Blut als die Teilnehmer mit mehr als zwei  Sonnenbränden.

In anderen Worten:  Der sprunghafte Umgang mit Sonne und UV-Strahlen – mal Sonnenvermeidung, dass unvorbereitetes übermäßiges Sonnen – führt zu einer schlechteren Vitamin D-Versorgung. Oder umgekehrt: Menschen, die mäßig aber regelmäßig im Freien oder im Solarium sonnen, schützen sich besser vor den negativen Wirkungen der UV-Strahlen und nutzen gleichzeitig besser die vielen positiven Gesundheitswirkungen von Sonne und Solarium.

Alle Teilnehmer an der Studie hatten im Herbst und Winter, dem sogenannten „Vitamin D-Winter“,  einen um mehr als ein Drittel reduzierten Vitamin D-Spiegel im Blut gegenüber den Frühlings- und Sommermonaten.

Wissenschaftliche Verantwortung sollte nicht die Flucht vor den UV-Strahlen von Sonne und Solarium sondern den klugen, kontrollierten und „hauttyp-gerechten“ Genuss auch für Hellhäutige anraten.

Ein Beispiel für gefährliche Sonnen-Meidung

Welches Ausmass die Folgen von undifferenzierten Warnung vor Sonne und Solarien haben kann, zeigt eine Studie aus Neuseeland mit 228 Immigrantinnen aus Süd-Asien.

Nur 16 Prozent der Teilnehmerinnen wiese einen ausreichenden Vitamin D-Serumspiegel im Blut von mehr als 50 nmol/l (ein Wert der ohnehin schon deutlich unter dem von vielen Experten empfohlenen „normalen“ Gehalt von 75 nmol/l liegt).

Zwei Drittel der Frauen gaben an, aus Angst vor Hautkrebs die Sonne so weit wie möglich zu meiden.  Die Sonne in Neuseeland war ihnen als besonders gefährlich geschildert worden.

Zu dem bereits zu niedrigen Spiegel im Sommer kam ein steiler Abfall der Werte im Winter bis zum Frühling hinzu. Die gesundheitlichen Folgen dieses chronischen Vitamin D-Defizits aufgrund von Sonnenangst und häuslichem Lebensstil waren nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: PubMed

Studien:
D. Glass, M. Lens , R. Swaminathan, T.D. Spector , V. Bataille (2009), Pigmentation and Vitamin D Metabolism in Caucasians: Low Vitamin D Serum Levels in Fair Skin Types in the UK, PLoS ONE 4(8): e6477

P.R. von Hurst et al.,  Vitamin D status and attitudes towards sun exposure in South Asian women living in Auckland, New ZealandPublic Health Nutr. 2009 Aug 4:1-6

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Wer nutzt Sonnenbänke und warum in Deutschland? 22. Juli 2009

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Seit Jahren schon werden die Daten aus dieser Studie am Meinungsmarkt gehandelt, jetzt endlich erscheint die Studie  aus dem Forschungszentrum Jülich selbst, wenn auch vorerst noch ohne die Mehrzahl der Tabellen und Graphiken, in der frei zugänglichen Zeitschrift „BMC Dermatology“ (BioMed Central): Die Umfragestudie zur Nutzung von Sonnenbänken in Deutschland.

Solariennutzung in Deutschland - Graphik: BMC Dermatology

Solariennutzung in Deutschland nach Alter und Geschlecht  – Graphik: BMC Dermatology

Nach Erscheinen der vollständigen Daten werden wir ausführlicher darauf zurückkommen. Einen ersten Überblick bietet die nebenstehende Graphik.

28 Prozent der Deutschen im Alter ab 14 Jahren haben irgendwann einmal irgendwo (Sonnenstudio, Fitness-Center, Schwimmbad, zu Hause o.ä.) eine Sonnbank benutzt.  11 Prozent tun das 10mal pro Jahr oder häufiger. Das sind etwa 7,8 Millionen „aktive Nutzer“.

