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Interessante Informationspolitik – Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe 26. November 2008

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Kinder auf der Sonnenbank - ein ADP-Wintermärchen!

Kinder auf der Sonnenbank? Ein ADP-Wintermärchen!

Die Gelegenheit war günstig. Gestern erst hatte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine schmetternde Presse-Fanfare gegen die Sonnenstudios mit dem Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ geblasen – ohne vorherige Information der öffentlich kritisierten, betroffenen Zertifizierer und bisher ohne Möglichkeit, die teilweise eher merkwürdig anmutenden Behauptungen im einzelnen nachzuprüfen.
(Hier die ad-hoc-Stellungnahmen des Photomed-Verbands und der Arbeitsgruppe der zertifizierten Studios „Initiative Geprüftes Sonnenstudio“ )

Heute nun nutzten Deutsche Krebshilfe (DKH) und die „Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP)“ diese Kerbe für weitere Schnitzarbeiten mir grobem Hackmesser am ohnehin ziemlich ramponierte Image der Besonnungsbranche.

Vorgestellt wurde eine Studie mit dem werbewirksamen Namen „SUN-Study 2008„, die von DKH und ADP beim Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventionsmedizin (MIPH) in Auftrag gegeben und deren Ergebnis so zitiert wurde:

Von den rund 14 Millionen Solariennutzern zwischen 18 und 45 Jahren hat mehr als ein Viertel bereits im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen.

Übersetzt heisst das in etwa:
Hochgerechnete 22 Prozent der deutschen Bevölkerung haben schon irgendwann einmal in ihrem Leben ein Solarium benutzt (egal wo). Von diesen 22 Prozent glauben sich ein Viertel, also 5,5 Prozent, erinnern zu können, vor dem 18 Lebensjahr schon einmal ein Solarium genutzt zu haben.

Verraten wird nicht, ob das mit 10, 14 oder 17 Jahren geschehen ist.

Aus gutem Grund: Aus früheren repräsentativen Studien ist bekannt, dass in der Alterngruppe 10-14 Jahre praktisch überhaupt keine statistisch erfassbare regelmäßige Solariennutzung vorkommt und erst die 16-17jährigen mit bis zu 15 Prozent als regelmäßige Solariennutzer auftreten. Erst in dieser Altersgruppe kommt dann bei der Fragen „schon mal probiert?“ ein Ergebnis wie das jetzt zitierte heraus. (Ein Grund vermutlich auch, warum die Daten einer Studie des Forschungszentrums Jülich vom Auftraggeber BfS noch nicht veröffentlicht wurden, die angeblich seit Januar dieses Jahres vorliegen und, wie schon im März von der ADP erwähnt, eher noch niedrigere Werte aufweisen.)

Wichtig ist diese feine Unterscheidung, weil die Daten benutzt wurden, um eine Kampagne gegen den Missbrauch von Sonne und vor allem Solarien durch Kinder zu begründen. Eine solche Kampagne ist absolut notwendig, weil die Haut von Kindern noch nicht ausreichend Eigenschutz zur Abwehr und Reparatur von UV-Schäden gebildet hat.

Darauf verwies auch der Berliner Kinderarzt Dr. Grundhewer vom Ausschuß für Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinderärzte. Heute gingen viele Kinder zwei- dreimal im Jahr in den Sonnenurlaub. Hier werde bereits die Grundlage für das lebenslange Krebsrisiko gelegt.

Da Kinder aber überhaupt nicht – oder nur in absoluten Einzelfällen bei geistig nicht ganz präsenten Eltern – in Sonnenstudios auftauchen und – wieder von verwerflichen Einzelfällen abgesehen – auch garnicht zugelassen werden,  ist der Mißbrauch der Umfragedaten für eine Anti-Solarien-Kampagne schlicht unseriös.

Auch Prof. Dr. Eckhard. W. Breitbart nahm es nicht so genau beim Zitieren sorfältig ausgewählter Studien, wenn es darum ging, das düstere Bild mit wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit zu unterfüttern.

