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Auch helle Haut braucht Sonne 11. August 2009

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Auch helle Haut braucht Sonne

Auch helle Haut braucht Sonne

Sind die Warnungen  vor Sonne und Solarium an hellhäutige Menschen (Hauttyp 1 und 2) zu weit gegangen?

Forscher von verschiedenen renommierten Instituten in Großbritannien geben eine eindeutige Antwort:
Öffentliche Gesundheitskampagnen mit dem Rat an hellhäutige Menschen, die Sonne zu meiden,  müssen geändert werden, weil sie zu Vitamin D-Mangel führen bzw. das Risiko eines Vitamin D-Mangels erhöhen.“ (Übers. d. Red.)

Dass auch für Menschen mit heller, schlecht oder garnicht bräunender Haut der Satz gilt:  „Die Dosis macht das Gift„, wird in den Angstkampagnen einiger Gesundheitsorganisationen grob mißachtet. Die hier gelegentlich propagierte totale Sonnen-Enthaltsamkeit und in der Folge gravierende Vitamin D-Mängel haben gefährliche Gesundheitsfolgen. Aus Angst vor dem Hautkrebs wird dem Körper die Schutzwirkung des „Sonnenschein-Vitamins“ gerade auch gegen verschiedene Krebsarten entzogen.

In der  Studie wurden 1414 weisse Frauen im Alter von 18 – 79 Jahren nach ihrem Hauttyp registriert und nach ihrem Verhalten an der Sonne befragt. Das von der Forschern so nicht erwartete Ergebnis:
Frauen vom Hauttyp 1 und 2 hatten einen deutlich geringeren Vitamin D-Spiegel – 15 Prozent im Durchschnitt – als die Frauen mit Hauttyp 3 oder 4.

Der Grund war im wesentlichen die Vermeidungshaltung der Frauen mit hellerem Hauttyp vor jedem Kontakt mit Sonnenstrahlen oder UV-Strahlen im Solarium. So hatten in der Vergangenheit die Probanden mit Hauttyp 3 und 4 im Schnitt 23 Wochen Ferien in südlichen Gefilden gemacht gegenüber nur 18 Wochen bei den Hauttypen 1 und 2.  Während 52 Prozent der Frauen des dunktleren Hauttyps schon einmal eine Sonnnenbank genutzt hatten, waren es bei den Frauen vom helleren Hauttyp nur 39 Prozent.

Die Vitamin D-Versorgung entsprach diesem Besonnungsmuster. Häufigere Sonnenbank-Nutzung und Ferien an der Sonne entsprachen einem höheren Vitamin D-Spiegel im Blut. Umgekehrt aber das Verhältnis von Vitamin D-Spiegel und Sonnenbrände: Die Teilnehmer, die weniger als zwei (2) Sonnenbrände in der Vergangenheit angaben, hatten einen deutlich höheren Vitamin D-Spiegel im Blut als die Teilnehmer mit mehr als zwei  Sonnenbränden.

In anderen Worten:  Der sprunghafte Umgang mit Sonne und UV-Strahlen – mal Sonnenvermeidung, dass unvorbereitetes übermäßiges Sonnen – führt zu einer schlechteren Vitamin D-Versorgung. Oder umgekehrt: Menschen, die mäßig aber regelmäßig im Freien oder im Solarium sonnen, schützen sich besser vor den negativen Wirkungen der UV-Strahlen und nutzen gleichzeitig besser die vielen positiven Gesundheitswirkungen von Sonne und Solarium.

Alle Teilnehmer an der Studie hatten im Herbst und Winter, dem sogenannten „Vitamin D-Winter“,  einen um mehr als ein Drittel reduzierten Vitamin D-Spiegel im Blut gegenüber den Frühlings- und Sommermonaten.

Wissenschaftliche Verantwortung sollte nicht die Flucht vor den UV-Strahlen von Sonne und Solarium sondern den klugen, kontrollierten und „hauttyp-gerechten“ Genuss auch für Hellhäutige anraten.

Ein Beispiel für gefährliche Sonnen-Meidung

Welches Ausmass die Folgen von undifferenzierten Warnung vor Sonne und Solarien haben kann, zeigt eine Studie aus Neuseeland mit 228 Immigrantinnen aus Süd-Asien.