Die Altersgruppe mit der höchsten Nutzung sind die 30-44jährigen, wobei der relativ hohe Anteil von Männern erstaunt. Sonnenbank-Nutzung ist offensichtlich nicht mehr ganz überwiegend Frauensache – ausser bei den Jugendlichen unter 18 Jahren. Da spielen die Jungen mit 2 Prozent „Intensivnutzern“ so gut wie keine Rolle.

Die etwa 700.000 Jugendliche mit mehr oder weniger aktiver Sonnenbank-Nutzung machen – das hatten die Solarienverbände auch in eigenen Untersuchungen festgestellt – magere 3,5 Prozent der Solarien-Kunden aus.

Überraschend sind die Ergebnisse nicht. Aber schon auf den ersten Blick erstaunt die in der Wissenschaft nicht immer übliche Offenheit, mit der die Interessen hinter der Studie deutlich ausgesprochen werden.  Die Forscher machen kein Hehl daraus, dass ihre Untersuchung dazu dienen soll, den Gegnern von Solarien  im Kampf  gegen die verderblichen Auswirkungen von Sonne und künstlicher Besonnung die Waffen zu schärfen. Die Studie wurde aufgelegt „…wegen der potentiell negativen Wirkungen der künstlichen Besonnung für die öffentliche Gesundheit…“ (Alle Übersetzungen, d.Red.)
Die Autoren machen sich viele Gedanken darüber, wie man „die Nutzungsrate der künstlichen Besonnung wirkungsvoll zurückdrängen“ könnte und mahnen alle Ärzte im Umgang mit ihren Patienten, „…häufiger und mehr  die bösen Gesundheitsfolgen in Zusammenhang mit Sonnenbänken zu betonen.

Über die positiven Gesundheitswirkungen von Sonne und Solarien wird kein Wort verloren. Abwägen war hier nicht der Auftrag. Auftraggeber: Das Bundesamt für Strahlenschutz.

So sind denn bemerkenswert an der Studie nicht eigentlich die vorgelegten Ergebnisse – ähnliche Studien in anderen Ländern haben ähnliches festgestellt – als vielmehr das spürbare Erstaunen der Autoren über die Motivationslage der Solarien-Nutzer („Bräune ist attraktiv„, „Sonnen fühlt sich gut an“ oder gar „Bräune ist gesund„) und die Sorge darüber, dass offensichtlich die Angst-Kampagnen gegen Sonnenbank-Nutzung und die Drohung mit dem „schwarzen Hautkrebs“ an dieser Motivationslage nichts ändern. Im Gegenteil, die Intensiv-Nutzer (damit meinen die Autoren Menschen, die sich mindestens 10 Besonnungen pro Jahr leisten) unter den Studien-Teilnehmern waren durchschnittlich besser informiert als die Nicht-Nutzer.

Ein aufmerksamer Leser der einschlägigen Literatur (und natürlich ein Leser dieses Weblogs) könnte da auf die Idee kommen zu sagen: eben!

Quelle: BioMed Central

Studie:  Franziska U. Börner et al., A population-based survey on tanning bed use in Germany, BMC Dermatology 2009,  9:6, 20. Juli 2009 (online vorab)

Mit gezinkten Karten? 24. März 2009

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IARC-Report

IARC-Report

Eine der von Solariengegnern gern aber sehr selektiv zitierten Beiträge zur Frage:  „macht die Sonnenbank Hautkrebs (Melanom)?“ ist die vor einigen Jahren erschienene Review-Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsbehörde WHO, die aus vier von 19 untersuchten Studien eine schwache Beziehung zwischen Sonnenbank-Nutzung und Melanom herausgefiltert hatte.

Schon damals wurde von internationalen Experten die einseitige Auswahl der untersuchten Studien kritisiert.

Michael F. Holick

Michael F. Holick

Ausgebaut zu einem „Report“ erschien die Untersuchung der IARC Ende vergangenen Jahres und bestätigte in seinen Schlussfolgerungen die 2007 getroffenen Aussagen.  Zwei der weltweit renommiertesten Experten auf dem Feld der Vitamin-D-Forschung üben jetzt nachhaltige Kritik an Methode und Ergenbnis dieses Reports:

William B. Grant und Michael F. Holick monieren in Beiträgen für die internationale Fachzeitschrift Dermato-Endocrinology die unausgewogene Zusammensetzung der für den Bericht verantwortlichen IARC-Arbeitsgruppe und die fehlerhafte Bewertung der dem Bericht zugrundeliegenden Datenbasis.