Wie schon in früheren Pressekonferenzen der beiden Veranstalter soll der Eindruck erzeugt werden, die künstliche Besonnung sei ein wesentliches, ja das eigentlich entscheidende Problem bei der mißbräuchlichen Nutzung von UV-Strahlen. Dass es diese missbräuchliche Nutzung auch in Sonnenstudios gibt, ist unstreitig. In der Bekämpfung dieser Praktiken sind sich alle, auch die Solarienverbände und die Vertreter der Qualitäts-Studios einig.

Aber der im Vergleich verschwindend geringe Anteil etwa der Sonnenbrände in Solarien – deutlich unter  einem (1) Prozent – rechtfertigt wohl kaum die Verbissenheit und die Kosten der Anti-Solarien-Kampagnen, die an relvanteren Stellen im Konsens aller an Gesundheit und Prävention Interessierten unendlich viel mehr an Gesundheitsschutz und vernünftiger Nutzung der lebenswichtigen Sonnenstrahlen bringen könnten.
(Drastisch unterstreicht diese Meldung, wo hier wirklich die Probleme liegen)

Blindes Einprügeln mit zweifelhaften Argumenten auf selbst die qualifiziertesten Sonnenstudios versperrt einen vernünften Weg zur sicheren Nutzung gesunder Sonnenstrahlen und kostet – wie jetzt gerade mehr als 30 international renommierte Wissenschaftler in einem Appell unterstreichen – unser Gesundheitssystem am Ende dreistellige Milliardenbeträge.

Gemeinsame Qualitätskampagnen im Rahmen gesetzlicher Mindestanforderungen und darüber hinaus zur optimalen Nutzung der unendlich vielen Gesundheits- und Präventionswirkungen von UV-Strahlen sollte das Gebot der Stunde sein. Noch scheint das auf beiden Seiten des überflüssigen Zauns nicht wirklich begriffen zu sein.

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Mit dem „Sonnenschein-Vitamin“ springt man höher 25. November 2008

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hochsprung-maedchen99 Schulmädchen (12-15 Jahre) sprangen um die Wette. Am höchsten sprangen die Mädchen mit dem höchsten Vitamin D-Gehalt im Blut.

So könnte man etwas frivol das Ergebnis einer Studie aus Manchester, England, zusammenfassen.  Die Forscher der University of Manchester wollten feststellen, ob es einen Zusammenahng gibt von Vitamin D, gemessen als Serum 25 hydroxyvitamin D (25(OH)D), im Blut und der Stärke sowie der Funktionsfähigkeit der Muskeln bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt!

Gemessen wurde die Muskelkraft, die Schnellkraft, die Sprunghöhe und verschiedene weitere Indikatoren sowie der Esslinger Fitness Index. Größe, Gewicht wurden berücksichtigt, die Konzentration  von Vitamin D, Kalzium und PTH erhoben.

Bei allen Werten: Sprunghöhe, Muskelkraft, Schnellkraft und Geschwindigkeit ergab sich ein positives Verhältniss zur Höhe des Vitamin D-Serums im Blut.

Eine Review-Studie der Universtät von Wyoming unterstreicht diese Ergebnisse: Die Leistungsfähigkeit von Sportlern wird wesentlich durch die Versorgung mit ausreichend Vitamin D mitbestimmt.

In China ergab eine Studie mit 301 Mädchen ein ähnliches Resultat.

Quelle: HighWire

Studien:
Kate A Ward et al., Vitamin D status and muscle function in post-menarchal adolescent girls, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Vol. 94, No. 2 559-563

Kentz S. Willis et al., Should We Be Concerned About the Vitamin D Status of Athletes? International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 2008, 18, 204-224

Leng Huat Foo et al., Low Vitamin D Status Has an Adverse Influence on Bone Mass, Bone Turnover, and Muscle Strength in Chinese Adolescent Girls
J. Nutr. 2009; 139:1002-1007

Hilft – hilft nicht – hilft – hilft nicht – hilft … Der Streit um Sonne, Vitamin D und Brustkrebs 24. November 2008

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Nachdem in den vergangenen Jahren eine Reihe von Studien renommierter Institute einen deutlichen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Brustkrebs-Risiko belegt hatten, kommt jetzt eine methodisch sehr solide Studie von Wissenschaftlern unterschiedlicher US-Forschungseinrichtungen zum gegenteiligen Ergebnis.

