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Nicht nur die Politik, auch die Wissenschaft streitet über die „gute“ und die „böse“ Sonne 26. Juni 2009

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Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des „Solariengesetzes“ debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das „Solariengesetz“ veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an „Sonnenschein-Vitamin“ sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

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Warum es die Ameise im Winter besser hat 5. Januar 2009

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ameise-grille-fabelIn Lafontaines Fabel von der fleißigen Ameise und der leichtfertigen Grille geht es der Grille im Winter an den Kragen, weil sie versäumt hat, rechtzeitig Vorräte zu sammeln.

Ähnlich ergeht es denen, die im Sommer die Sonne um jeden Preis meiden – sozusagen fabelhaft im Schatten singen und tanzen – statt Sonnenstrahlen einzusammeln und als Vitamin D-Polster im Fettgewebe abzulagern.

So das etwas poetisch formulierte Ergebnis einer Studie über den Zusatzbedarf an Vitamin D im „Vitamin D-Winter“ (bei uns Oktober bis März), wenn die Sonnenstrahlen nicht mehr die Kraft haben, die Vitamin D-Synthese in der Haut ingang zu bringen.

Die irische Studie mit 240 gesunden Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zeigte anschaulich, dass die „Sonnenflüchter“ im Winter erheblich mehr an Vitamin D über die Nahrung, über Nahrungsergänzungsmittel oder im Solarium (in der Studie nicht untersucht) pro Tag aufnehmen müssen um ein gesundes Maß an Vitamin D-Serum im Blut aufrecht zu erhalten.

Bei Beginn des Experiments am Wintereranfang lag der Serum-Spiegel der häufig Sonnenden um mehr als 60 % über dem der „Sonnenflüchter“. Um auch nur ein akutes Vitamin D-Defizit (<25 nmol/ml) zu vermeiden, müssten sie fast das Doppelte an Vitamin D zu sich nehmen.  Ein Defizit, das über die Nahrung allein nicht mehr aufzuholen ist.

Da die meisten Menschen ihren Vitamin D-Spiegel nicht kennen und keine entsprechenden Maßnahmen treffen,  sind diejenigen, die freiwillig oder aufgrund ihrer Lebensumstände die Sonne meiden und/oder nicht ein Solarium nutzen, von den Folgen des Vitamin D-Mangels vor allem gegen Ende des „Vitamin D-Winters“, im Februar-März, stark betroffen. Die Grippe ist dafür nur ein Beispiel unter vielen Erkrankungen im Gefolge eines Vitamin D-Defizits.

Eine  Zusammenfassung mit Interviews führender Vitamin D-Experten zu diesem Thema (in englischer Sprache):

Quelle:  Newswise

Studie:  Kevin D Cashman et al., Estimation of the dietary requirement for vitamin D in healthy adults, American Journal of Clinical Nutrition 2008; 2008;88/6:1535– 42

Licht und Sonnenbank gegen den Winter-Blues 23. September 2008

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Der Herbst ist da und in die allgemeine Stimmungslage mischen sich erst Molltöne. Unvermeidlich wie der Herbst kommen die tröstenden Beiträge in Journalen und Gazetten. „Mehr Licht!“ lautet dann – mit Goethe – die Botschaft der Experten. Lichtduschen gegen den Winter-Blues, der sich bei machen Menschen durchaus zu ernstzunehmender Krankheit, der Winterdepression (SAD), auswachsen kann.

Licht macht fröhlich!“  – aber nicht im Solarium, so die Botschaft! Nur das sichtbare Licht, nicht aber die UV-Strahlen auf der Sonnenbank hätten diese Wirkung. Nur das sichtbare, über die Augen aufgenommene Licht mobilisiere das „Glückshormon“ Serotonin. (Jüngstes Beispiel: BILD)

Und wie jedes Jahr wieder ist das eine Falschinformation: Auch die UV-Strahlen der Sonne und im Solarium haben eine stimmungsaufhellende Wirkung und werden sogar medizinisch zur Bekämpfung von Depression und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Die Wirkung entsteht vor allem – aber nicht nur – durch das von den UV-Strahlen in der Haut produzierte Vitamin D.