William B. Grant

William B. Grant

Nicht nur sei die Arbeitsgruppe in einem Verhältnis von 4:1 zuungunsten der internationalen Vitamin D-Experten zusammengesetzt (einige der profiliertesten Köpfe wurden übergangen) sondern wichtiger:  Vor allem Grant deckt eine Reihe methodischer Fehler und Schwächen in der Analyse auf, die Holick in seinem Betrag bestätigt. Er entdeckt „viele Mängel bei der Auswertung der Daten, auf der die Empfehlungen der Arbeitsgruppe aufbauen, zur Kenntnis bringt.“

Beide loben die gründliche Zusammenstellung der Literatur bis dato, aber Grant stellt fest, dass „lediglich zwei der insgesamt sieben Schlussfolgerungen, die der IARC-Bericht zieht, tatsächlich mit den in den Referenzen enthaltenen Daten übereinstimmen.  Mit Blick auf den Beitrag von Vitamin D und Calcium zur Krebsvermeidung dagegen fallen die Schlussfolgerungen des Berichts sehr viel schwächer aus, als die ihm zugrundeliegenden wissenschaftlichen Befunde eigentlich nahelegen würden“.

Für die derzeit laufende Diskussion um das Solariengesetz in der Bundesrepublik könnte der IARC-Report eine ähnlich verzerrende Rolle spielen wie sein Vorgänger von 2007.

Mit dem Sonnenschein-Vitamin 177 Milliarden Euro sparen! 17. März 2009

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Eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D, zu 90 Prozent durch die UV-Strahlen der Sonne  oder im Solarium in der Haut „produziert“, würde die Gesundheitskosten in den europäischen Ländern um unglaubliche 187 Milliarden Euro senken – bei nur 10 Milliarden zusätzlicher Kosten. Das entspräche einer Einsparung in den Gesundheitsbudgets dieser Länder um 17,7 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie amerikanischer, norwegischer, österreichischer und deutscher Wissenschaftler, die sich  international in der Vitamin D-Forschung einen Namen gemacht haben.

Die Berechnungen basieren nur auf den plausibelsten wissenschaftlichen Einsichten zu den Wirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ aus den vergangenen Jahren. (Die Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden.)

Die Frage lautete:
Welche direkten und welche indirekten gesundheitlichen Auswirkungen würde eine Erhöhung des durchschnittlichen Vitamin D-Spiegels im Blut der europäischen Bevölkerung auf den optimalen Stand von 40 ng/mL (Nanogramm pro Milliliter) haben, was würde das kosten und welche Einsparungen hätte das für die Gesundheitssysteme der Länder zur Folge?

Appell der Forscher an die Verantwortlichen in den europäischen Gesundheitssystemen:
Auf der Basis unserer Ergebnisse wäre es für die Gesundheitsbehörden der europäischen Länder dringend geboten, sich mit den positiven Gesundheitswirkungen des Vitamin D vertraut zu machen„.

Die meisten positiven Gesundheitswirkungen einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung würden, laut Studie, vor allem bei „Volkskrankheiten“ wie Krebs,  Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Atemwegsentzündungen und im Dental-Bereich anfallen.

Frühere Untersuchungen zum gleichen Thema waren schon zu ähnlich spektakulären Ergebnissen gekommen: hierhier und hier).