Die Forscher um Rowan T. Chlebowski von der University of California Los Angeles werteten die Daten der Women’s Health Initiative (WHI) aus, Daten von über 36.000 Frauen, die ursprünglich für ein anderes Forschungsinteresse erhoben worden waren: Der Wirksamkeit von Kalzium- und Vitamin D-Gaben für die Vorbeugung von Knochenbrüchen. Die Hälfte der Frauen hatten täglich 1.000 mg Kalzium und 400 IU (Internationele Einheiten) Vitamin D bekommen, die andere Hälfte, die Kontrollgruppe,  nicht.  Die Frauen waren über 7 Jahre beobachtet worden. Nach dieser Zeit hatten fast ebensoviele Frauen in der Gruppe mit denKalzium und Vitamin D-Gaben einen Brustkrebs entwickelt (528) wie die in der Kontrollgruppe (546).

Das „Aus“ für die Hoffnungen, ein wirkungsvolles Mittel gegen die „Volkskrankeit Brustkrebs“ gefunden zu haben? Sicher nicht!

Schon in früheren Studien, die sich auf diese Daten stützten, war darauf hngewiesen worden, dass die Dosis von 400 IU Vitamin D als Nahrungsergänzung bestenfalls für die Vorbeugung von Rachitis ausreichen könne, niemals aber wirksam genug sei für die Prävention von anderen Erkrankungen, insbesondere Krebs. Im Verlauf der studie hatte sich denn auch gezeigt, dass bei den vergleichsweise gut mit Vitamin D versorgten Studienteilnehmerinnen die 400 IU so gut wie keinen Einfluss hatten auf den Gehalt des Serum Vitamin D3 – 25(OH)D – im Blut .

In der Tat war zu Beginn der Studie im Jahr 1993 noch wenig bekannt über die Gesundheitswirkungen des Vitamin D jenseits der Rachitis-Bekämpfung. Heute gehen die Experten davon aus, dass eine tägliche Gabe von 1.000 – 2.000 IU Vitamin D notwendig ist, um den Serum-Spiegel im Blut anzuheben und die gewünschte Schutzwirkung zu erreichen.

Außerdem hatten viele Frauen in der Kontrollgruppe tatsächlich Vitamin D als Nahrungergänzung gegen drohende Osteoporse erhalten und ein größerer Anteil an schlanken und körperlich besonder fitten Frauen deutete auf mehr köperliche Bewegung im Freien hin – und damit auf die Sonne als Vitamin D-Spender.

Entsprechend vorsichtig fielen denn auch die Schlussfolgerungen der beteiligten Wissenschaftler und der Kommentatoren im gleichen Heft des renommierten Journal of the National Cancer Institute aus. Weitere Untersuchungen auf der Basis neuerer Erkenntnisse seien notwendig.

Im neuen Jahr eröffnet den Reigen von Untersuchungen zu diesem Thema ausgerechnet eine deutsche Studie vom Krebssforschungszentrum Heidelberg, auf die wir in einer früheren Fassung bereits hingewiesen hatten.

Gleichzeitig erscheint eine Metastudie, die wiederum bei der Untersuchung der Rolle der Vitamin D Rezeptoren zu im wesentlichen positiven aber nach wie vor widersprüchlichen Ergebnissen kommt.

(Fast) alle Fragen nach wie vor offen?