Wie der Zufall so spielt: Zeitgleich mit Eröffnung der „Winter-Blues-Falschmeldungs-Saison“ durch BILD erschienen dieser Tage zwei weitere in einer langen Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Vitamin D und Depression.

In einer umfassenden Review-Studie zur Wirkung von Vitamin D auf verschiedene Arten depressiver Verstimmungen bei Frauen kommen die Forscher zu dem eindeutigen Schluss: Vitamin D und damit die UVB-Strahlen der Sonne senken das Risiko von Frauen jeden Alters deutlich, an Depressionen zu erkranken.

Eine norwegische Studie der Universität Tromsö fand heraus, dass bei übergewichtigen Personen Depressionen bei einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut milder verlaufen als bei dicken Menschen mit Vitamin D-Mangel.

Diese Studien werfen auch ein “aufhellendes” Licht auf die eher kuriose Diskussion um die “Sonnensucht” (Tanerexie, frühere Studie dazu). Die stimmungsaufhellende Wirkung der Sonne und der Sonnenbank über die Vitamin D-Bildung macht “süchtig” – ähnlich wie die der Schokoloade – weil die Menschen in der Tat eine heitere Gemütsverfassung einer Depression vorziehen. Eine Überraschung ist das nicht!
(Über ähnliche Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben wir hier, hier, hier, hier und hier bereits berichtet).

Eine völlig andere Vorbeugung und Therapie des Winterblues empfiehlt, wen wundert`s, eine Online-Partnervermittlung – und kreiert dafür sogar einen eigenen Begriff: Wintimacy, eine Kreuzung aus Winter und Intimacy/Intimität.

In einer Umfragestudie stellt sie fest, dass 62% der Befragten sich im Herbst und Winter stärker nach Nähe sehnen als im Sommer. Kurz gesagt: Kuscheln gegen den Winter-Blues.

Als Zusatztherapie empfehlen die Partnerschaftsexperten allerdings zu Recht Besuche auf der Sonnenbank:“Ein garantiert kalorienfreier Stimmungsheber.“

Quelle: BILD, Presseportal

Studien:
P.K. Murphy , C.L. Wagner, Vitamin D and mood disorders among women: an integrative review, J Midwifery Womens Health. 2008 Sep-Oct;53(5):440-6

R, Jorde et al., Effects of vitamin D supplementation on symptoms of depression in overweight and obese subjects: randomized double blind trialJournal of Internal Medicine, 10. September 2008 (online vorab veröffentlicht)

Wenn die Sonne sinkt droht Leukämie 26. November 2007

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Wenn die Sonne sinkt - PolarlichtDas Risiko, an Leukämie zu erkranken, ist in Finnland in der dunklen Jahreszeit um 58 Prozent höher als im Sommer. Wesentlicher Grund dafür ist das verbreitete Vitamin D-Defizit in der sonnenarmen Saison.

Finnische Wissenschaftler von der Universität Oulu stiessen auf diesen Zusammenhang bei der Untersuchung von 7,423 Leukämie-Fällen in Finnland in den Jahren 1964-2003.

Studie: T. Timonen et al., Are sunlight deprivation and influenza epidemics associated with the onset of acute leukemia? Haematologica, 2007 Nov;92(11):1553-6.

Sonnenlicht schützt vor Gebärmutterhalskrebs 23. November 2007

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SonneSonnenlicht schützt vor Gebärmutterhalskrebs. Ein weltweiter Vergleich nationaler Erkrankungszahlen in 107 Ländern zeigt, dass diese Tumorart in sonnigen Ländern näher dem Äquator wesentlich seltener auftritt als in höheren Breitengraden.

Das Forscherteam um die Professoren Cedric F. Garland und William B. Grant von der Universität von Kalifornien in San Diego machen dafür die im Süden stärkere UVB-Strahlung verantwortlich, die die Bildung von Vitamin D3 im Körper ermöglicht. Die Forscher hatten in früheren Studien schon den Schutzeffekt von Sonnenlicht für Darm-, Nieren-, Brust- und Eierstockkrebs mit ähnlichen Ergebnissen untersucht.