Nur 16 Prozent der Teilnehmerinnen wiese einen ausreichenden Vitamin D-Serumspiegel im Blut von mehr als 50 nmol/l (ein Wert der ohnehin schon deutlich unter dem von vielen Experten empfohlenen „normalen“ Gehalt von 75 nmol/l liegt).

Zwei Drittel der Frauen gaben an, aus Angst vor Hautkrebs die Sonne so weit wie möglich zu meiden.  Die Sonne in Neuseeland war ihnen als besonders gefährlich geschildert worden.

Zu dem bereits zu niedrigen Spiegel im Sommer kam ein steiler Abfall der Werte im Winter bis zum Frühling hinzu. Die gesundheitlichen Folgen dieses chronischen Vitamin D-Defizits aufgrund von Sonnenangst und häuslichem Lebensstil waren nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: PubMed

Studien:
D. Glass, M. Lens , R. Swaminathan, T.D. Spector , V. Bataille (2009), Pigmentation and Vitamin D Metabolism in Caucasians: Low Vitamin D Serum Levels in Fair Skin Types in the UK, PLoS ONE 4(8): e6477

P.R. von Hurst et al.,  Vitamin D status and attitudes towards sun exposure in South Asian women living in Auckland, New ZealandPublic Health Nutr. 2009 Aug 4:1-6

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Sonne auf Vorrat 17. Juli 2009

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Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Sommersonne für die Vitamin D-Speicher

Wer sich im Sommer häufig an der Sonne aufhält und damit seine Vitamin D-Speicher füllt, hat auch im „Vitamin D-Winter“ die besseren Gesundheits-Karten.

Forscher am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm wollten wissen, welche Faktoren für die Vitamin D-Versorgung im Sommer verantwortlich sind und wie sich das auf die Versorgung mit dem „Sonnenschein-Vitamin“ im Winter auswirkt.

In Stockholm, in etwa auf dem 60 Breitengrad, dauert der „Vitamin D-Winter“, in dem die Sonne kein Vitamin D in der Haut bilden kann, ein halbes Jahr von Anfang Oktober bis Ende März. In dieser Zeit sind die Menschen auf andere Quellen wie Vitamin D-reiche Nahrung und Solarium angewiesen. Das im Sommer gebildete „Sonnenschein-Vitamin D“ speichert sich über einige Zeit auch im menschlichen Fettgewebe ab und kann dort vom Körper „abgerufen“ werden.

Die 100 Teilnehmerinnen der Untersuchung an der Karolinska wiesen im Sommer gegenüber dem „Vitamin D-Winter“ einen knapp 40 Prozent höheren Vitamin D-Spiegel im Blut auf.

Für die Höhe des Vitamin D-Spiegels im Sommer waren vor allem die Dauer des Aufenthalts an der Sonne (statt im Schatten), ein Hauttyp, der einen längeren Aufenthalt an der Sonne gestattete, und ein normales Körpergewicht (kein Übergewicht, kein Adipositas) verantwortlich.

Die Teilnehmer mit dem höchsten Serum-Spiegel im Sommer schnitten auch im Winter am besten ab. Sie hatten ausreichend „Sonne gespeichert“.

Quelle: HighWire

Studie:  A. Burgaz et al., 25-hydroxyvitamin D accumulation during summer in elderly women at latitude 60ºNJournal of Internal Medicine, online vorab 27. April 2009

Pünktlich zum Höhepunkt des „Vitamin D-Winters“: Neue Erkenntnisse zum Durchatmen 24. Februar 2009

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Vitamin D-Mangel schlägt auf die Atemwege

Vitamin D-Mangel schlägt auf die Atemwege

Riesiges Aufsehen und lautes Rascheln im Blätterwald produzierte vor gut zwei Jahren die Studie von Cannell und anderen zur Bedeutung von Vitamin D für Vorbeugung und Therapie der jährlichen Grippewellen vor allem im Spätwinter (Berichte darüber hier und hier).

Jetzt erscheint eine weitere Studie, die nachweist,  dass Vitamin D-Mangel mitverantwortlich ist für die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten, vor allem Erkrankungen der oberen Atemwege.