Manifest („Call to Action“)  der internationalen Experten

Ein Panel von mehr als 30 der bekanntesten Vitamin D-Forscher sind da anderer Meinung: In diesen Tagen veröffentlichten sie einen dringenden Appell („Call to Action„) vor allem an alle Gesundheitsinstitutionen, eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu gewährleisten. Damit seien oft bis zur Hälfte der Krankheits- und Todesfälle bei vielen „Volkskrankheiten“ zu verhindern. Allein in den USA verursache der derzeitige, „epidemische“ Vitamin D-Mangel Kosten von 100-200 Milliarden Dollar für das Gesundheitssystem.

Quelle: ScienceDaily

Studie: Chlebowski RT, Johnson KC, Kooperberg C, Pettinger M, Wactawski-Wende J, et al. Calcium Plus Vitamin D Supplementation and the Risk of Breast Cancer. J Natl Cancer Inst, 2008; 100:1581-1591

Editorial: Speers C, Brown P., Editorial: Breast Cancer Prevention Using Calcium and Vitamin D: A Bright Future? J Natl Cancer Inst, 100:1562-1565

Abbas, S. et al., Plasma 25-hydroxyvitamin D and premenopausal breast cancer risk in a German case-control study. Int J Cancer 2009;124:250-5

James D. McKay et al., Vitamin D Receptor Polymorphisms and Breast Cancer Risk: Results from the National Cancer Institute Breast and Prostate Cancer Cohort Consortium, Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 18, 297-305, January 1, 2009

Die Unterzeichner des „Vitamin D-Manifests“:
Sunlight, Nutrition and Health Research Center
William B. Grant, Ph.D.
Creighton University
Robert P. Heaney, M.D., Joan M. Lappe, Ph.D., R.N.
Boston University School of Medicine
Michael F. Holick, Ph.D., M.D.
Medical University of South Carolina
Bruce W. Hollis, Ph.D.
Harvard School of Public Health
Edward Giovannucci, M.D., ScD., Walter C. Willett, Dr. P.H., M.D.
University of Toronto, Mt Sinai Hospital
Reinhold Vieth, Ph.D.
University of California Davis

Bruce D. Hammock, Ph.D., Hari A. Reddy, Ph.D., Ray Rodriguez, Ph.D.
University of California Los Angeles
John Adams, M.D., Martin Hewison, Ph.D., H. Phillip Koeffler, M.D, Keith C. Norris, M.D.
University of California Riverside
Mathew Mizwicki, Ph.D., Anthony W. Norman, Ph.D., Laura P. Zanello, Ph.D.
University of California San Diego
Richard L. Gallo, M.D., Ph.D., Cedric F. Garland, Dr. P.H., Frank C. Garland, Ph.D., Edward D. Gorham, Ph.D., Tissa Hata, M.D.
University of California San Francisco
David Gardner, M.S., M.D., Bernard P. Halloran, Ph.D., National Scientists Panel
Atascadero State Hospital
John J. Cannell, M.D.
Council for Responsible Nutrition
John Hathcock, PhD.
Roswell Park Cancer Institute
Candace Johnson, Ph.D., Donald L. Trump, M.D.

Den „Vitamin D-Winter“ zu Herzen nehmen! 22. November 2008

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Im „Vitamin D-Winter“ ist die Sonne nicht in der Lage, durch ihre UV-Strahlen die Menschen mit ausreichend Vitamin D über die Haut zu versorgen. Das daraus resultierende Vitamin D-Defizit (z.B. bei bis zu 8o Prozent der Deutschen) führt unter anderem zu Herz-Kreislauf-und koronaren Herz-Erkrankungen, Herzinfarkten, Bluthochdruck und dem sog. Metabolischen Syndrom.

Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Review-Studie einer Forschergruppe um Prof. Sue Penckofer von der Loyola University in Chicago.