Quelle: HighWire

Studie:  W.B. Grant et al.,  Estimated benefit of increased vitamin D status in reducing the economic burden of disease in Western Europe, Progress in Biophysics and Molecular Biology, März 2009 (online vorab publiziert)

Besonders Jugendliche leiden unter einem Mangel an „Sonnenschein-Vitamin“ 15. März 2009

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blassDie Hälfte aller Jugendlichen in den USA leiden unter einem Vitamin D-Defizit. Die Mädchen doppelt so häufig wie die Jungen. Die Übergewichtigen sehr viel mehr als die Normalgewichtigen. Und da sich die „sonnenlosen“ Lebensgewohnheiten, die diesen Mangel hervorrufen, und das Übergewicht Jugendlicher schnell ausbreiten, nimmt der Mangel seit Jahren bedrohlich zu. Die Risiken für Rachitis, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele andere „Volkskrankheiten“ steigen.

Zu dieser alarmierenden Erkenntnis kommt eine Studie am Weill Cornell Medical College der renommierten Cornell Universität, die beim Kongress der Pediatric Academic Societies vorgestellt wurde. Die Forscher nutzten die Daten von 3.000 Personen im Alter von 12-19 Jahren des repräsentativen National Health and Nutrition Examination Survey III.

Unsere Ergebnisse sind alarmierend. Wir müssen dringend mehr dafür tun, dass die Öffentlichkeit die Bedeutung einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung besser versteht – und den richtigen Weg dahin,“ so das Fazit eines der Autoren, Prof. Sandy Saintonge, am Weill Cornell Medical College.

Die Veröffentlichung am Tag, da das Bundeskabinett in Berlin ein Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren beschloss, demonstriert anschaulich die beiden Seiten der Besonnungs-Diskussion: Das Thema ist die „gute“ und die „böse“ Sonne.

Ob das kommende „Solariengesetz“ eher die „gute“ Sonne blockiert als die „böse“ Sonne eindämmt, ist noch offen. Dass kontrolliertes, moderates aber regelmäßiges Sonnen – ob in der Natur oder im Solarium – „gut“ ist, gesund für Körper und Psyche, dass dagegen abruptes Turbo-Sonnen, sowohl im Solarium als aber vor allem am Urlaubsstrand oder auf Liegewiesen „böse“ ist, das bestreiten nicht einmal die Anti-Solarien-Kämpfer.  Insofern ist die gesetzliche Regulierung der künstlichen Besonnung, im Prinzip vernünftig und sinnvoll, eher ein symbolischer Akt, der das eigenliche Problem: die optimale Balance zwischen der lebenswichtigen „guten“ und der gefährlichen „bösen“ Sonne, einer Lösung keinen Schritt näher bringt, in seiner derzeitigen Form dagegen gerade im kritischen Punkt „Gesundheit Jugendlicher“ eher negative Folgen haben könnte.

Quelle: Science Daily

Studie:  S. Saintonge et al.,  Implications of a new definition of vitamin D deficiency in a multiracial us adolescent population: the National Health and Nutrition Examination Survey III., Pediatrics, März 2009; 123(3):797-803

Eine Review-Studie vom vergangenen Dezember über Vitamin D-Defizite bei US-Kindern kommt zu ähnlichen Ergebnissen:
Rovner,  O’Brien, Hypovitaminosis D Among Healthy Children in the United States: A Review of the Current Evidence, Arch Pediatr Adolesc Med.2008; 162: 513-519.

Solariengesetz – regulieren oder ersticken? 13. März 2009

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Kaum war das Umweltgesetzbuch am Widerstand vor allem der CSU gescheitert, schon legte das Bundesumweltministerium ein gesondertes „Solariengesetz“ vor, das praktisch wortgleich dem IV. Buch des Umweltgesetzbuchs formuliert war („Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung, NISG“). Der Entwurf ist auf der Website des BMU einzusehen.

Wie im gescheiterten Umweltgesetzbuch – IV. Buch – sind alle substantiellen Regelungen, ausser dem Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren, späteren Verordnungen vorbehalten.  Aber schon im wenig später tagenden Koalitionsausschuss wurde man sich nicht wirklich über die Eckpunkte, wie etwa das Solarienverbot Jugendlicher, einig. Das sollten die Fraktionen im Bundestag untereinander ausfechten, so hieß es.