Am Ende des Vitamin D-Winters, der in unseren Breiten von Mitte Okober bis März dauert, ist der Vitamin D-Spiegel im Blut der Menschen in Deutschland auf dem niedrigsten Stand.  Über 70 Prozent der Bevölkerung leidet jetzt unter Vitamin D-Mangel. Die Wintersonne hat nicht die nötige Kraft, das Vitamin D über die Haut im Körper zu bilden.

Die Forscher von der University of Colorado Denver School of Medicine und der Harvard Medical School unter der Leitung von Prof. Adit Ginde kamen beim Vergleich der Daten von 18 883 Teilnehmern am Third National Health and Nutrition Examination Survey aus den Jahren 1988-94 zu dem Ergebnis, dass die Probanden mit einem Vitamin D-Defizit um ein Drittel häufiger an Atemwegserkrankungen litten, als die Menschen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Bei Asthma-Kranken stieg diese Verhältnis auf das Fünffache.

Unsere Ergebnisse belegen die bedeutende Rolle des Vitamin D in der Vorbeugung und Behandlung von allgemeinen entzündlichen  Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Grippe,“ so Prof. Ginde. „Menschen mit Lungenproblemen wie Asthma oder Empysem leiden ganz besonders unter Entzündungen der Atemwege durch Vitmain D-Mangel.“

Prof. John Cannell, federführender Autor der umfassenden Studien zu Vitamin D und Grippe 2006 und 2008, geht noch deutlich weiter in seinem Newsletter zu diesen Ergebnissen: „Der Wirkmechanismus des Vitamin D bei Infektionen erhöht die körpereigene Produktion von Antibiotika … und bekämpft nicht nur Grippe und Erkältung sondern auch andere saisonale Infektionen, selbst Meningitis, Blutvergiftung oder Lungenentzündung bei Kindern und Erwachsenen„.

Einzige Quelle der Vitamin D erzeugenden UV-Strahlen in den Wintermonaten ist die Sonnenbank mit einem ausreichenden Anteil an UV-B im Strahlenspektrum.  Vitamin D-reiche Nahrung, etwa fetter Fisch oder Milchprodukte, und Nahrungsergänzung können ihren Teil zur Versorgung beitragen, können aber die Sonnenstrahlen nur unzureichend ersetzen.

Quelle: HighWire

Studie: Adit A. Ginde et al,  Association Between Serum 25-Hydroxyvitamin D Level and Upper Respiratory Tract Infection in the Third National Health and Nutrition Examination SurveyArchives of Internal Medicine, Vol. 169 No. 4, 23. February 2009

Sonnenschein für`s Gehirn 24. Januar 2009

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pixelio/adel

Sonne macht klug! Die Ergebnisse verschiedener Studien aus den letzten Jahren lässt sich in dieser Formel plakativ zusammenfassen. (In diesem Weblog hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Das „Sonnenschein-Vitamin“ D3 beeinflusst die Entwicklung und den Erhalt der geistigen Fähigkeiten schon vom Mutterleib an bis ins hohe Alter. Im Alter schützt das Vitamin D vor dem Verlust von Gehirnleistung bis hin zu Demenz und Alzheimer.

Eine Studie der Universität Cambridge, der Peninsula Medical School, Universität von Plymouth,  und der Universität Michigan, USA, hat jetzt erstmals nachgewiesen, dass die geistigen und intellektuellen Fähigkeiten älterer Menschen von Vitamin D- Spiegel im Blut abghängig sind.

In einer Studie mit 2.000 Probanden, 65 Jahre und älter, lag die Gedächtnis-  und andere intellektuelle Leistungen bei Menschen mit  optimaler Vitamin D-Versorgung doppelt so hoch wie bei Teilnehmern mit einem deutlichen Vitamin D-Defizit.

Da der Abfall von Gerhinleistungen als Vorstufe der Demenz gilt, kommen die Forscher zu dem Schluss:  „Demenz ist ein wachsendes Problem für die Gesundheitssysteme weltweit. Erkenntnisse wie die unseren über Wege zur Bekämpfung der Demenz ist damit eine zentrale Herausforderung für alle Gesundheitsdienste,“  so Prof. Iain Lang, einer der Studienleiter. „Für uns, die wir in Ländern mit dunklen Wintern ohne viel Sonnenlicht leben, ist die Versorgung mit ausreichend Vitamin D ein großes Problem  –  ganz besonder  für ältere Menschen, deren Haut das Vitamin D durch die Sonnenstrahlen nicht so gut verarbeiten kann.“

In westlichen Ländern wird etwa 90 Prozent des benötigten Vitamin D durch UV-B-Bestrahlung (aus Sonnenlicht oder im Solarium) der Haut im Körper selbst erzeugt.