Sonnenmangel könne die Gefahr von Herzerkrankungen um 30-50 Prozent steigern. Durch Vitamin D-reiche Ernährung allein sei ein Defizit nicht auszugleichen. Gaben von Vitamin D2 und D3 als Nahrungsergänzung müssten sehr genau überwacht werden, da die Menschen sehr unterschiedlich auf die externe Zufuhr von Vitamin D reagierten. (Bei der Bildung von Vitamin D durch UV-Strahlen auf die Haut wird das im Prozess der Vitamin D-Synthese „natürlich“ reguliert).

Nur wenige Ärzte checken heute schon den Vitamin D-Spiegel ihrer Patienten, vor allem nicht die von Problemgruppen. Dabei sind sich heute die meisten Experten einig, dass Menschen mit einem Infarkt-Risiko oder mit Erschöpfungssyndrom, Muskel- und Gelenkschmerzen oder saisonaler Depression vor allem im Vitamin D-Winter ihr Vitamin D messen lassen sollten,“ so Prof.  Penckofer.

Quelle: Washington Post

Studie: Diane E. Wallis et al., The „Sunshine Deficit“ and Cardiovascular Disease, Circulation. 2008;118:1476-1485

Die mit dem Vitamin D tanzt 22. November 2008

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Sonne tanzt Vitamin D und macht Beta-Zellen glücklich

Sonne tanzt Vitamin D und macht Beta-Zellen glücklich

Wenn in Ihrem nächstgelegenen Stadt- oder Landestheater die Ballett-Truppe einen Abend ankündigte mit dem Titel „Die Rolle von Vitamin D in der Beta-Zellen Funktion“ – Hand auf´s Herz: würden Sie da hin gehen?

Ins Grübeln kämen Sie vielleicht, wenn Sie wüssten, dass da eine Doktorantin ihre Dissertation tanzte. Zappelnd hüpfen Beta-Zellen zu fetziger Rockmusikund eine wunderschöne Sonne bringt ihnen das lebensspendende Vitamin D und versetzt sie mit geschmeidigem Spitzentanz in heftige Wallung. Sex and the City, pardon: the Science!

So geschehen beim New Yorker AAAS/Science Dance Contest, erfunden vom Wissenschaftsjournalisten der New York Times und des „Science“-Magazins, John BohannonSue Lynn Lau, Studentin der Universität Sydney, Australia, gewann dabei den ersten Preis in der Kategorie für Doktorand(inn)en.

Was die Zuschauer dieses ungewöhnlichen Tanzerlebnisses lernen sollten, hört sich in unbewegten Worten etwa so an:“Wir gehen davon aus, dass Vitamin D die Funktion der Beta-Zellen im menschlichen Köprer und die Insulin Produktion verbessert und damit vor Diabetes schützt.

Falls Sie sich den Tanz ansehen wollen – nämlich hier – und die Botschaft nicht auf Anhieb verstehen können, lesen Sie`s einfach oben noch einmal nach.

Den Preis für den besten Wissenschaftstanz der Professoren erhielt übrigens Vince LiCata, Biologie-Professor an der Louisiana State University, mit einer Choreographie zum Thema: „Tanz der Moleküle im Blut – beobachtet„, und der Botschaft:“Resolving Pathways of Functional Coupling in Human Hemoglobin Using Quantitative Low Temperature Isoelectric Focusing of Asymmetric Mutant Hybrids„.  Kapiert!?

Quelle: New York Times/Science

Am Strand brennen alle Sicherungen durch! – Im „Geprüften Sonnenstudio“ sind sie eingebaut 20. November 2008

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sonnenbrand-karikaturZwei einigermaßen haarsträubende aktuelle Meldungen lassen dieser Tage wieder ahnen, wo die Probleme mit Bräunungs-Freaks wirklich liegen – und das zu einem Zeitpunkt, da mal wieder Solariengegner ihre Pferde satteln zum nächsten Kreuzzug gegen die Sonnenbank.

Am Sonnenstrand von Honolulu, Hawaii, beobachteten Wissenschaftler vom Cancer Research Center of Hawaii 90 Sonnensucher beiderlei Geschlechts und befragten sie nach ihren Gründen und Motiven für ihr Verhalten am Strand, ihr Wissen über UV-Strahlen und Sonnenschutz jeweils vor und nach dem Strandbesuch.