Dennoch winkte das Kabinett die Vorlage in seiner Sitzung am 11. März durch. Das Parlament und seine Ausschüsse sind jetzt am Zug. Das müsste nun schon eine Art ICE sein, wenn das Gesetz noch vor Ende der Legislaturperiode am Ziel sein sollte. Ein „Fahrplan“ sieht die Verabschiedung des Gesetzes spätestens im Juli vor:

  • 1. Lesung Bundestag 07.05.2009
  • Erste Lesung Bundesrat 15.05.2009
  • 2. und 3. Lesung -Verabschiedung Bundestag 19.06.2009
  • Verabschiedung Bundesrat 10.07. 2009
  • Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt

6 Monate nach Unterzeichnung und Veröffentlichung tritt das Gesetz in Kraft – sprich:  Ende 2009/Anfang 2010

Ob und wann die Ausführungsverordnungen dann folgen – und damit die eigentlichen Inhalte – ist offen.

Anders als das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundeswassergesetz könnte das „Solariengesetz“ (das Gesetz und die inhaltlich entscheidenden Ausführungsverordnungen) bei seiner Vorgeschichte den Wettlauf mit dem Ende der Legislaturperiode also dennoch verlieren und erst im nächsten Bundestag neu verhandelt werden. Im Interesse der „Planungssicherheit“ für alle Teilnehmer im Besonnungsmarkt wäre das bedauerlich.

zerti-neuFreiwillige gegen staatliche Regelung – wirklich ein Gegensatz?

Eng verbunden mit dem Schicksal des „Solariengesetzes“ ist die weitere Entwicklung des Gütesiegels „Geprüftes Sonnenstudio„.

Hier entwickelte sich ein merkwürdiges Zusammenspiel von Solariengegnern und Teilen der Solarienbranche:  Während das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die zweifellos negativen – wenn auch nicht annähernd im behaupteten Umfang-  Ergebnisse der Kontrollen bei den zertifizierten Studios dankbar zum Anlass nahm, mit der groben Keule die „Geprüften Sonnenstudios“ zu prügeln, um die unbedingte Notwendigkeit eines umfassenden Gesetzes zur Detailregelung des Besonnungsmarktes zu „beweisen“, verfielen Vertreter der Solarienbranche in eine trotzige „dann-eben-nicht“-Haltung und erklärten die Zertifizierung für gescheitert. Eigene Anstrengungen und Initiativen seien da nun nicht mehr nötig und sinnvoll. Wo alle Studios gleich gemacht seien, wäre eine Differenzierung durch Qualität nicht mehr möglich und vor allem nicht mehr wirtschaftlich. Ein Qualitätssiegel hätte damit seinen Sinn verloren.

Denkblockaden lösen!

Nicht zuletzt diese wechselseitige Denk-Blockade scheint mitverantwortlich zu sein für den fatalen Schwebezustand, in dem alle Initiativen und Anstrengungen für eine notwendige Fortentwicklung der Besonnungs-Dienstleistungen zu ersticken drohen.

In Wirklichkeit aber verhindern die „Extremisten“ auf beiden Seiten die nahe liegende und sowohl in anderen Branchen als auch für die Solarienbranche in anderen Ländern längst funktionierende Lösung des Problems im Konsens:
Eine gesetzliche „Basisregelung“, die eine gesunde Grundlage für gleiche Wettbewerbsbedingungen unter den Sonnenstudios, Herstellern und Dienstleistern schafft, aber ausreichend Raum lässt für die kreative Fortentwicklung der Besonnungsleistungen und für Angebote überlegener Qualität zu angemessenen Preisen.

Zum Wohle keineswegs nur der Solarienbranche und der gut geführten Sonnenstudios, sondern viel mehr noch im Interesse des mündigen Verbrauchers, der sehr wohl beurteilen kann, wo er die Wohlfühleffekte der Sonnenbank gekoppelt mit den zahllosen positiven Wirkungen für die physische und psychische Gesundheit im Vertrauen auf ein professionelles und leidenschaftlich interessiertes Studio-Management entspannt genießen kann – und wo eben nicht.

