jump to navigation

Hilfe zur Selbsthilfe für die Haut? 31. August 2008

Posted by lbmedien in Sonnen-News, UV-Strahlen.
Tags: , , , , ,
add a comment
"Forever young" durch Gen-Reparatur?

"Forever young" durch Gen-Reparatur? Foto: fvs

Der Unterschied zwischen der „guten“ und der „bösen“ Sonne liegt in der Dosis.

Darauf verweisen Wissenschaftler (s. das Interview mit Prof. Jörg Reichrath) wie Experten der Besonnungsbranche, darauf zielen auch die Bemühungen um Zertifizierung der Sonnenstudios mit dem Gütesiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ und die Diskussionen um staatliche Regulierungen von Solarien. Der Hinweis darauf – und die täglich neuen wissenschaftlichen Erkenntisse darüber – dass allein der meßbare gesundheitliche Nutzen der Besonnung  die möglichen Schäden vor allem bei Sonnen- und Solarien-Mißbrauch um ein Vielfaches übertreffen, macht diese Diskussion keineswegs überflüssig.

UV-Strahlen ab einer bestimmten „Dosis“ schädigen die Zellen der Haut. Die Haut schützt sich auf ganz natürliche Weise vor diesen Schäden mit zwei „Strategien“ durch

  • „Bräunen“, Produktion, Transport an die kritischen Stellen und Einfärben von Melanin,
  • „Reparatur“, die natürlichen Prozesse in der Haut, die für die Wiederherstellung oder das Absterben geschädigter DNA zuständig sind.
DNA-Schäden durch UV-Strahlen. (c)Kommission zur Früherkennung von Hautkrebs

DNA-Schäden durch UV-Strahlen.

Erst wenn diese beiden „Korrekturgänge“ überfordert werden, kommt es zu dauerhaften Schäden mit möglicherweise Spätfolgen von Hautalterung bis Hautkrebs.

Der Erfolge bei den Versuchen, die Menschen von der Einhaltung einer verträglichen und gesunden „Sonnen-Dosis“ zu überzeugen, ist äußerst bescheiden (die Zahl der Sonnenbrände pro Person nimmt eher zu als ab). Dazu kommt die Erkenntnis, dass der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln die negativen Folgen übermäßigen Sonnens nicht mindert sondern teilweise sogar noch verstärkt. Dieweil wurde die einzige Möglichkeit einer kontrollierten, individuell dosierten Besonnung im Solarium durch jahrzentelange Verteufelung der Gegner und Versäumnisse der Branche selbst ins gesellschaftliche Abseits gestellt.

Da liegt es nahe, der Haut, statt sie mit allerlei äußeren Manipulationen schützen zu wollen, lieber bei den körpereigenen Abwehr- und Reparatur-Anstrengungen zu helfen.  Dass dabei auch gleich die „Schönheitsfrage“ gestellt und beantwortet , der Schlüssel zum „Forever Young“ gefunden werden könnte, macht die Sache natürlich brisant – weit über das Problem des Sonnenschutzes hinaus.

Eine auch für Laien lesbare Zusammenfassung der jüngsten Entwicklungen und Diskussionen zu diesem Thema findet sich jetzt in der WELT ONLINE:
http://www.welt.de/welt_print/article2372684/Kur-fuer-die-Gene.html

In eingängigen Beschreibungen der jüngeren Forschung und in vorsichtig-kritischen Kommentaren beteiligter Wissenschaftler stellt der Beitrag die positiven wie bedenklichen Aussichten vor auf die hoffnungsvolle Versöhnung der „guten“ und der „bösen“ Sonne durch einen (fast) natürlichen Ausgleich.

Quelle: Welt Online, „Kur für die Gene“, 30.08.08

Graphik:Kommission zur Früherkennung von Hautkrebs

Sonne, Kinder, Sonnenschutz – Betrübliche Bilanz 4. Juli 2008

Posted by lbmedien in Sonnen-News, Sonnenbrand, UV-Strahlen.
Tags: , ,
add a comment
Sonnenschutz für Kinder

Sonnenschutz für Kinder

Nur zwei von 21 Sonnenschutzmitteln für Kinder konnten in einer  Untersuchung des Test-Magazins ÖKO-TEST (Juli-Ausgabe) Bestnoten verbuchen.

Dagegen wurde sechs Marken das schlechteste Testurteil „ungenügend“ attestiert. Der Rest der Sonnenschutzmittel bewegte sich in einem breiten Mittelfeld.