Die Ergebnisse liessen die Forscher in der Sonne Hawaiis erbleichen:

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Sonne (die Zeit im Schatten und vollständig bekleidet wurde abgezogen) lag bei drei Stunden. Bei der Intensität der südlichen Sonne entsprach das der fünffachen (5x) Dosis, die bei ungeschützter weisser Haut ein Erythem (Hautrötung) verursacht.

Unglaubliche 40 Prozent der Probanden hatten sich erst kürzlich – innerhalb der vorangegangenen 48 Studen – einen Sonnenbrand zugezogen und zeigten sich wild entschlossen, das auch künftig zu tun, wenn es denn dem knackig-braunen Hautton dienen sollte. Und tatsächlich hatten sich 44 Prozent der derart Verbrannten am Tag der Untersuchung wieder einen Sonnenbrand geholt. Fast ein Viertel der Befragten hatte sich zusätzlich noch in den vergangenen 30 Tagen auf eine Sonnenbank gelegt.

Der schwarze Markt mit der Bräune

Die zweite, nicht weniger frappierende Meldung, hatte sich auch in diesem Weblog schon wiedergefunden: Die auf seine Nebenwirkungen noch nicht abschließend untersuchte, nur für einen engen Indikationsbereich (schwere Formen der Lichtdermatose) gedachte Bräunungs-Droge „Melanotan“ wird massenhaft und ohne große Behinderungen – einige Dutzend Abmahnungen – im Internet gehandelt und die Nachfrage nach der Bräune aus der Spritze (oder dem Implantat) explodiert. In Frauenzeitschriften wird das Verfahren als „ungefährliche“ Alternative zu Sonne und Solarium gepriesen, sozusagen als Fortsetzung der Empfehlungen einiger Dermatologen und ihrer Organisationen für die Bräune aus der Kosmetik-Industrie.

Dabei wird in Kauf genommen, dass Melanotan, wie jede sehr dunkle Hautpigmentierung, die Bildung von Vitamin D über die Haut be- oder sogar verhindert und dass die kosmetische Bräune – anders als die „echte“ – den Sonnenbrand nicht verhindert und dem Hautkrebs Vorschub leistet durch die Illusion von Sonnenschutz.

Unkontrollierte Verbrennungen am tropischen Strand (oder am Baggersee), unvorhersehbare Nebenwirkungen von Drogen und Kosmetika und die Verstärkung eines ohnehin schon epidemischen Vitamin D-Defizits mit den inzwischen bekannten desaströsen Gesundheitsfolgen sind den Zeloten unter den Besonnungsgegnern allemal weniger wichtig als der Kampf gegen ein kontrolliertes, moderates und entspanntes Sonnen (zumindest in „Geprüften Sonnenstudios“) in der Kombination von sanftem Bräunen und biopositiven Wirkungen der UV-Strahlen – weit unter der Sonnenbrand-Grenze.

Quelle: ScienceDaily

Studie: David L. O’Riordan et al,  A Day at the Beach While on Tropical Vacation -Sun Protection Practices in a High-Risk Setting for UV Radiation Exposure, Arch Dermatol. 2008;144[11]:1449-1455 (PDF kostenlos)

Schwanger im „Vitamin D-Winter“ 20. November 2008

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Foto: flickr

91 Prozent der schwangeren Frauen in Irland leiden während des „Vitamin D-Winters“ (Oktober – März) unter zum Teil erheblichem Vitamin D-Mangel.

Ein solcher Mangel wird zunehmend mit geringerer Größe und Gewicht, geringerer Knochendichte und dem Auftreten von verschiedenen Krankheiten und Mangelerscheinungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht.