Quelle: Eurekalert/Peninsula Medical School

Ein zusammenfassender Überblick der jüngsten Forschung:
E.P. Cherniack et al., Some new food for thought: the role of vitamin D in the mental health of older adults, Curr Psychiatry Rep. 2009 Feb;11(1):12-9.

Foto: pixelio/adel

Warum es die Ameise im Winter besser hat 5. Januar 2009

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ameise-grille-fabelIn Lafontaines Fabel von der fleißigen Ameise und der leichtfertigen Grille geht es der Grille im Winter an den Kragen, weil sie versäumt hat, rechtzeitig Vorräte zu sammeln.

Ähnlich ergeht es denen, die im Sommer die Sonne um jeden Preis meiden – sozusagen fabelhaft im Schatten singen und tanzen – statt Sonnenstrahlen einzusammeln und als Vitamin D-Polster im Fettgewebe abzulagern.

So das etwas poetisch formulierte Ergebnis einer Studie über den Zusatzbedarf an Vitamin D im „Vitamin D-Winter“ (bei uns Oktober bis März), wenn die Sonnenstrahlen nicht mehr die Kraft haben, die Vitamin D-Synthese in der Haut ingang zu bringen.

Die irische Studie mit 240 gesunden Teilnehmern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren zeigte anschaulich, dass die „Sonnenflüchter“ im Winter erheblich mehr an Vitamin D über die Nahrung, über Nahrungsergänzungsmittel oder im Solarium (in der Studie nicht untersucht) pro Tag aufnehmen müssen um ein gesundes Maß an Vitamin D-Serum im Blut aufrecht zu erhalten.

Bei Beginn des Experiments am Wintereranfang lag der Serum-Spiegel der häufig Sonnenden um mehr als 60 % über dem der „Sonnenflüchter“. Um auch nur ein akutes Vitamin D-Defizit (<25 nmol/ml) zu vermeiden, müssten sie fast das Doppelte an Vitamin D zu sich nehmen.  Ein Defizit, das über die Nahrung allein nicht mehr aufzuholen ist.

Da die meisten Menschen ihren Vitamin D-Spiegel nicht kennen und keine entsprechenden Maßnahmen treffen,  sind diejenigen, die freiwillig oder aufgrund ihrer Lebensumstände die Sonne meiden und/oder nicht ein Solarium nutzen, von den Folgen des Vitamin D-Mangels vor allem gegen Ende des „Vitamin D-Winters“, im Februar-März, stark betroffen. Die Grippe ist dafür nur ein Beispiel unter vielen Erkrankungen im Gefolge eines Vitamin D-Defizits.

Eine  Zusammenfassung mit Interviews führender Vitamin D-Experten zu diesem Thema (in englischer Sprache):

Quelle:  Newswise

Studie:  Kevin D Cashman et al., Estimation of the dietary requirement for vitamin D in healthy adults, American Journal of Clinical Nutrition 2008; 2008;88/6:1535– 42

Den „Vitamin D-Winter“ zu Herzen nehmen! 22. November 2008

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Im „Vitamin D-Winter“ ist die Sonne nicht in der Lage, durch ihre UV-Strahlen die Menschen mit ausreichend Vitamin D über die Haut zu versorgen. Das daraus resultierende Vitamin D-Defizit (z.B. bei bis zu 8o Prozent der Deutschen) führt unter anderem zu Herz-Kreislauf-und koronaren Herz-Erkrankungen, Herzinfarkten, Bluthochdruck und dem sog. Metabolischen Syndrom.

Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Review-Studie einer Forschergruppe um Prof. Sue Penckofer von der Loyola University in Chicago.

Sonnenmangel könne die Gefahr von Herzerkrankungen um 30-50 Prozent steigern. Durch Vitamin D-reiche Ernährung allein sei ein Defizit nicht auszugleichen. Gaben von Vitamin D2 und D3 als Nahrungsergänzung müssten sehr genau überwacht werden, da die Menschen sehr unterschiedlich auf die externe Zufuhr von Vitamin D reagierten. (Bei der Bildung von Vitamin D durch UV-Strahlen auf die Haut wird das im Prozess der Vitamin D-Synthese „natürlich“ reguliert).