Häufigster Kritikpunkt: Die enthaltenen UV-Filter. Diese Substanzen sollen vor einem Sonnenbrand schützen, aber viele Filterstoffe machen selbst Probleme. So stecken in 16 Mitteln UV-Filter, die in den Verdacht geraten sind, wie Hormone zu wirken (s. auch den Bericht über verbreitet Gifte in Sonnenschutzmitteln).

Ein relativ neues Problem ist die unzureichende Deklaration einiger Produkte. Hier hat die EU kürzlich neue Empfehlungen auf den Weg gebracht, die insbesondere dafür sorgen sollen, dass der Verbraucher etwa die  ausgelobten Lichtschutzfilter besser einordnen kann. Trotzdem schreiben die Produzenten häufig immer noch ihre alten Werbebotschaften auf die
Verpackungen.

Allerdings wiederholt Öko-Test ungeprüft die von Medien und Sonnen-Kritikern gern eingesetzte aber falsche Behauptung, dass Kinder bis zum 18 Lebensjahr bereits 80 Prozent ihrer „Lebens-UV-Dosis“ abbekommen haben. Dass Kinder und Jugendliche heute aufgrund der radikal veränderten Lebensstile nicht mehr sondern weniger Sonne abbekommen als Erwachsene, wird zwar in allen wissenschafltichen Untersuchungen der letzten Jahre nachgewiesen, hat sich in den Medien aber noch nicht herumgesprochen.

Über Probleme mit Sonnenschutzmitteln und dem richtigen Sonnenschutz für Kinder hatten wir bereits hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Öko-Test

„Take Your Hat Off!“ und „Let the Sunshine In!“ 20. Mai 2008

Posted by lbmedien in Sonnen-News, Sonnenschein-Vitamin, Vitamin D-Mangel.
Tags: , , , ,
1 comment so far

\Als Joe Cocker seinen Song „You can leave your hat on“ komponierte, war er sich der Zustimmung mancher Dermatologen in ihrem Kampf gegen die Sonne gewiß, ahnte aber noch nicht, dass ihm dereinst der Direktor des Amts für Öffentliche Gesundheit (Director of Public Health) von Tasmanien, der Insel südlich von Australien, im Mai 2008 heftig widersprechen würde.

Nach Jahren militanter Kampagnen gegen jeden Aufenthalt an der Sonne, vor allem zur Mittagszeit, und für das Tragen breitkrempiger Hüte stellt sich jetzt heraus, dass die Bewohner und vor allem die Kinder und Jugendlichen dieser Insel unter einem Vitamin D-Mangel leiden – mit den bekannten weitreichenden Folgen für die Gesundheit.

Also startete jetzt der Gesundheits-Direktor, Roscoe Taylor, eine Gegenampagne unter dem Titel: „Take Your Hat Off!“, mit der die Menschen in Tasmanien angeregt werden sollen, zumindest im Winter (der jetzt Down Under eben beginnt) auch zur Mittagszeit keine Hüte zu tragen, damit die Sonne eine Chance bekommt, die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D in der Haut anzustoßen.

Zum Entsetzen der Kosmetik-Industrie, die in der Vergangenheit die Anti-Sonnen-Kampagnen gesponsert hatte, empfahl Taylor auch gleich noch, in dieser Zeit die Sonnencreme wegzulassen. In einem Aufruf an die Eltern der tasmanischen Jugendlichen schreibt Taylor:

„…Es ist jetzt bis in das Frühjahr hinein sicher für die Kinder und Jugendlichen, keine Hüte in der Mittagspause zu tragen. Vitamin D ist wichitg für die Knochengesundheit und für ein starkes Immunsystem und wird im Körper gebildet durch die Sonnenstrahlen auf der Haut. Deshalb sollten die Menschen ihren Vitamin D-Bedarf nicht unnötig durch Sonnenschutz gefährden, wenn es dazu keinen Anlass gibt.

Quelle: Tasmania Government Media Release

Sonnenschutz giftig? 17. Mai 2008

Posted by lbmedien in Sonnen-News, Sonnenschutz.
Tags: , , , ,
3 comments

Sonnencremes stören den HormonhaushaltSonnenschutzmittel sind ins Gerede gekommen. Nicht nur haben Studien in letzter Zeit immer wieder nachgewiesen, dass die Cremes und Lotionen zwar gegen Sonnenbrand nicht aber gegen Hautkrebs schützen (im Gegenteil), jetzt ist auch noch eine öffentliche Diskussion um die Giftigkeit der Inhaltsstoffe in Gang gekommen.