Eine Forschergruppe der Universität von Cork, Irland, untersuchte über drei Jahre hinweg schwangere Frauen im Alter zwischen 24 und 42 Jahren jeweils in drei „Trimestern“ pro Jahr auf den Gehalt von Vitamin D – 25(OH)D – im Blut. Als ausreichend wurde ein Gehalt von 50 nmol/L und mehr angenommen. 25 bis 50 nmol/L wurde als „unzureichend“, weniger als 25 nmol/L als „defizitär“ definiert.

Insgesamt blieben bis zu 76 Prozent der Schwangeren unterhalb der optimalen Werte im Jahresdurchschnitt. Nur im Hochsommer erreichte eine knappe Mehrheit die wünschenswerte Größenordnung. Eine Erklärung, warum besonders in der Schwangerschaft ein solch drastischer Vitamin D-Mangel zu beobachten ist, bieten die Autoren nicht.

Quelle: HighWire

Studie: M.N. O`Riordan et al., Prevalence of Suboptimal Vitamin D Status During PregnancyIrish Medical Journal, 2008; 101: 240, 242

Warnung vor der illegalen Barbie-Droge Melanotan 17. November 2008

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Gefährliche Bräune aus der Spritze

Gefährliche Bräune aus der Spritze

Bräunung auf Teufel komm raus!? Die Droge Melanotan II, über die wir in der Vergangenheit verschiedentlich ausführlich berichtet haben (hier, hier und hier zum Beispiel), wird seit einger Zeit aggressiv über das Internet illegal verbreitet. Nach den US-Gesundheitsbehörden und der britischen Arzneibehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHPR) warnen jetzt auch die ärztlichen Fachorgane in Deutschland dringend vor diesem als „Barbie-Droge“ (macht angeblich schlank, braun und potent) bezeichneten Medikament.  Strafverfahren gegen die Online-Händler sind eingeleitet.

Die nicht berechenbare Gefahr für die Anwender hat gleich drei verschiedene Gründe:

  1. Die Droge ist als spezialisiertes Medikament mit sehr begrenztem Anwendungsbereich erst in der klinischen Erprobung und Nebenwirkungen, auch gefährliche, sind nicht auszuschließen.
  2. Im Internet wird die Droge in einer Form vermarktet, die die Anwendung über eine regelmäßige Injektion erfordert. Unsachgemäße Handhabung kann dabei zu Infektionen und schweren gesundheitlichen Schäden führen.
  3. Außerdem muss die Substanz mit Wasser verdünnt werden. Es wir nicht jedem und immer gelingen, dies völlig steril zu gestalten mit den bekannten gefährlichen Folgen.

Nachdem in jährlichen Angstkampagnen viele Menschen vom Sonnen und sanften Bräunen in der kontrollierten Umgebung zertifizierter Sonnenstudios (Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“) abgeschreckt und auf kosmetische Mittel verwiesen wurden, dürfte es jetzt um so schwerer fallen, die um so viel gefährlichere Nutzung dieser „Lifesyle-Droge“ einzudämmen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Sonne schützt vor Hautkrebs – aber in welcher Dosis? 14. November 2008

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Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Was früher absurd erschien, wird jetzt durch immer neue wissenschaftliche Studienergebnisse zur Gewissheit: Die UV-Strahlen der Sonne spielen nicht nur bei der Entstehung von (vor allem „weißem“) Hautkrebs eine Rolle sondern auch bei der Verhinderung des gefährlichen „schwarzen“ Hautkrebses, des Melanoms. (Über eine erst kürzlich erschienene Studien mit diesem Ergebnis haben wir bereits berichtet)

Zwei wissenschaftliche Präsentationen beim diesjährigen Kongress des American Institute for Cancer Research (AICR) mit dem Thema Ernährung, Bewegung und Krebs (Food, Nutrition, Physical Activity and Cancer) in Wahington D.C. behandelten dieses augenscheinliche Paradox mit neuen bahnbrechenden Erkenntnissen:

Zwar ist seit langem die vorbeugende und heilende Wirkung des „Sonnenschein-Vitamins“ D3 bei vielen Krebsarten bekannt, aber im wesentlich unbekannt geblieben ist die Art und Weise, wie dieses Vitamin – oder besser: Hormon – seine schützende Wirkung erreicht.  Auf dem Kongress nun berichtete Prof. John White von der  McGill University über Versuche, die zeigen, dass der Vitamin-Rezeptor bestimmte Proteine anregt, die den Zell-Zyklus zwischen Entstehung und Absterben regulieren und Gene aktivieren, die die Ausbreitung von Tumor-Zellen unterdrücken.