Und wenn ihm dabei ein strikt kontrolliertes, freiwilliges Gütesiegel die Wahl erleichtert, um so besser! Der Bürokraten-Traum von der totalen Regulierung schliesst jeden Qualitäts-Wettbewerb um den kritischen Verbraucher aus und hinterlässt: Gleichgültigkeit! Wer will das schon!

Auch Parlamentarier wollen auf die Sonnenbank 19. Februar 2009

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Mehr Sonne ins Parlament

Mehr Sonne ins Parlament

Einen BILD-Sturm der Entrüstung verursachten die Pläne des EU-Parlaments, den Wellnessbereich des Hauses zu erneuern und zu erweitern – mit Fitness-Räumen, Solarien und Saunen. Der eigentliche Auslöser war die voraussichtliche Überschreitung der Kostenvoranschläge um praktisch das Doppelte.

Nach dem Motto, wenn es uns schon nicht gut geht, dann sollt ihr auch nicht sonnen und saunen – schon lange nicht auf unsere Steuerkosten – feierte daraufhin der Populismus fröhliche Urstände und fand ein Forum in den Medien, die für sich nun einmal die Lufthoheit über den Stammtischen reklamieren. Dabei hatte das Parlaments-Präsidium die Pläne längst zurückgestellt.

Quelle: BILD

Gesetze fast ohne Wirkung auf jugendliche Solarien-Nutzer 26. Januar 2009

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jugend-stephan-wengelinski_pixeliode1Es gibt viele Gründe dafür, dass Jugendliche eine Sonnenbank nutzen – oder eben nicht. Staatliche Gesetze mit Zugangsbeschränkungen für Jugendliche scheinen nicht zu diesen Gründen zu gehören!

Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Staaten der USA (19 Staaten bis zum Jahr 2004) solche Gesetze mit Beschränkungen oder Verboten von Solariennutzung für Jugendliche eingeführt haben, hat sich daraufhin das tatsächliche Verhalten der Jugendlichen so gut wie überhaupt nicht verändert.

Zu dieser überraschenden Schlussfolgerung kommt jetzt eine repräsentative Studie im Auftrag der American Cancer Society.

Zwischen den Jahren 1998 und 2004 stieg die Solarien-Nutzung Jugendlicher unwesentlich von 10 auf 11 Prozent. In Staaten mit gesetzlichen Regulierungen für die Solariennutzung Jugendlicher blieb die Nutzung unverändert oder sank geringfügig, in Staaten ohne solche Gesetzte stieg die Nutzung geringfügig – beide Tendenzen waren statistisch nicht relevant (d.h. innerhalb des Zufallsbereichs, d. Red.)“, so das Fazit der Wissenschaftler.

Die Studie untersuchte sowohl die Nutzung einer Sonnenbank jeweils im Jahr vor der Befragung als auch die Häufigkeit der Nutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in den Staaten mit entsprechenden Gesetzen, die nach 1998 erlassen wurden, die Zahl der jugendlichen Solariennutzer zwar ein wenig zurückging, aber die Häufigkeit der Nutzung durch die einzelnen Jugendlichen deutlich anstieg. Eine Erklärung für dieses Phänomen konnten die Forscher nicht liefern.

Anders als die staatlichen Gesetze hatte das Vorbild der Eltern und deren Erlaubnis erheblich Auswirkungen auf das Verhalten der Jugendlichen, ebenso wie – nicht erstaunlich – die allgemeine Einstellung zu Sonne und Besonnung.  Jugendliche, die sich gern und häufiger im Freien an der Sonne aufhalten, nutzen auch häufiger eine Sonnenbank, wenn die Natursonne nicht zur Verfügung steht. Eine offensichtliche Tatsache übrigens, die gern von Studien ignoriert wird, die gesundheitliche Folgen von UV-Strahlen auf den Gebrauch von Solarien zurückzuführen versuchen.