Nur wenige Ärzte checken heute schon den Vitamin D-Spiegel ihrer Patienten, vor allem nicht die von Problemgruppen. Dabei sind sich heute die meisten Experten einig, dass Menschen mit einem Infarkt-Risiko oder mit Erschöpfungssyndrom, Muskel- und Gelenkschmerzen oder saisonaler Depression vor allem im Vitamin D-Winter ihr Vitamin D messen lassen sollten,“ so Prof.  Penckofer.

Quelle: Washington Post

Studie: Diane E. Wallis et al., The „Sunshine Deficit“ and Cardiovascular Disease, Circulation. 2008;118:1476-1485

Schwanger im „Vitamin D-Winter“ 20. November 2008

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Foto: flickr

91 Prozent der schwangeren Frauen in Irland leiden während des „Vitamin D-Winters“ (Oktober – März) unter zum Teil erheblichem Vitamin D-Mangel.

Ein solcher Mangel wird zunehmend mit geringerer Größe und Gewicht, geringerer Knochendichte und dem Auftreten von verschiedenen Krankheiten und Mangelerscheinungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht.

Eine Forschergruppe der Universität von Cork, Irland, untersuchte über drei Jahre hinweg schwangere Frauen im Alter zwischen 24 und 42 Jahren jeweils in drei „Trimestern“ pro Jahr auf den Gehalt von Vitamin D – 25(OH)D – im Blut. Als ausreichend wurde ein Gehalt von 50 nmol/L und mehr angenommen. 25 bis 50 nmol/L wurde als „unzureichend“, weniger als 25 nmol/L als „defizitär“ definiert.

Insgesamt blieben bis zu 76 Prozent der Schwangeren unterhalb der optimalen Werte im Jahresdurchschnitt. Nur im Hochsommer erreichte eine knappe Mehrheit die wünschenswerte Größenordnung. Eine Erklärung, warum besonders in der Schwangerschaft ein solch drastischer Vitamin D-Mangel zu beobachten ist, bieten die Autoren nicht.

Quelle: HighWire

Studie: M.N. O`Riordan et al., Prevalence of Suboptimal Vitamin D Status During PregnancyIrish Medical Journal, 2008; 101: 240, 242

Grippe, Sonne und Vitamin D – Neun Fragen und eine Antwort 9. März 2008

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Vitamin D und GrippeAls vor 18 Monaten eine Gruppe international renommierter Forscher einen Zusammenhang von periodisch auftretenden Grippe-Epidemien und dem gleichzeitig auftretenden Vitamin D-Mangel am Ende des „Vitamin D-Winters“ behaupteten und belegten (wir haben darüber berichtet), ging ein Sturm durch den Blätterwald wissenschaftlicher Journale und Publikums-Magazine.

In diesen Tagen nun veröffentlicht die Gruppe in ähnlich prominenter Besetzung einen Folgebeitrag, der noch umfassender die Frage nach den Ursachen der Grippe-Epidemien stellt und die Folgerungen ausführlicher begründet. Auf neun detaillierte und schon vor Jahrzehnten von Epidemologen gestellte Fragen gibt es danach nur eine alle Aspekte abdeckende Antwort:

Die Auswirkungen des saisonalen und darüber hinaus in bestimmten Bevölkerungsteilen vorherrschenden Vitamin D-Mangels auf das Immunsystem ….“

Quelle: Vitamin D Council

Studien:
John J Cannell, Michael Zasloff, Cedric F Garland, Robert Scragg, Edward Giovannucci, On the epidemiology of influenza, Virology Journal 2008, 5:29, März 2008 (PDF kostenlos)

J. J. Cannell, R. Vieth, J. C. Umhau, M. F. Holick, W. B. Grant, S. Madronich, C. F. Garland and E. Giovanucci, Epidemic influenza and vitamin D, Epidemiology and Infection, Volume 134, Issue 06, December 2006, pp 1129-1140

Wintersonne zu schwach für den Norovirus 18. Februar 2008

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Hunderttausende hat er in den vergangenen Wochen schon erwischt und es werden noch einige mehr bis zum Ende des Winters: Der Norovirus. Er tritt plötzlich auf mit Durchfall und Erbrechen und verschwindet im Regelfall nach ein bis zwei Tagen ebenso plötzlich.