In der neuen Studie verglichen sie die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in bestimmten Ländern mit deren Entfernung vom Äquator. Resultat: Mit zunehmender Distanz vom Äquator steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Tumoren. Neben dem Vitamin D-Mangel aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung steigern, nach dieser Studie, auch Übergewicht und ein hoher Anteil tierischer Fette an der Ernährung der Bevölkerung das Krebsrisiko.

Quelle: AP

Studie: Cedric F. Garland et al., Is ultraviolet B irradiance inversely associated with incidence rates of endometrial cancer: an ecological study of 107 countries, Preventive Medicine, Volume 45, Issue 5, November 2007, Pages 327-331

Foto: Flickr/burmeister

Goldener Herbst – die UV-Strahlen der Sonne bringen die Farbe 13. Oktober 2007

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Herbstlaub - Farben und Photosynthese„Goldener Herbst“ – diesen Titel verdient sich der Herbst in diesem Jahr mit vielen sonnigen Tagen. Aber nicht nur der wärmende Sonnenschein auf der Haut macht das goldige Herbstgefühl. Die Sonne, oder besser: ihre UV-Strahlen, spielen auch eine entscheidende Rolle bei den uppigen Farben, mit denen sich die Natur in diesen Tagen schmückt.

Im „Mein-schöner-Garten“ Weblog beschreibt Folkert Siemens anschaulich, wie es dazu kommt und welche Rolle das UV-Licht dabei spielt:

„Wenn der Winter vor der Tür steht, legen nicht nur viele Tiere Vorräte an. Die Bäume und Sträucher schaffen sich jetzt auch für die nächste Saison ein Nährstoffpolster: Der stickstoffreiche grüne Blattfarbstoff (Chlorophyll), mit dem die Pflanzen die Energie des Sonnenlichts für die Bildung von Zucker nutzen (Photosynthese), wird jetzt in seine Bestandteile zerlegt und eingelagert. Im Laufe dieses Prozesses wird sichtbar, dass die Blätter auch orange und gelbe Farbstoffe (Carotinoide und Xanthophylle) enthalten…“

Für „Bäume mit roter oder rotvioletter Herbstfärbung…ist eine andere Farbstoffgruppe zuständig: die Anthocyane. Die Botaniker vermuten, dass die Anthocyane erst im Herbst gebildet werden und als Sonnenschutz wirken.“

Quelle: Mein schöner Garten Online

Wer sonnt ist leistungsfähiger und altert langsamer 7. März 2007

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paar-moire.jpgSonnenfreunde haben es ja immer schon gewusst: Sonne macht nicht nur schön und bringt gute Laune sondern ist auch gesund und schützt – vor allem durch das „Sonnenschein-Vitamin“ D3 – vor vielen Krankheiten und Gebrechen.

Jetzt ab er kommt eine repräsentative Studie der holländischen Bevölkerung in den höheren Altergruppen sogar zu dem Ergebnis: Das Sonnenschein-Vitamin macht fit, leistungsfähiger und verzögert darüber hinaus auch den Alterungsprozess.

Die Forscher vom Medizinischen Zentrum der Universität von Amsterdam untersuchten über einen Zeitraum von drei (3) Jahren ein Gruppe von 1.234 Männer und Frauen ab 65 Jahren auf ihre körperliche Fitness und die Geschwindigkeit, mit der diese Fitness mit zunehmendem Alter abnahm.

Die Teilnehmer mit einem Vitamin D-Spiegel im Blut (Serum 25-OHD) von mehr als 30 ng/ml zeigten eine wesentlich bessere Fitness (verschiedene Leistungs- und Gleichgewichtstests). Ausserdem nahm ihre Leistungsfähigkeit über die drei Jahre weniger deutlich ab als bei den Probanden mit niedrigerem Vitamin D3-Gehalt im Blut.

Vitamin D3 (in seiner aktiven Form als Serum 25-OHD) wird zu 80-90% durch UVB-Strahlen auf die Haut im Körper selbst gebildet und ist daher eher eine Art Hormon.