Quelle: HighWire

Studie: Vilma Cokkinides, Martin Weinstock, DeAnn Lazovich, Elizabeth Ward, and Michael Thun, Indoor tanning use among adolescents in the United States, CANCER; online vorab publiziert Dezember 2008; print, 15. Januar 2009

Foto: pixelio/Stephan Wengelinski

Alle Sonnenbänke erhöhen den Vitamin D-Spiegel 23. Juni 2008

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Sonnenbank und Vitamin DAuch die Nutzung von Sonnenbänken mit geringeren UV-B-Anteil am Strahlensprektrum erhöht den Vitamin D-Spiegel.
Den Nachweis liefert jetzt eine Studie an der Universität von Kopenhagen, bei der neben modernen Solarien mit sonnen-ähnlichen Strahlenspektren auch Bänke mit einem deutlich überproportionalen UVA-Anteil eingesetzt wurden.

Das lebensnotwendige Vitamin D wird ganz überwiegend durch die Sonnenstrahlen auf der Haut „hergestellt“. Durch die modernen Lebensformen und die Tatsache, dass im „Vitamin D-Winter“ von Ende Oktober bis März bei uns die Sonne nicht stark genug ist, diesen Prozess anzustossen, kommt es zu erheblichen Vitamin D-Defiziten in breiten Bevölkerungskreisen. In Deutschland etwa leiden knapp 60 Prozent der Menschen nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) an einem Vitamin D-Mangel, der die Entstehung von Brust- und Darmkrebs, Osteoporose, Diabetes, Multipler Sklerose, Infektions- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc. begünstigt.

Ausgleich könnte hier die regelmäßige, kontrollierte Nutzung von Solarien schaffen.

Dass sich diese einfache Lösung eines derart verbreiteten Gesundheitsproblems bisher nicht hat durchsetzen können, liegt auch an den ebenso unermüdlich wiederholten wie falschen Argumenten der Solariengegner: Da das Solarium kaum UV-B – notwendig für die Vitamin D-Synthese – sondern fast ausschliesslich UV-A  ausstrahle, so wird behauptet, könne es auf der Sonnenbank nicht zu einer ausreichenden Vitamin D-Produktion kommen.

Das ist, wie sich nun erweist,  ein doppelter Trugschluss:

  1. Ähneln moderne Solarien der Sonne im Anteil der abgegebenen UVB-Strahlen, haben also in etwa die gleiche Wirkung und
  2. beweist die neue Studie, dass auch Solarien mit höherem UV-A-Anteil die Vitamin D-Produktion in der Haut in Gang bringen.

Unsere Studienergebnisse zeigen, dass Sonnenbänke mit einer Strahlung von nur 0,5% bzw. 1,4% UVB den Vitamin D-Spiegel (Serum 25 OH D) im Blut erhöhen.“ So der Leiter der Forschergruppe am Bispebjerg Hospital der Universität Kopenhagen.

Zwei repräsentativ ausgewählte Gruppen gesunder europäischer Frauen wurden zunächt in Abständen von zwei-vier Tagen vier Mal für zunächst jeweils sechs Minuten später weitere vier Mal für 12 Minuten auf eine Sonnenbank mit niedrigem UVB-Anteil (Gruppe 1: 0,5% UVB, Grupps 2: 1,4% UVB) geschickt.
Eine vergleichbare Kontrollgruppe erhielt keine Besonnung auf der Sonnenbank.

Ergebnis: Während sich  bei der „unbesonnten“ Kontrollgruppe innerhalb von 9 bzw. 18 Tagen keinerlei Veränderung im Vitamin D-Spiegel zeigte,  hatte sich in der Gruppe 1 innerhalb von 9 Tagen der Spiegel um 12, bei der Grupppe 2 um 27 nmol/mL gesteigert.

In den folgenden Tagen stieg der Spiegel zwar weiter an, erreichte aber gegen Ende der Beobachtungszeit ein oberes Plateau und blieb danach unverändert.

