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Mehr Sonne bedeutet nicht: mehr Melanom 16. April 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Hautkrebs, Sonnenstrahlen.
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Ein höherer UV-Index über das gesamte Jahr hat keinen Einfluss auf die Zahl der Melanom-Erkrankungen.

Das ist das Ergebnis einer Langzeitudie (1982-2002) mit mehr als 80.000 Teilnehmerinnen in den USA. Die Forscher vom Brigham and Women’s Hospital in Boston verglichen die Daten der Frauen in den verschiedenen Regionen der USA jeweils nach der Geburt und im Alter von 15 bzw. 30 Jahren. Lediglich für den zu den „weißen“ Hautkrebsarten zählenden Stachelzell-Krebs ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Regionen mit niedrigem und denen mit höherem (6 bzw 7) UV-Index.

Beim Basaliom, einer weiteren Spielart des relativ harmlosen „weißen“ Hautkrebs, war der Zusammenhang minimal. Beim „schwarzen“ Hautkrebs konnte überhaupt keine Verbindung zwischen höherem UV-Index, d.h. einer intensiveren Sonneneinstrahlung über das gesamte Jahr, und dem gefährlichen Melanom festgestellt werden.

Quelle: HIghWire

Studie: Abrar A. Qureshi et al, Geographic Variation and Risk of Skin Cancer in US Women, Differences Between Melanoma, Squamous Cell Carcinoma, and Basal Cell Carcinoma, Archives of Internal Medicine, 2008;168(5):501-507

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UV-Messung hilft nicht gegen Sonnenbrand 6. Januar 2008

Posted by lbmedien in Forschung, Sonnenbrand, Sonnenschutz, UV-Strahlen.
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UV-Wissen und SonnenverhaltenDer Unterschied von „guter Sonne“ und „böser Sonne“ liegt in der Dosis. Zu wenig Sonne (im Freien oder im Solarium) schadet erheblich der körperlichen und psychischen Gesundheit – zu viel Sonne auch.

Mit dem UV-Index, der jederzeit über öffentliche Medien weltweit aktuell abgerufen oder mit kleinen Meßgeräten am Körper direkt gemessen werden kann, sollten alle Menschen in die Lage versetzt werden, die Intensität der UV-Strahlung jederzeit zu kennen und sich damit die optimale „Dosis Sonne“ selbst verordnen zu können. Durch Wissen zur „Sonnen-Gesundheit“, sozusagen.

Diese Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. Mehr Wissen über UV-Strahlung hier und jetzt führt nicht zu richtigem Verhalten und vernünftiger Nutzung der „guten Sonne“ – eher im Gegenteil!

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung italienischer Wissenschaftler mit 91 Teilnehmern im Alter von 21-23 Jahren. Einer Gruppe wurden UV-Messgeräte zur Verfügung gestellt, der anderen Kontrollgruppe dagegen keinerlei Informationen über den jeweils aktuellen UV-Index.

Zur Überraschung der Wissenschaftler verhielt sich die Gruppe mit den UV-Geräten unvernünftiger als die Kontrollgruppe: Die Teilnehmer in dieser Gruppe hielten sich länger in der Mittagssonne auf, nutzten weniger Sonnenschutzmittel und holten sich sehr viel häufiger einen Sonnenbrand – genau das Verhalten, das durch die UV-Informationen verhindert werden sollte.

Die Forscher vermuten unter anderem, dass sich die Nutzer von UV-Messgeräten unbewusst „auf der sicheren Seite“ wähnten und daher die Intensität der Sonnenstrahlen unterschätzten.

Über ähnlich paradoxe Ergebnisse hatten wir schon früher berichtet im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Sonnenschutzmitteln (führt nicht zu weniger und gelegentlich zu mehr Sonnenbränden) und der Wirkung von Sonnenschutz- und Angst-Kampagnen (ändern nicht das – falsche – Verhalten an der Sonne vor allem bei Jugendlichen).

Quelle: Blackwell

Studie: Paolo Carli et al., The Use of Commercially Available Personal UV-meters Does Cause Less Safe Tanning Habits: A Randomized-controlled Trial, Photochemistry and Photobiology, vorab online veröffentlicht.