In Ländern wie Holland – und Deutschland – kann diese Vitamin D-Produktion im Körper während der Wintermonate von Oktober bis März nicht stattfinden, da die Sonnenstrahlen nicht „kräftig“ genug sind, um diesen Prozess anzustoßen. Der Körper zehrt also von den Reserven, die im Fettgewebe im Sommer „eingelagert“ wurden. Am Ende des „Vitamin D-Winters“, also um diese Zeit, sind die Reserven bei den meisten Menschen verbraucht oder auf einem niedrigen Stand. Anfälligkeit für viele Krankheiten und andere Symptome im Vor-Frühling sind Folgen dieses Mangels.

Tatsächlich stellten die Forscher eine besorgniserregende Unterversorgung der holländischen Bevölkerung dieser Altersgruppen mit Vitamin D fest – die Hälfte der untersuchten Teilnehmer lagen unter dem von den Gesundheitsbehörden gesetzten Limit von 20 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter). International wird inzwischen für die Altergruppen über 65 Jahren ein optimalerStatus von 75 ng/ml von Wissenschaftlern empfohlen.

Über ähnliche Studien haben wir auch schon in der jüngeren Vergangenheit berichtet:
Best Agers noch besser mit Sonne
Macht Sonne klug und fröhlich im Alter?

Studie: Paul Lips et al., Vitamin D status predicts physical performance and its decline in older persons, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online vorab publiziert am 6. März 2007 – PDF-Download

UV und „Sonnenschein-Vitamin“ – die Forschung boomt 25. Februar 2007

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UVB und Vitamin D„Was verstehen sie unter einer `Fülle wissenschaftlicher Studien` zu Sonne und Vitamin D?“ So ein Leser dieses Weblogs in kritischer Absicht.

Grund genug, die Entwicklung der Studienanzahl zu diesem Thema über die vergangenen 25 Jahre zu verfolgen. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass sowohl die Anzahl der Untersuchungen als auch ihr Anteil an allen wissenschaftlichen Studien seit dem Jahr 2000 sprunghaft angestiegen ist (s. Graphik, bitte klicken für Vergrößerung).

Noch deutlicher wird das, wenn man hier die jüngsten Zahlen von 2006 hinzufügt: Nicht weniger als 42 neue Studien.

In den meisten dieser Studien wird auf den weit verbreiteten Vitamin D-Mangel vor allem durch ein „zu wenig“ an UVB-Bestrahlung hingewiesen.

Quelle: meshPubmed

„Sonnenschein-Vitamin“ schützt die Haut vor Infektionen 10. Februar 2007

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Haut Immunsysstem Vitamin DDas einzige Vitamin, das der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen kann, Vitamin D3, schützt verletzte Haut vor Infektionen.

Vor enigen Tagen erst hatten wir von der Entdeckung ungeahnter Selbstheilungskräfte der Haut durch Sonnenstrahlen berichtet. Jetzt eine weiterere aufsehenerregende Entdeckung über das Zusammenspiel des Sonnenschein-Vitamins D3 mit dem Immunsystem der Haut.

Die Haut, besiedelt von unzähligen Bakterien und Kleinstlebewesen, ist unsere Barriere gegen die Umwelt. Wenn die Haut verletzt wird, wird ein komplexer Immunvorgang gestartet, der eindringende Keime abfängt und unschädlich macht. Zu diesen Abwehrwaffen gehören antimikrobielle Peptide.

Ein Forschergruppe an der Universität von Kalifornien in San Diego, der Universität von Michigan und der Schering Labors haben nun entdeckt, dass dieser Prozess nur mit Hilfe von Vitamin D3 funktioniert.