Bestimmte UV-Filter in Sonnencremes und Flammschutzmittel in Textilien bringen den Hormonhaushalt der Menschen durcheinander. Über die Haut gelangen bestimmte hormonaktive Substanzen aus den Sonnenschutzmitteln in den Körper und führen zu Veränderungen der Steuerungsfunktion einiger der etwa 50 verschiedenen Hormone im menschlichen Körper.

In den USA haben jetzt die U.S. Centers for Disease Control (CDC) und deren Environmental Working Group (EWG) Alarm geschlagen und darauf hingewiesen, dass inzwischen – laut einer im März dieses Jahres veröffentlichten Studie – 97 Prozent der Amerikaner zum Beispiel mit der Chemikalie Oxybenzone (4-methoxy-2-hydroxybenzophenone), vergiftet sind, die in Sonnencremes und anderen Kosmetika Verwendung findet. Die Chemikalie wird unter anderem für die Unterentwicklung von Babies bei der Geburt und im Gefolge für eine Reihe chronischer Krankheiten im späteren Leben verantwortlich gemacht.

In der Schweiz hat die Swiss National Science Foundation und das Umweltbundesamt Forscher und Industrie zur Erarbeitung einer „Konsensplattform“ an einen Tisch gebracht. Das Thema hat durch diese Aktivitäten eine neue Dringlichkeit bekommen, nachdem die Diskussion über Jahre eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden war.

Quellen:
http://www.nrp50.ch (Swiss National Sciene Foundation)
http://www.ewg.org/node/26212 (Environmental Working Group)

Foto: Freiöl

UV-Messung hilft nicht gegen Sonnenbrand 6. Januar 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Sonnenbrand, Sonnenschutz, UV-Strahlen.
Tags: , ,
add a comment

UV-Wissen und SonnenverhaltenDer Unterschied von „guter Sonne“ und „böser Sonne“ liegt in der Dosis. Zu wenig Sonne (im Freien oder im Solarium) schadet erheblich der körperlichen und psychischen Gesundheit – zu viel Sonne auch.

Mit dem UV-Index, der jederzeit über öffentliche Medien weltweit aktuell abgerufen oder mit kleinen Meßgeräten am Körper direkt gemessen werden kann, sollten alle Menschen in die Lage versetzt werden, die Intensität der UV-Strahlung jederzeit zu kennen und sich damit die optimale „Dosis Sonne“ selbst verordnen zu können. Durch Wissen zur „Sonnen-Gesundheit“, sozusagen.

Diese Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. Mehr Wissen über UV-Strahlung hier und jetzt führt nicht zu richtigem Verhalten und vernünftiger Nutzung der „guten Sonne“ – eher im Gegenteil!

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung italienischer Wissenschaftler mit 91 Teilnehmern im Alter von 21-23 Jahren. Einer Gruppe wurden UV-Messgeräte zur Verfügung gestellt, der anderen Kontrollgruppe dagegen keinerlei Informationen über den jeweils aktuellen UV-Index.

Zur Überraschung der Wissenschaftler verhielt sich die Gruppe mit den UV-Geräten unvernünftiger als die Kontrollgruppe: Die Teilnehmer in dieser Gruppe hielten sich länger in der Mittagssonne auf, nutzten weniger Sonnenschutzmittel und holten sich sehr viel häufiger einen Sonnenbrand – genau das Verhalten, das durch die UV-Informationen verhindert werden sollte.

Die Forscher vermuten unter anderem, dass sich die Nutzer von UV-Messgeräten unbewusst „auf der sicheren Seite“ wähnten und daher die Intensität der Sonnenstrahlen unterschätzten.

Über ähnlich paradoxe Ergebnisse hatten wir schon früher berichtet im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Sonnenschutzmitteln (führt nicht zu weniger und gelegentlich zu mehr Sonnenbränden) und der Wirkung von Sonnenschutz- und Angst-Kampagnen (ändern nicht das – falsche – Verhalten an der Sonne vor allem bei Jugendlichen).

Quelle: Blackwell

Studie: Paolo Carli et al., The Use of Commercially Available Personal UV-meters Does Cause Less Safe Tanning Habits: A Randomized-controlled Trial, Photochemistry and Photobiology, vorab online veröffentlicht.