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Sonnenschein-Vitamin bekämpft Tuberkulose 16. Februar 2008

Posted by lbmedien in Besonnung, Forschung, Sonne, Vitamin D-Mangel.
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Zauberberg - Vitamin D und TuberkuloseMan muss nicht Thomas Mann`s „Zauberberg“ gelesen haben, um von einer der ältesten „Anwendungen“ der Sonne als Heilmittel zu wissen: Bei Tuberkulose war der Aufenthalt an der Sonne im Freien (am besten in großer Höhe) schon vor einem Jahrhundert das Mittel der Wahl.

Warum das aber so ist, wird erst allmählich bekannt mit der Erforschung der immunregulierenden und antibakteriellen Wirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ D3.

In einer umfassenden Review- und Meta-Studie, die Forschungergebnisse aus den vergangenen Jahren seit 1980 zusammenfasst, kommen jetzt australische Forscher zu dem eindeutigen Ergebnis, dass „ein niedriger Pegel des Vitamin D-Serums im Blut das Risiko einer akiven Tuberkulose-Erkrankung erhöht.“

Gestützt wird diese Aussage durch eine gleichzeitig erschienene Studie mit 375 afrikanischen Einwanderern nach Australien. 78 Prozent der Probanden hatten eine deutliches Vitamin D-Defizit. Durch die dunkle Pigmentierung konnte unter den veränderten Umständen im Einwanderungsland die Sonne nicht ausreichend Vitamin D3 durch die UV-Strahlen in der Haut bilden.

Teilnehmer mit einem Vitamin D-Defizit litten sehr viel häufiger an Tuberkulose. Zum ersten Mal wurde in dieser Studie nicht nur die „offene“ Tuberkulose sondern auch die latente Infizierung gemessen. In beiden Fällen zeigte sich die gleiche Verbindung mit einem Vitamin D-Mangel.

„Ein niedrige Vitamin D-Spiegel erhöht das Risiko einer Erstinfektion mit mykobakterieller Tuberkulose. Und einmal infiziert erhöht der Vitamin D-Mangel die Wahrscheinlichkeit einer offenen TB,“ so die Studienleiterin Dr. Katherine Gibney vom Royal Melbourne Hospital in einem Interview.

(Über weitere Studien zu diesem Thema haben wir hier, hier und hier berichtet)

Quellen: Reuters Health/PubMed

Studien:
Kelechi E Nnoaham, Aileen Clarke, Low serum vitamin D levels and tuberculosis: a systematic review and meta-analysis, International Journal of Epidemiology 2008 37(1):113-119 (PDF kostenlos)

K.B. Gibney et al., Vitamin D deficiency is associated with tuberculosis and latent tuberculosis infection in immigrants from sub-Saharan Africa, Clin Infect Dis, Februar 2008;46(3):443-6

Schon unsere Urahnen erkrankten durch Mangel an „Sonnenschein-Vitamin“ 10. Dezember 2007

Posted by lbmedien in Atemwegserkrankungen, Besonnung, Hautfarbe, Sonnenschein-Vitamin, Vitamin D-Mangel.
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Homo erectus Tuberkulose durch Vitamin d-MangelSchon vor 500.000 Jahren scheinen die ersten Einwanderer aus Afrika nach Europa, der sog. Homo erectus, unter Infektionskrankheiten wie etwa der Tuberkulose gelitten zu haben.

Der Grund, so vermuten Wissenschaftler einer multinationalen Forschergruppe um den Anthropologen John Kappelmann von der Universität Texas:
Die Urmenschen jener Zeit waren noch auf ihrem Wanderzug von Afrika in den Norden. Aus dem sonnigen Süden kommend war der Homo erectus noch dunkelhäutig und konnte dadurch nur wenig Vitamin D produzieren, da das dunkle Hautpigment Melanin die ultravioletten Strahlen der Sonne blockiert. Die UV-Strahlung ist zu etwa 90 Prozent verantwortlich
für die Produktion von Vitamin D in der menschlichen Haut, das dem Immunsystem bei der Abwehr von Infektionen hilft. Auf den Weg in den Norden, wo die Intensität der UV-Strahlen geringer ist, fiel dieser Mangel besonders stark ins Gewicht.

Die Forscher hatten Spuren einer Tuberkulose-Erkrankung bei einem Schädel eines Urmenschen, eines jungen Mannes, der Art Homo erectus aus einer Fundstätte in der westlichen Türkei entdeckt.

Auch eine soeben vorab erschienene Studie mit Enwanderern nach Australien unterstreicht die vorbeugende Wirkung von Vitamin D bei Tuberkulose.

Auf Studien über den Zusammenhang von Tuberkulose (hier und hier) und Atemwegserkrankungen (hier und hier), mit Vitamin D- und Besonnungs-Defiziten hatten wir in diesem Weblog bereits hingewiesen.

Quelle: wissenschaft.de

Studien:
John Kappelman et al., First Homo erectus from Turkey and implications for migrations into temperate Eurasia, American Journal of Physical Anthropology, online vorab publiziert, 7. Dezember 2007

K.B. Gibney et al, Vitamin D Deficiency Is Associated with Tuberculosis and Latent Tuberculosis Infection in Immigrants from Sub-Saharan Africa, Clinical Infectious Diseases, Januar 2008, online vorab publiziert