„Wir konnten nachweisen, dass Vitamin D3 eine zentrale Rolle spielt in der Immunantwort der Haut auf Verletzungen“ , erläutern die Forscher. „Es setzt die Keratinocyten in die Lage, Mikroben zu erkennen und zu attackieren und so die Wunden vor Infektionen zu schützen.“

Quelle: PubMed, Foto: Bayer

Studie (Download): J. Schauber et al., Injury enhances TLR2 function and antimicrobial peptide expression through a vitamin D-dependent mechanism. Journal of Clinical Investigation, online vorab 8. Februar 2007

Sonnenstrahlen schützten die Haut – Sensationelle Entdeckung internationaler Forscher 30. Januar 2007

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T-ZelleDie Sonne sorgt selber dafür, dass durch ihre UV-Strahlen angerichteten Schäden in der Haut wieder repariert und beseitigt werden. Sie „dirigiert“ mit Hilfe der Vitamin D-Synthese in der Haut die Immunzellen, sogenannte T-Zellen, an die beschädigten Stellen und unterstützt dort deren Aufräumarbeiten.

Diese aufsehenerregende Entdeckung machte jetzt eine Gruppe internationaler Forscher um die Professoren Eugene Butcher und Hekla Sigmundsdottir an der Stanford University in Kalifornien, vorab online veröffentlicht auf der Website der Fachzeitschrift „Nature Immunology„.

Ein Interview mit der Leiterin der Forschungsgruppe, Hekla Sigmundsdottir:

Video auf ScienCentral

Die Immunzellen der Haut, die so genannten dendritischen Zellen, wandeln Vitamin D3 in seine aktive Form um. Vitamin D3 wird von der Haut als Reaktion auf Sonnenlicht gebildet. (Bisher war man davon ausgegangen, dass die Vitamin D-Synthese den „Umweg“ über Leber und Niere benötigt.)

Das aktivierte Vitamin D3 fungiert anschließend als eine Art Botenjunge, der die T-Zellen (gehören zu den weissen Blutkörperchen und „fressen“ die beschädigten Zellen, bevor sie entarten) zu den beschädigten Stellen der Haut dirigiert. Auf diese Weise beginnen sich praktisch in dem Moment, in dem die UV-Strahlung auf die Haut trifft, die Abwehrzellen in dem betroffenen Bereich zu sammeln und können sofort auf Schäden durch Verbrennungen oder die Bildung aggressiver freier Radikale reagieren.

In anderen Worten: Mit Hilfe des in den dentritischen Zellen verarbeiteten Vitamin D3 „wissen“ die T-Zellen , dass die Oberfläche der Haut durch zu viel Sonne eine Schädigung der DNA erlitten hat und eilen herbei, um den Schaden zu beheben.

Auslöser dieses Prozesses ist also die Sonne selbst – und die Empfehlungen vieler Dermatologen, die Sonne so weit wie möglich zu meiden, untergräbt den gesamten „Reparaturkreislauf“. Die Haut verliert ohne die Sonne ihre Fähigkeit, sich gegen Fremdlinge und Beschädigungen zu wehren.

Sonnenlicht in vernünftigen Mengen ist gesund, weil es die Immunabwehr in der Haut aktiviert„, zieht Hekla Sigmundsdottir eine Folgerung aus diesen neuen Erkenntnissen. Ohne Sonne wäre die Haut schutzlos!

Wissenschaftler wie der Dermatologe Clay Cockerell von der University of Texas, Dallas, gehen noch einen Schritt weiter: „Es ist denkbar, dass wir herausfinden werden, dass die (von Vitamin D3 „angeleiteten“) T-Zellen auch gegen Hautkrebs wirksam werden.“

Schon länger wissen Mediziner, dass Vitamin D3 für die positive Wirkung von Sonnenlicht auf Hautkrankheiten wie etwa Schuppenflechte verantwortlich ist.

Das heisse allerdings nicht, darauf weisen die Forscher ausdrücklich hin, dass übermäßiges Sonnen nicht nach wie vor schädlich sei.

Immerhin ist für die laufende Diskussion um das richtige Gleichgewicht zwischen „Zu wenig Sonne – zuviel Sonne“ ein weiterer wichtiger Baustein zu einem Konsens zwischen Sonnenanbetern und Sonnen-Verteuflern (vorwiegend unter Dermatologen zu finden) hinzugekommen.

Quelle: The Scientist

Studie: H. Sigmundsdottir, et al., DCs metabolize sunlight-induced vitamin D3 to ‚program‘ T cell attraction to the epidermal chemokine CCL27, Nature Immunology, Jan 28, 2007.