Einer der Gründe, weshalb dieser tückische Virus immer zu dieser Zeit im Jahr auftritt, ist der „Vitamin D-Winter„. Bei vielen Menschen in unserem Land sind inzwischen die im Sommer durch die Sonneneinstrahlung auf der Haut eingelagerten Vorräte an Vitamin D aufgebraucht, die Regulierung der Immunantwort des Körpers auf den Virus funktioniert daher nicht mehr richtig und es kommt zum Ausbruch der Krankheit.

In einer bisher nur online veröffentlichten Studie hat der führende internationale Vitamin D-Forscher, William B. Grant, vom Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco diesen Zusammenhang für Großbritannien nachgewiesen.

Der Norovirus schlägt ganz überwiegend dort zu, so das Ergebnis der Untersuchungen von Prof. Grant, wo der Vitamin D-Serumspiegel im Blut besonders niedrig ist.

Das Vitamin D – tatsächlich in seiner aktiven Form ein Hormon mit der Bezeichnung Calcitriol (1,25-dihydroxyvitamin D3) – das zu etwa 90 % durch UVB-Strahlen in der Haut gebildet wird, regt die Produktion eines antibakteriellen Peptids, des Cathelicidin (LL-37) an, das seinerseits die Bekämpfung des Virus steuert.

Grant kommt zu dem Ergebnis, dass eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D auch im Winter durch Nahrungsergänzung oder künstliche Besonnung der Norovirus-Epidemie die Spitze abbrechen würde.

Studie: William B. Grant, Seasonal variation in the United Kingdom of enteric viruses—astrovirus, norovirus, and rotavirus—appears linked to solar ultraviolet-B doses and vitamin D, Epidemiology and Infection, 10. Februar 2008 (vorab online publiziert)

Vitamin D-Defizite vor allen bei jungen Mädchen 22. Januar 2008

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Mädchen in der SonneVitamin D-Mangel bei Jugendlichen ist weit verbreitet – mit den bekannten gesundheitlichen Folgen. Besonders krass fällt das Vitamin-Defizit bei jungen Mädchen aus. Im sonnenarmen Winter ist der Anteil Jugendlicher mit einem Vitamin D-Mangel weit mehr als doppelt so groß wie im Sommer.

Mit diesen Ergebnissen bestätigt eine Studie aus Nordirland frühere Befunde über die besonders unzureichende Versorgung von Jugendlichen mit dem lebenswichtigen „Sonnenschein-Vitamin“ (25-hydroxyvitamin D).

Von den 1015 untersuchten 12 bzw. 15jährige Jungen und Mädchen hatten 36% einen Vitamin D-Spiegel von unter 50 nmol/l. (Von den meisten Wissenschaftlern wird heute eine Menge von 75 nmol/l und mehr als wünschenwert angesehen.) Im Winter stieg dieser Wert gar auf 46%.

Während bei den Jungen „nur“ bei 38% ein Vitamin D-Mangel im Winter gemessen wurde, wiesen bei den Mädchen deutlich mehr als die Hälfte (55%) einen Mangel an „Sonnenschein-Vitamin“ auf.

Neben dem Sonnenmangel war, so die Studie, eine ausgesprochen Vitamin D-arme Ernährung Ursache für dieses Ergebnis.

Wie schon bei früheren Studien zu den positiven Gesundheitswirkungen der Sonne im Kindes- und Jugendalter (dazu hier, hier und hier) stellt sich auch bei diesen Daten die Frage nach der Balance aus notwendigem Sonnenschutz und Gesundheitswirkungen der Sonne bei Kindern und Jugendlichen. Mit medienwirksame “Kernsätze” zur Totalvermeidung von Sonne bei Kindern und Jugendlichen tragen nachweislich eher zum Problem als zu dessen Lösung bei.

Quelle: PubMed

Studie: T.R. Hill et al., Vitamin D status and its determinants in adolescents from the Northern Ireland Young Hearts 2000 cohort. British Journal of Nutrition. 15. Januar 2008:1-7