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Horror Picture Show oder eine Schwalbe im Gebälk? Kampagnen-Start von Krebshilfe und ADP 3. Mai 2007

Posted by lbmedien in Sonnen-News.
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ADP-KampagneAlle Jahre wieder starten Krebshilfe und ADP um diese Jahreszeit ihre Sommerkampagne. Heute war es wieder mal so weit. Pressekonferenz in Hamburg am Sitz der ADP und führender Medien. Am Tisch auch die SSK, vertreten durch ihren Vorsitzenden Prof. Wolfgang-Ulrich Müller.

An der Tür zum Konferenzraum im noblen Steigenberger Hotel begrüßte die Gäste ein netter junger Mann mit weggebrannter (oder Hautkrebs-zerfressener?) Gesichtshälfte und der rätselhaften Frage: „Schatz, brennst Du?“ Das Kampagnen-Plakat 2007.

Die Antwort präsentierten den aufmerksam lauschenden Journalisten aus Presse, Radio und TV vor allem Dr. Rüdiger Greinert und Prof. Eckard Breitbart in einer Art Horror Picture Show, in der neben bekannten, in der Tat alarmierenden Tatsachen, geschickt selektierten Statistiken (z.B. der Anstieg der Hautkrebszahlen, aber nicht die Abnahme der Steigerungraten oder die seit Jahren stagnierenden bzw. sinkenden Zahlen der Todesfälle), auch Halb- und Viertel-Wahrheiten (z.B. die falschen Zahlen über Solariennutzung jugendlicher Mädchen , die Zunahme dieser Besuche und die „optimistische“ Zahl der Sonnenstudios) untergemischt waren. Das Ganze auf dem wissenschaftlichen Stand von Anfang des vorigen Jahrhunderts (so die Aussage: die Vitamin D-Synthese sei nötig für Aufbau und Erhalt der Knochen und „dies ist allerdings auch die einzige, momentan bekannte positive Wirkung der UV-Strahlen„).

Überhaupt taten sich die Referenten schwer mit den hunderten wissenschaftlichen Studien zu den biopositiven Wirkungen der UV-Strahlen, die Dr. Greinert im Gespräch kurzerhand als „unseriös“ qualifizierte, gleichzeitig aber Prof. Holick bei passender Gelegentheit zitierte. Und auch die absurde Behauptung von den „10-15 Minuten Sonne pro Tag auf Gesicht und Hände, auch bei bewölktem Himmel„, die für den Vitamin D3-Bedarf ausreiche, kam wieder zu Ehren. Falls Dr. Greinert in einem kühnen Selbstversuch seinen splitternackten Körper am – sagen wir – Sylvester-Mittag der Sonne präsentierte, würde er – laut Studien aus Kanada, Norwegen oder Ungarn – zu seiner Überraschung überhaupt kein Vitamin D3 produzieren. Aber wer tut das denn auch schon! Auch die Zahl der täglichen Mittags-Spaziergänger dürfte einigermaßen überschaubar sein.

Nachdem Dr. Huthmacher vom Bundesumweltministerium beim Kongress in Rust die gemeinsame Publikums-Kampagne auch gemeinsam mit Krebshilfe und ADP für die Zertifizierung der Sonnenstudios angekündigt hatte, war natürlich die spannende Frage, ob und inwieweit sich diese Kooperation in der neuen Krebshilfe-ADP-Kampagne niederschlagen würde.

Fazit vorweg: Wenn man guten Willens danach sucht, könnte man in der Kampagne die gern zitierte Schwalbe entdecken, die allerdings noch keinen Sommer macht:
Nachdem der geneigte Leser der Kampagnematerialien/Zuhörer der ADP-Vorträge mit lauter Schreckensmeldungen über die tödliche Wirkung der Sonnenbanken traktiert wurde, kommt nach einem resignierten „wenn künstliche UV-Strahlung denn doch unbedingt sein muss“ und einer letzten Warnung, man möge Sonnenbanken doch auf keinen Fall zur „Steigerung des Wohlbefindens“ nutzen, der Hinweis auf das Qualtiätssiegel „Zertifiziertes Sonnenstudio“ als der einzigen gerade noch erträglichen Alternative: „Besuchen Sie, wenn überhaupt, nur zertifizierte Sonnenstudios mit BfS-Siegel...“ Immerhin!

Die Schwalbe hat ihr Nest im Dachgebälk ziemlich geschickt versteckt. Eine gemeinsame Kampagne für vernünftiges Sonnen? Warten wir ab, was der Sommer bringt.

Die Website zur Kampagne:
http://www.brennst-du.de
ab heute freigeschaltet.

Kommentare»

1. Überlebenschancen bei "schwarzem Hautkrebs" steigen ständig an « Sonne-ist-Leben - 15. Mai 2007

[…] ein (1) Prozent und geht stetig leicht zurück. (Entgegen der Panikmache im Vorfeld der Medien-Kampagnen von Krebshilfe und ADP. Was tatsächlich hinter den dort verbreiteten Horrorzahlen […]

2. Fast 60 Prozent der Deutschen leiden unter Vitamin D-Mangel « Sonne-ist-Leben - 24. August 2007

[…] und etwa der Deutschen Krebshilfe noch aus allerjüngster Zeit (s. auch den Bericht von der Sommerkampagne dieser Organisationen) die einen Vitamin D-Mangel fuer Deutschland kategorisch […]


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