Dass Vitamin D diese schützende und krebsverhindernde Wirkung auch beim Hautkrebs ausübt, belegt die Forschung einer Gruppe von Wissenschaftlern an der University of California, San Francisco unter Leitung von Prof. Daniel Bikle.  Bei Labor-Experimente zeigte sich, dass Mäuse, denen das Vitamin D-Rezeptoren-Gen fehlt, die also Vitamin D nicht im Körper „verarbeiten“ und für die Zellregulierung nutzen können, sehr viel häufiger unter  starker UV-Bestrahlung an einem Melanom erkrankten als „normale“ Mäuse.

Es habe sich gezeigt, so Prof. Bikle, dass eine relativ kurze Besonnung von 10-15 Minuten den Vitamin D-Rezeptor anregte, zwei unterschiedliche Prozesse in Gang zu setzten, die offensichtlich einen wirksamen Schutz gegen den Hautkrebs bildeten.

Kontrovers diskutiert wurde also nicht mehr die Frage: Schützt die Sonne vor Hautkrebs, ja oder nein! sondern lediglich die Frage nach der richtigen Dosierung zwischen krebsverhindernder und krebserzeugender Wirkung der Sonnenstrahlen. Dr. Mary Frances Picciano vom regierungsoffiziellen National Institutes of Health forderte daher weitere Forschungen zu den Grenzen „sicherer“ Besonnung für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung. Andererseits aber kündigte Sie eine Anpassung nach oben der Empfehlungen öffentlicher US-Gesundheitsorganisationen für die optimale Vitamin D-Zufuhr an.

Quelle: AICR-Presseinfo

Winterschmerz 13. November 2008

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Winterschmerz

Winterschmerz

Im „Vitamin D-Winter“ wird die Sonne oft schmerzhaft vermisst – im wahrsten Sinne des Wortes!

Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne tiefer steht, steigt die Gefahr eines Vitamin D-Defizits sprunghaft an. Dieser Mangel an „Sonnenschein Vitamin“ aber verursacht vor allem bei Frauen oft Muskel-, Knochen- und Gelenk- und rheumatische Schmerzen, Osteoarthritis und andere schmerzhafte Leiden.

In „Pain Treatment Topics“ (http://Pain-Topics.org) veröffentlichten in diesen Tagen einige der führenden internationalen Forscher unter Federführung von Prof. Stewart B. Leavitt eine zusammenfassende Übersicht über den Stand der Forschung und entwickeln daraus eine Reihe von Empfehlungen gegen den „Winterschmerz“.

Prof. Leavitt dazu: „In unserer Review-Studie über 22 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema fanden wir, dass Menschen mit verschiedenartigen Schmerz- und Erschöpfungs-Syndromen praktisch immer an einem Vitamin D-Mangel litten, besonders in den Winter-Monaten. Sobald ausreichende Vitamin D-Versorgung gewährleistet war, verschwanden die Schmerzen und Schwächegefühle entweder vollständig oder wurden zumindest deutlich gelindert.“

Allerdings, so Prof. Leavitt, seien damit nicht andere Schmerztherapien überflüssig und weitere Forschung über den Zusammenhang von Vitamin D und schmerzhaften Erkrankungen notwenig.

Der 50seitige Report („Vitamin D – A Neglected ‘Analgesic’ for Chronic Musculoskeletal Pain„) und ein 7seitiger Praxis-Brief können ebenso wie ein Patientenbroschüre heruntergeladen werden.
http://pain-topics.org/vitamind