(Über ähnliche Ergebnisse hatten wir auch schon in der Vergangenheit hier, hier, hier, und hier berichtet)

Studie: E.Thieden et al., Sunbed Radiation Provokes Cutaneous Vitamin D Synthesis in Humans. A Randomized Controlled TrialPhotochemistry and Photobiology Nov-Dez. 2008 ; 84(6):1487-92 (vorab online veröffentlicht 29.05.2008 )

„Solariengesetz“ in der Anhörung – Verbände zum IV. Buch des Umweltgesetzbuchs 20. Juni 2008

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Umweltgesetzbuch - IV.Buch mit \Im November 2007 hatte die Bundesregierung den 1. Entwurf für ein Umweltgesetzbuch veröffentlicht – gleich auch im Internet – und nach intensiven Diskussionen im März in abgeänderter Fassung vorgestellt.

Zunächst sorgte weniger der Gesetzentwurf selbst als die einseitige Begründung für Konflikte. Das Gesetz selbst enthält nur wenige praktisch relevante Bestimmungen, im wesentlichen lediglich die Altersgrenze von 18 Jahren für die Solarien-Nutzung, und dient vor allem der Ermächtigung der zuständigen politischen Instanzen in Bund und Ländern, Verordnungen mit konkreten Bestimmungen und Regularien zu erlassen.

Am 19. Juni 2008 fand nun im Bundesumweltministerium in Berlin eine Anhörung zum IV. Buch des Umweltgesetzbuchs und damit auch zum „Solariengesetz“ statt. Da zu diesem Zeitpunkt die Verordnungsentwürfe noch nicht vorlagen, blieb die Anhörung eher im „Prinzipiellen“ stecken.

Vor allem die Spitzenverbände der Wirtschaft bestritten, dass das „Solareingesetz“ überhaupt etwas unter dem „Dach“ des Umweltgesetzbuchs zu suchen habe. Auch der scharfe Gegenwind der vorangegangenen Tage mit den Anhörungen zu den übrigen „Büchern“ des Umweltgesetzbuchs lassen ahnen, dass ein „Solariengesetz“ im weiten Mantel einer integrierten Umweltgesetzgebung wenig Chancen hat, den vorgezeichneten Terminplan (s. Bericht vom Photomed-Kongress in Rust) einzuhalten.

Der Photomed-Verband hatte im Vorfeld seine Positionen zu verschiedenen Problemfeldern in Thesen zusammengefasst und mit Beschreibungen wissenschaftlicher Belege ausführlich untermauerte.

Geprüftes SonnenstudioDie Initiative Geprüftes Sonnenstudio, eine Arbeitsgruppe zertifizierter Qualitätsstudios, hatte sich im Vorfeld mit einem Beitrag zur Diskussion an die Öffentlichkeit gewandt:

Ihr Fazit: Staatliche Regulierung ist gut, freiwillige Regulierung (durch Qualitätssiegel und Konsumentenentscheidung) ist besser.

Ihr Argument: Nirgendwo kann eine positive Balance zwischen der „guten“, lebensnotwendigen, gesundheitsspendenden Sonne und der „bösen“, zerstörenden, gesundheitsschädlichen Sonne garantiert werden, außer in einem verantwortungsbewusst betriebenen Studio mit qualifizierter Führung und geschulten Mitarbeitern.

Da dem „Sonnen-Mißbrauch“ am Strand und auf dem Balkon gesetzgeberisch nicht beizukommen sei, konzentriere sich die Aufmerksamkeit auf das vergleichsweise winzige Problem der missbräuchlichen Anwendung von UV-Strahlen durch Sonnenbänke.

Wenn Ende 2008 etwa 15 Prozent aller Sonnenstudios das Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ erworben habe – so die Prognose der zertifizierenden Institutionen – und die Geschwindigkeit der Zertifizierungen anhalte, könne schon bald von einer „flächendeckenden“ Verbreitung zertifizierter Studios gesprochen werden.

Dann aber könne sich der Verbraucher selbst entscheiden, ob er mit garantierter Sicherheit die künstliche Sonne entspannt genießen, Gesundheit tanken, die Haut schonend an die Sommersonne gewöhnen und – sozusagen ganz nebenbei – sich schrittweise die gewünschte Bikini-Bräune zulegen – oder sich ohne Netz und doppeltes Siegel auf eine beliebige Sonnenbank legen wolle.

Quelle: Pressemitteilung der Initiative Geprüftes Sonnenstudio